Lady Terminator


‘She Mates... Then She Terminates’


Originaltitel: Pembalasan ratu pantai selatan (1988) Regie: H. Tjut Djalil.
Drehbuch: Karr Kruinowz Darsteller: Barbara Anne Constable, Christopher J. Hart, Claudia Angelique Rademaker FSK: 18


Indonesien. Wir schreiben das Jahr 1984 und Regisseur H. Tjut Dalil (‘The Warrior and the Ninja‘, ‘Mystics in Bali‘) sieht einen Film im örtlichen Dorfkino: ‘The Terminator‘! Fortan ist er Feuer und Flamme für diesen phänomenalen Streifen und für ihn ist klar: DAS will ich AUCH... nur mit mehr schwarzer Magie... und mehr Titten!!!
1988 ist es dann endlich soweit: Dalils LADY TERMINATOR erblickt das Licht des Filmprojektors und erstrahlt in vollem Glanz auf der Leinwand.

Der sogenannte Zensurblitz
Stimmungsvoll eingeleitet durch einen Erzähler aus dem Off, der uns beim Blick auf den Ozean darüber aufklärt, dass so manches Kapitel der Geschichte besser unter einem Mantel aus Staub begraben bleiben sollte. Als nächstes bekommen wir direkt die erste Fickszene zu Gesicht. Die sagenumwobene Südseekönigin reitet ihren nächsten Freier zu... das tut sie oft. Denn die Queen kann nicht gänzlich befriedigt werden... oder besser, sie scheint den Kerlen mittels ihres primären Geschlechtsorgans den Schwanz zu zerstückeln. Den Eindruck bekommen wir jedenfalls, denn eine Blutfontäne aus der Richtung des Geschehens verheißt Unschönes. Der nächste Kandidat jedoch ist ein wahrer Fuchs und entnimmt der Königin die... äh, Schlange zwischen ihren Beinen (!!!) und formt sie, Thulsa Doom-Style, zu einem Dolch. Er fordert sie auf mit dem Töten aufzuhören, doch sie ist uneinsichtig. Noch eben fix Rache geschworen (in 100 Jahren... die Urenkelin) und schon ist die feine Lady auf und davon um sich mit dem Bösen auf dem Grund des Meeres zu vereinigen und ihre Rache zu planen... Klingt komisch? Ist aber so!
Und JETZT kommen erst die Startcredits. In denen erfahren wir übrigens, dass der Film auf der Geschichte "Legend of the South Sea Queen" basiert und dass die Hauptactrice Barbara Ann Constable ebenfalls fürs Makeup zuständig war.

Heiße Schüsse, dummes Grinsen
und grenzwertige VoKuHiLas
100 Jahre später ist eine Studentin auf der Suche nach dem Buch über die Südseekönigin, über welche sie eine Dissertation schreiben will. Trotz aller Warnungen begibt sich unsere Schnuckelmaus auf die Suche nach dem versunkenen Schloss der Queen. Der Skipper des von ihr gecharterten Bootes findet es gar nicht geil und rät Tanja (so heißt se) zunächst ab. Sie diskutieren ("Hören Sie auf mich Lady zu nennen, ich bin keine Lady... ich bin Anthropologin!") und fahren schließlich doch noch los. Mit dem denkwürdigen Oneliner "Popeye! Fahr los!" geht's dann ab. Tanja taucht und landet im Schloss... auf dem BETT natürlich wo sie direkt von zarten grünen Seidentüchern gefesselt wird. Eine Schlange nähert sich unter dem Laken... und verschwindet in Tanjas... naja, wo normalerweise nur die gemeine Hosenschlange hin darf, ya know. Ab jetzt: TOTAL POSSESSION!
Es geht direkt weiter mit zwei sturzbesoffenen Punks, die sich, im wahrsten Sinne des Wortes, bepissen vor lachen. Tanja steigt splitternackt aus dem Wasser und pimpert die Jungs ins Jenseits ("Los ran, bei der kriegste kein AIDS" oder "Na los komm, ich hab ne Prise Hasch im Auto"). Grandios! Schön noch die Lederjacke des einen Punks lässig über die Schulter geschwungen und schon geht's zur magischen Meditation in ein Hotelzimmer, wo direkt das Mobiliar per Wind und Lichtblitzen pulverisiert wird. Schnell noch einem Wachmann die Uzi gemopst und auf geht's ins Nachtleben, auf der Suche nach der Urenkelin des Superstechers, der die Königin besiegt hat. Die heißt Erica, ist sowas wie ein aufstrebendes Sternchen am Insel-Rockhimmel und wird ständig von Reportern verfolgt, sogar beim shoppen mit der besten Freundin ("Meine Schecks sind weniger gedeckt als 'ne Jungfrau").
Später am Abend fängt dann unser besessenes Mädel Tanja an wild in der Gegend rumzuballern und die, äh... Geschichte nimmt ihren Lauf.
Viel mehr will ich hier auch gar nicht spoilern. ‘Lady Terminator‘ ist absolut gespickt mit geiler Action, Titten, Blut, schwarzer Magie, Lichtblitzen, Zauberern, cheesy 80s Pop-Rock, Overacting, Car Chases, explodierenden Autos, Aalen, noch mehr Blut und Dialogen zum umfallen, Kostprobe gefällig? Gerne doch:

Hab' jetzt nur ich 'n Dejà Vu ...

"Alle drei sind mit abgerissenen Geschlechtsteilen aufgefunden worden."
"Könnte ein Tier gewesen sein."
"Im Bericht stand was von einem Aal."
"Ein Aal? Auf trockenem Land?"
"Also, ich habe gehört wie optimal geblasen wird... aber sowas hier ist unmöglich!"

Und natürlich wird James Camerons Terminator an allen Ecken und Enden zitiert. Finde ich das doof? Nein! Ich find's geil! Warum? Weil's rockt und einfach herrlich grenzdebil daherkommt. Filme wie ‘Lady Terminator‘ sind leider viel zu selten. Als Trashliebhaber bekommt man ja leider oft genug Langweiler allererster Kajüte vor den Latz geknallt. Hier wird dem Gros an einfallslosen westlichen Low Budget Filmern ein fieser Schlag ins Gesicht verpasst und grobe Unfähigkeit attestiert.
Natürlich ist der Streifen Unfug, ganz furchtbar grober Unfug sogar, aber ganz ehrlich, er rockt, scheiße verdammt, er rockt wie sonst nix jutes.
Hier werden am laufenden Band auf blutigste Art und Weise Leute erschossen, vorzugsweise mit einer Salve Kugeln direkt in die Kronjuwelen. Lady Terminator Tanja zieht eiskalt ihr Terminator-Dasein durch und überzeugt durch konstantes Bösegucken und fantastisches Overacting.

Öh... ja...

Mein Fazit: Was für ein Film! An alle Trashmaniacs: ANSCHAUEN! JETZT!


Goatscythe