Lady Frankenstein


‘Only The Monster She Made
Could Satisfy Her Strange Desires!’


Originaltitel: La figlia di Frankenstein (1971) Regie: Mel Welles, Aureliano Luppi
Drehbuch: Umberto Borsato, Edward Di Lorenzo, Egidio Gelso, Aureliano Luppi, Dick Randall, Mary Shelley & Mel Welles
Darsteller: Joseph Cotten, Rosalba Neri, Paul Muller FSK: ungeprüft


Herbert Fux, y'all!

Schon wieder dieser Frankenstein! Bin ich eben noch mit Luciano Pigozzi und zwei Neandertalern durch dessen ’Leichenfabrik’ gegurkt, lässt nun die Dame des Hauses bitten und zwar inszeniert von keinem geringeren als Corman-Darsteller Mel Welles (’Little Shop of Horrors’) und co-produziert von der italienischen Technicolor-Mafia.
Da zeigen sich schon in den ersten Minuten eindeutige Parallelen zwischen beiden Streifen: Superbunt das Ganze und durch die Handlung führen Baron Frankenstein, dessen Tochter und zahlreiche Handlanger, statt Pigozzi ist es hier Herbert Fux. Ziel hier wie da ist die Erschaffung eines künstlichen Lebewesens aus den Überresten diverser Gestalten, deren Körper skrupellos ausgeschlachtet und zu einer Ulk-Masse zusammengeknetet werden, die schließlich so aussieht…

Momentchen mal! Das kenn ich doch...

…und sich alsbald von der Bahre erhebt, um in der Gegend allerlei Unheil anzurichten. Das kommt davon, wenn man das defekte Gehirn eines Ex-Knackis in seinen Humanoiden-Bausatz einpflanzt. Frankenstein wird schließlich von der eigenen Kreation getötet, was seine Tochter Tania dazu veranlasst, Papis Erbe anzutreten und mit den irren Experimenten fortzufahren. Frei nach dem Motto: ’Eins ist keins!’ bastelt sich die Schnecke aus dem Körper des sexy aber doofen Hausdieners Thomas und dem Hirn des intelligenten aber zerknitterten Partners ihres Vaters einen Superstecher…

Leute, ich weiß nicht, wie es um euch bestellt ist...
aber ich und Lady F. sehen auf jeden Fall dasselbe.

Ay caramba und noch ein bunter Mad-Scientist-Spaß aus Italien... äh, ich meine natürlich internationale Ko-Produktion! Amerikanischer Regisseur, italienischer Co-Regisseur, britische Buchvorlage, amerikanischer Star (Joseph Cotton, ’Citizen Kane’), schweizerischer Co-Star (Paul Muller, ’Die Einsteiger’), österreichischer Handlanger (Herbert Fux, yay!), Farben aus Oz, Sets aus Transsylvanien, die Mentalität vom Melmac.
Hier schaukelt’s auf der Couch, wenn in bunten Laborsets die Reagenzkolben brodeln, die Herzdame die Brüste auspackt und ein Matschmaskenmonster zum Angriff auf kopulierendes Freiwild röhrt. Was wäre ein solcher Streifen ohne ominöse Gewitterstürme, brummende Terror-Musik und einen Fackeln, Grubber, Mistgabeln und Dreschflegel schwingenden Mob, der nach Gerechtigkeit brüllt, nur um schließlich Inneneinrichtungen zu demolieren.

Und während der Mob schon die Feste abfackelt...

Als Bonbon hat’s sogar noch Herbert Fux (ja, den kann ich gar nicht oft genug erwähnen), der hier so richtig schön vom Leder zieht, unanständige Angebote im Minutentakt macht und allgemein den Sleaze-Faktor nach oben peitscht. Gebt dem Mann eine Zigarre und setzt jedem willigen Trashgourmet diesen Film vor die Nase. Denen hat’s ’Lady Frankenstein’ spätesten bei der letzten Szene so richtig besorgt.

...geht's bei Lady Frankenstein und ihrem Macker weiterhin fleißig dabei.


Hudson