Frankensteins Kung Fu Monster

aka

Kung Fu Rider



Originaltitel: Kamen Raidaa Bui Surii tai Desutoron Kaijin (1973)
Regie: Minoru Yamada Drehbuch: Masaru Igami & Shotaro Ishinomori
Darsteller: Hideki Kawaguchi, Akiji Kobayashi, Hiroshi Miyauchi FSK: ungeprüft


Aber hallo! Wer ridert denn da zu fröhlicher Marschmusik auf Höllenbikes durch die Wüste? Ist es die Megaforce? Ist es Werner? Nein, es sind Frankensteins Kung Fu Monster!

“Wie kann denn ein Körper flüssig werden?“

Ganz einfach, durch die Macht des Minium-Kalzium des grausamen General Skorpion, der mit seinen Schergen durch’s wilde Nippon eumelt, Menschen zum Schmelzen bringt und dem Super Rider (aka Kamen Rider) den Garaus machen will.

Crouching Cobra
& Standing äh.. Fly?
Nach einigem Kung Fu-Gedrömel mit den schwarzen Luchadore-Masken-Helferlein (die rechte Hand mal gern zum Deutschen Gruß erhoben), führt es die Rider schließlich in die Festung von Skorpions Befehlshaber. Es kommt zu folgendem Dialog:
“Seien sie herzlich willkommen.“
“Was ist das für eine Stimme?“
“Ich will sie nicht länger im Unklaren lassen. Ich bin… Dr. Frankenstein.“
“Eine hübsche Geschichte. Aber sie sollten sich etwas besseres einfallen lassen… Frankenstein ist längst tot.“
“In diesem Punkt irren sie sich, meine Herren. Frankenstein lebt.“
“Und warum zeigen sie sich dann nicht?“
“Ich ziehe es vor, unsichtbar zu bleiben, aber meine Ziele haben sich nicht geändert. Ich will die Welt zerstören und mithilfe meiner Geschöpfe eine neue Ordnung schaffen. Und jeder, der sich mir dabei in den Weg stellt, der wird sterben. So wie sie!“ [rote Strahlen erscheinen]
“Uaargh!“
“Ich habe für sie einen wissenschaftlich besonders interessanten Tod ausgewählt. Diese neuartigen Infrastrahlen zerfressen die menschlichen Zellen, das Gewebe und die Knochen innerhalb weniger Minuten. Ihre Körper werden sich also in nichts auflösen. In diesem Sinne danke ich ihnen für ihr Opfer, das sie der Wissenschaft bringen.“

Was soll man hier noch groß ergänzen. Der Plot ist erklärt, die Figuren gesetzt. Auf, auf zur flotten Monster-Prügelei!

“Schau, das muss das Hauptquartier von Frankenstein sein.“
[Schaut durch ein Fernglas und sieht einen 10 m² Felsen aus dem Meer ragen, auf dem 2 Luchadore-Masken-Hoschies herumlatschen] “Ja.“

Is aber auch albern
Wer hat beim Betrachten solcher und ähnlicher Filme nicht schon öfter selbst den Gedanken gehabt: Warum nicht einfach mal bei einer solchen Schurken-Organisation anheuern? Arbeitszeiten sind flexibel, die Arbeitskleidung bequem, Aufstiegschancen scheinen gegeben… Man fängt an als Luchadore-Masken-Henchmen, arbeitet sich zum Luchadore-Masken-Laborant im weißen Laborkittel hoch, um schließlich seinen Abschluss als Luchadore-Masken-Type in menschlicher Verkleidung zu machen. Dann gibt es auch Weiterbildungsmöglichkeiten, die ein besseres Gehalt gewähren. Zum Beispiel eine Stelle als Außendienstmitarbeiter im Kung Fu-Monster-Dienst. Wahlweise als Pappschädel-Stier mit zwei Kanonen auf den Schultern, als Schlangen-Kopp mit Armtentakel, der nach 20 Metern Sturz beim Aufprall explodiert oder als menschliche Biene mit einer Injektionsnadel als Arm (nur drei Beispiele aus einem Potpourri des Kamen Rider-Universums).
Was optische und akkustische Albernheit angeht, nehmen sich Kung Fu Monster und Rider nicht viel. Letztere sind in hautengen Bodysuits unterwegs, tragen Helme mit Riesenaugen und lustigen Antennen und schreien Sachen wie “KUNG FU FIGHTING!“ “HIGH KICK SUPER RIDER!“ und “V DREI!“ (was sich anhört wie “HAU REIN!“)
Zu ihren endlosen und zahlreichen Trash-Fights erklingt fröhlich pfeifendes Trällern und Blasmusik. Ab und zu stimmt auch ein japanisch geungenes Leid an, dessen Text ich mir nur wie folgt übersetzen könnte:
“Schaut nur die Eierköppe, wie sie schreiend durch die Pampa hüpfen, teilen aus nach links und rechts, haben alle einen an der Klatsche. Das ist doof und es macht Spaß. Hei!“

Und das kann ruhig als Fazit gewertet werden.

Hau wech die Scheisse!



PS: Verpasst nicht die japanische Modenschau, zu säuseliger Fahrstuhlmusik (“.. und hier ist unser 5. Model. Mrs. Lili Chei. Sie trägt ein weißes Kleid mit roten Pünktchen und roter Schleife…“)
PPS: … und das abprubte Ende, komplett mit Archiv-Nuklearexplosion nach dem Tod des Oberbösewichtes und anschließendem Pfeifkonzert auf Motorrädern.


Hudson