Wir kommen und werden euch fressen

aka

Kung Fu Kannibalen



Originaltitel: Di yu wu men (1980) Regie: Tsui Hark
Drehbuch: Roy Szeto
Darsteller: Norman Chu, Kwok-choi Han, Eddy Ko FSK: ungeprüft


Irgendwo in China, zu einer Zeit, als der Hunger herrschte:

Erst die Ramen, dann die Damen
Auf einer kleinen abgelegenen Insel, die nur Versicherungsvertreter und Kopfgeldjäger auf ihren Routen haben, plagt die Einwohner ganz gewaltiger Kohldampf. Was will man machen? Ganz einfach: Handlungsreisende und andere unvorsichtige Besucher werden eingefangen, in den Kochtopf geworfen und dem Volk als Suppe ausgeliefert.
Ausgerechnet hier landet ein Bountyhunter (dessen Namen ich entweder vergessen habe, oder der nie genannt wurde), der auf der Suche nach einem Mörder ist. Nach kurzer Vorstellung beim Insel-Vorstand, haben sich bald alle Kannibalen des Eilands mitsamt ihrer Hackebeile an seine Fersen geheftet…

“Mein Lieber, wirst du auch nicht vergessen, mir ein Stück Herz mitzubringen?“
“Höh? Du hattest schon ein großes Stück Schinken. Wirst du niemals satt?“
“Du weißt doch, wie verrückt ich nach Herz bin!“
“Gut, aber dann will ich kein Wort mehr hören!“

Fleischer Fratze macht die Runde
’Kung Fu Kannibalen’ aka ’Wir kommen und werden euch fressen’ gilt als kleiner, schundiger Klassiker der Martial Arts-Exploitation und war eines der ersten selbstgedrehten Werke des späteren Tausendsassas Tsui Hark (’Once upon a time in China’).
Trotz absurdem Kannibal Fu, einigen heftigen Gore-Momenten und Slapstick-Einlagen mitsamt Humbug-Synchro, wollte sich die richtige Überknaller-Stimmung bei mir allerdings nicht einstellen. Sicherlich ist ’Wir kommen und werden euch fressen’ selbst für Eastern-Standards reichlich absurd und blutig, doch kommt der Film leider nicht ohne (Laber-)Längen aus und hat mit Spannung allgemein nicht viel am Hut.
Klares Highlight sind neben einigen optischen Finessen und netten Kameraeinstellungen, die flotten Kämpfe zwischen dem (von Thomas Danneberg synchronisierten) Protagonisten und den deppert maskierten Insulanern oder auch mal eine Auseinandersetzung mit einer liebestollen Kannibalen-Hünin. Vor allem beim Finale zieht Tsui Hark die Action mächtig an und ’Kung Fu Kannibalen’ hält endlich, was sein Titel und seine Fans versprochen haben. Während die Stunts, in Anbetracht des schmalen Budgets, recht eindrucksvoll sind, sollte man von den Darstellern und vor allem der musikalischen ’Geräuschkulisse’ allerdings nicht allzu viel erwarten.

Kanniballet der Dämlichkeiten

Fazit: Schwarzhumorige Over the Top-Exploitation der B-Klasse, Ost. Kaum der Kult-Hit, den mancher daraus machen möchte, aber bestens geeignet für einen bierlaunigen Abend in Eastern-Stimmung. Kannibalen und Kung Fu… Eastern-Fans werden’s schlucken, dem Trash fremde werden blöd kucken.


Hudson