Krieger und die Hexe, Der


"An age of mystery and magic... Of swords and sorcery.“


Originaltitel: Warrior and the Sorceress, The Regie: John Broderick
Drehhbuch: John C. Broderick , William Stout
Darsteller: David Carradine, Luke Askew, Maria Socas FSK: 16


Was haben Toshiro Mifune, Clint Eastwood und Bruce Willis gemeinsam? Genau, sie alle spielten schon mal den einen Einzelgänger, der in das eine Dorf kommt, in dem zwei rivalisierende Banden miteinander Krieg führen.

Der dicke Warlord Bal Caz
und sein Kumpel, der Waran!
Roger ’Stock Footage’ Corman glaubte wohl, eine geniale Idee zu haben, als er das von Altmeister Kurosawa in ’Yojimbo’ begründete Thema erneut benutzte. Er entschied sich für David Carradine in der ’Sanjuro/Mann ohne Namen’ Rolle und packte das Ganze in sein, aus ’Ein Königreich vor unserer Zeit’ und ’Barbarian Queen’ bekanntes, Fantasy-Reich.
So war es auch nur logisch, dass Carradine (zumindest in der engl. OV) seinen Rollennamen aus ’Königreich’ beibehielt: ’Dark One’ (Er trägt schwarz). Und da isser auch schon, ein grimmig dreinblickender (nennt man in Fachkreisen 'Chaotisch Neutral') Finsterer, der durch die Wüste stolpert. Er kommt in eine Stadt (ist die selbe wie in ’Königreich’), auf deren Hauptplatz (der gleiche wie in ’Königreich’) ein Brunnen in der Mitte steht (wie in ’Königreich’) mit bösen Soldaten drum herum. Der Brunnen ist hart umkämpft von den zwei erwähnten Banden. Eine wird von Zeg, einem übellaunigen General, angeführt. Die andere von Bal Caz, einer menschlichen Version von 'Jabba dem Hutten', der (genau wie Jabba) ein Reptilienwesen auf der Schulter zu sitzen hat, das als sein Ratgeber fungiert.
Ausser den Banden gibt es noch ’das Volk’, das sich in Form von verhüllten Hutzelwesen präsentiert.
Natürlich legt sich Finsti mit den Soldaten an, um den bösen Herrschern seine Stärke zu beweisen und allmählich in ihre Kreisen zu geraten.

Was folgt ist die bekannte Lahmlegung und Unterwanderung beider Banden durch den Finsterer, gepaart mit teilweise haarsträubendem Mumpitz. Als da wären:

Kaum in der Stadt, legt sich der
'Finsterer' (hier rechts im Bild)
mit der üblen Brunnen-Clique an!
Üble Schurken und mental benachteiligte Musgesichter in widerlichen Barbarenfilm-Dekadenzhöhlen, treffen auf nackte Frauen (laufen nackt rum, waschen nackt den Finsterer, werden nackt in Ketten geschlagen), brodelnde Töppe und einen sprechenden Riesenwaran. Armeen stehen sich schreiend gegenüber (Abstand 1,5 Meter), verstummen, fuchteln mit Schwertern, brüllen, verstummen, fuchteln und brüllen. Ganze anderthab Minuten dauert dieser Spass, während Carradine am Strassenrand sitzt und sich schlapp lacht.
Dann kommt der Kaufmann (mutierter Sklavenhändler) und die ’Schlacht’ ist vorbei. Am Ende wird das Volk (also die Hutzelmännchen) gegen die bösen Ursupatoren in die Schlacht geführt (natürlich nur mit Hilfe eines magischen Schwertes).
Ja, und zwischendurch killed ’Bill’ das selbe Monster wie in ’Königreich’ (wir erinnern uns: ’riesiges Spinnenoktopusgebiss’) und erwürgt eine tanzende Frau mit vier Brüsten. Weiha!

Zugegeben, die Idee, (’Sandalen-Yojimbo meets Pappschwerter & Gummibrüste’) ist garnicht mal so blöd. Was bei Kurosawa, Leone und Hill aber als 'spannend eingelegtes Komplott-Steak' auf der Pfanne brutzelte, ist bei Corman und seinem Regisseur John Broderick nur ein 'verkohltes Fellgamaschen-Würstchen'.

Oh nein, die Schweine haben
den Waran gekidnappt!
Die Darsteller hampeln, fuchteln, grinsen, schmollen und zetern auf Niveau einer Vorschulklasse beim Fahnenappell.
Regie, Kamera und Drehbuch passen sich der Haudrauf-Mentalität an und der einigermaßen erträgliche Score erinnert eher an einen Western. A propos Sound; laut Film macht man das effektivste Geräusch mit einem Gong immer noch, wenn man mit einem Flachen Segel dagegen kloppt.
Hinzu kommt wieder einmal Cormans unsägliche Verwurstung seines eigenen Materials. Die Kulissen sind allesamt aus 'Ein Königreich vor unserer Zeit’ übernommen, welches selbst zu großen Teilen aus Archiv-Material von ’Barbarian Queen’ bestand.

Fassen wir also zusammen: Ein Film mit gurkigen Darstellern, dessen Grundidee von einem der größten Filmemacher aller Zeiten geklaut wurde und dessen Sets von alten Sandalen-Schinken in die barbarische Pampa gekarrt wurde. Also?
Na gut, seien wir milde, denn zum kaputtlachen ist dieser Schmarren allemal. Das Cover mit dem muskulösen Carradine kriegt auch noch einen Punkt, genau wie der 'Salacious Crumb' Gedächtnis-Waran.

Hudson