Krieg der Roboter



Originaltitel: Guerra dei robot, La (1978)
Regie: Alfonso Brescia Drehbuch: Alfonso Brescia & Aldo Crudo
Darsteller: Antonio Sabato, Yanti Somer, Malisa Longo FSK: 16


Schauplatz: Eine futuristische Anlage, in deren Computer-Waschküchen geschäftige Italiener mit schwarzen Badekappen an bunten Apparaturen herumfuhrwerken. Alles scheint in Ordnung, bis plötzlich Außerirdische in silbernen Overalls, mit Prinz Eisenherz-Frisuren den Komplex stürmen… sagen wir gemächlichen Schrittes belagern und zwei der Wissenschaftler (ohne Badekappe) entführen.

SciFi at its cheapest!
Es stellt sich heraus, dass einer der beiden ein wichtiger Professor (Jacques Herlin) war, wichtig insofern, dass jetzt in der Anlage ein Reaktor am Überkochen ist und nur der alte Zausel weiß, wie man ihn abschalten kann. Ich hasse es, wenn so etwas passiert.
Raumfahrer-Ass Captain Boyd (Antonio Sabato) wird mit seiner Crew und dem Raumschiff ’Trissi’ auf eine Rettungsmission geschickt und der Zuschauer bekommt mehr Piepen, Blinken, Tuten und Leuchten im Cockpit, als er je im Leben vertragen kann (von den Frisuren und Grimassen der Crew fang ich gar nicht erst an). Bald landet man auf dem Planeten der versklavten Glatzköppe, befreit diese aus der Unterdrückung und verbündet sich mit ihnen. Danach geht’s zum Stern der außerirdischen Runzelfressen, wo der entführte Professor, mittlerweile hirngewaschen in einem blauen Zauberumhang vor ein paar Alien-Monitoren sitzt und sich keinen Deut um die tickende Reaktor-Zeitbombe schert…

“Can you understand, I’m leader of these people.“
“Yes, I understand, thanks to this electronic translator.”

Hairdo at its silliest!
Vom ‘Krieg der Sterne’ und dessen Erfolg beflügelt, von jeglichem Talent und Budget befreit und mit einer Resistenz gegen das natürliche Schamgefühl gesegnet machte, sich Alfonsio Brescia (’Iron Warrior’) mit einer Crew aus Technik-Krüppeln und einer Cast aus grinsenden, stierenden und unmöglich gekleideten Käseköppen auf, die Weiten des filmischen Mülleimers auszuloten. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das alles in einem Satz unterbringen könnte. Der Vollständigkeit halber ergänze ich ihn um ein paar Details:
Die Ausstattung: Neben den üblichen universellen, hautengen Polyester-Schlafanzügen und gelackten Outdoor-Bodysuits, fallen vor allem die willkürlich platzierten, ständig blinkenden Monitore und Amaturen auf, nicht nur im Cockpit und in der Einsatzzentrale, sondern überall, wo sie gerade hinpassten. Neben Laser-Ballereien, die keine sind (in Gegenwart der fast dauerhaften Tingel-Tüt-Brumm-Dröhn-Geräuschkulisse ist selten ein Sound-Effekt zu vernehmen) gibt es Gefechte mit Laserschwertern aus angestrahlter Alufolie und die “Raumschlachten“ gegen Ende sind so langatmig, dass es unmöglich ist, die schludrigen Zeichentrick-Effekte zu übersehen.
Die Besetzung: Antonio Sabato (’Riffs 2’)hat den Charme eines alkoholisierten Sportlehrers, Jacques Herlin (’ER - Stärker als Feuer und Eisen’) hat Probleme, seine Rolle zwischen Peter Cushing und Marty Feldman anzulegen (sein Antlitz kann fast unheimliche Ähnlichkeiten zu beiden vorweisen), Aldo Canti (’Yeti-Der Schneemensch kommt’) erinnert als gülden bemalter Kajal-Glatzkopp an Michael Berryman und Yanti Somer (’Vier Fäuste für ein Halleluja’) hat wohl die scheußlichste Kurzhaarfrisur, die jemals eine Frau im Film offen zur Schau tragen musste (der Schnitt war selbst zu DDR-Zeiten eine Strafe).

Bluescreen mal anders...

Fazit: Ausschuss-Schund aus dem Seiteneimer der italienischen Genre-Galaxie mit Effekten zum Eintüten und Darstellern, die Kappes reden bis die Beule platzt. Ihr müsstet den Schwachsinn selbst sehen, um ihn zu glauben. Aber das kann ich unmöglich empfehlen.


Hudson