Krieg der Infras



Originaltitel: Kamen Rider Super-1: The Movie (1981) Regie: Minoru Yamada
Darsteller: Hiroshi Miyauchi, Shunsuke Takasugi & Nobuo Tsukamoto FSK: 12


Die Guten

“Ein neues Abenteuer der Infra-Supermen!”
…tönt es und wir bekommen den Titel vor den Latz geknallt. Es folgen sinnlos aneinandergereihte Moto-Cross-Stunt-Szenen von maskierten Töffel-Brüdern, deren Hauruck-Gehopse von willkürlichen Freeze-Frames und Explosionen untermalt wird. Wenn einem solch eine Titelsequenz widerfährt, das ist schon eine Kopfnuss wert.

Die Bösen

Richtig los geht’s mit dem Normalbürger Feng Tsu, der beim Shoppen von zwielichtigen Typen betäubt und in ein ’Lair of Evil’ verschleppt, wo er gefesselt auf einem Liegestuhl aufwacht und von einer dubiosen Stimme aus dem Off zugetextet wird.
Diese unterbreitet ihm das Angebot, unter ihr die Welt zu beherrschen. Gegen Feng Tsus Einwände (“Wer spricht da eigentlich?“) gefeit, faselt die Stimme recht hypnotiesierend weiter auf den armen Jungen ein. Als der Gefangene endlich eine ruhige Minute bekommt, spaziert sein alter Uni-Prof Chen zur Tür herein und warnt ihn vor den Gestalten. Die sogenannte ’Satans-Bruderschaft’ hat sich dem absoluten Bösen verschrieben und zwingt den Wissenschaftler dazu, Gen-Verpflanzungen an Menschen vorzunehmen, welche diese in sklavische Monster verwandeln. Mit seiner Hilfe kann Feng Tsu fliehen und sich mit einem Leidensgenossen verbünden, mit dessen Hilfe (und einem Strahlengürtel der übermenschliche Kräfte verleiht) er nun gegen die Bruderschaft ins Feld zieht.

Die Doofen

Dies geschieht nicht in zivil, nein die Monstrositäten des Bösen, die ich in Ermangelung von Fachwissen einfach mal ’Krabbor’, ’Mottor’, ’Froschor’, ’Schlangor’, ’Kakerlakor’, ’Krötor’ und ’Stachelschweinor’ nenne (get the idea?), werden als ’Kamen-Rider-Super 1’ verwemst. In der deutschen Fassung wurden die Brüder, wie schon erwähnt, in ’Infra-Supermen’ umbenannt, wohl um als inoffizielles ’Invasion aus dem Inneren der Erde’-Sequel alte Fans herbeizuzaubern. Die Monster, deren Anführer ein asiatischer Opa im Dracula-Kostüm ist, haben es u.a. auf eine ’Schwerkraft-Formel’ abgesehen, welche die Neigung der Erdachse verändern kann (kommt mir bekannt vor) und wollen später ganze Städte vernichten. Na dann mal ran an den Speck!

“Heutzutage ist es so schwer, gutgekleidetes Personal zu finden!“

“Ausgeburten der Hölle, die jeder Beschreibung spotten!“ grölt’s im Trailer weiter. Vielleicht war ich ja gerade nicht ’in Stimmung’, aber das sinnlose Gekloppe bunt designter Monster-Köppe, das mich bei ’Invasion aus dem Inneren der Erde’ noch vom Stuhl geworfen hat, brachte bei ’Krieg der Infras’ gerade noch ein müdes Kippeln hervor.
Freilich hat’s hier ein Roboter-Weib im Pharao-Kostüm, Menschen, die durch Badeschaum teleportiert werden, quietschende Henchmen, die in Luchador-Masken und Skelett-Bodysuits gekleidet durch’s Labor des Bösen eilen und sich um einen Teddy-Bär kloppen. Das klingt brillant, ist aber halb so wild. Dazu gibt es zwei Helden, deren Erscheinung Mama Leone im Vorbeigehen mit der treffendsten aller Definitionen bedachte: “Die sehen ja aus wie Bienchen!“

“Jetzt besser, Meister?“

Dass der Film aus Teilen einer Fernseh-Serie zusammengeschustert wurde, merkt man deutlich, da die Handlung noch dünner und dümmer ist, als in jedem vergleichbaren Werk und sogar die dubiose Stimme aus dem Off sagt zu Chinese Dracula: “Der Mummenschanz, den du aufgezogen hast, um die Menschheit in Schrecken zu versetzen, wird langsam kindisch.“
Fett machen den Kohl nur die comichaften Kämpfe die von (nochmal so) comichaften Sounds und Swing-Musik begleitet werden. Die Choreographien sind lächerlich und dementsprechend auf Trash-Niveau unterhaltsam, was (um hier mal auf den Punkt zu kommen) auf die gesamten 70 Minuten zutrifft.

Hudson