Kosmokiller – Sie fressen alles


‘Mankind vs. the ultimate eating machine.’


Originaltitel: Return of the Aliens: The Deadly Spawn (1983) FSK: 18
Regie: Douglas McKeown Drehbuch: Ted A. Bohus & Douglas McKeown
Darsteller: Charles George Hildebrandt, Tom DeFranco, Richard Lee Porter


Die Augsburger Puppenkiste?
Nein, nur eine völlig verhunzte Pappmaché-Landschaft, auf der ein außerirdischer Meteorit bruchlandet, die den Zuschauer hier begrüßt.

Charlie starrt das Monster an...
Kurze Zeit später sind auch schon die ersten ansässigen Camper verreckt, denn im gecrashten Himmelskörper lauerten kleine fiese WurmAliens, die titelgebenden ’Kosmokiller’. Diese nisten sich im Keller eines Hauses der naheliegenden Stadt ein und beginnen, einen Einheimischen nach dem anderen zu verspeisen und immer mehr Nachwuchs zu produzieren. Da sind sie bei dem furchtlosen Horror-Fanboy Charlie aber an der falschen Adresse. Mithilfe seiner Freunde versucht er, der außerirdischen Plage die Stirn zu bieten.

So kurz diese Inhaltsgabe dahingekotzt ist, so mager ist auch der Plot, der dieses 80er jahre B-Movie über 80 Minuten streckt.
Zu den Darstellern lässt sich weder gutes noch schlechtes sagen. Die Musik ist allerdings so unterdurchschnittlich, wie das Bild grobkörnig ist. Monster-Design und Gore-Effekte sind für einen Film dieser Machart allerdings verdammt gut gelungen.

...das Monster starrt zurück!
Freilich sehen die Kosmokiller ein wenig aus, wie eine grantige Version des ’Spinnen-Oktopus-Gebiss’ aus Cormans Barbaren-Filmen, aber wenn die zubeißen färbt sich die Mattscheibe rot und Gorehounds bekommen eine handfeste Portion Grütze auf den Löffel. Zudem gibt es die kleinen Bister in jeder Ausführung: Kosmokiller im Mixer, im Essen oder in der Spühle, garniert mit Petersislie. Also allerlei alberne Interferenzen, während uns Musik aus dem Blasrohr des Grauens ans Trommelfell klopft. Gelegentlich weiß der Film sogar mit (hoffentlich) nicht ganz ernstgemeinte Gesprächsefetzen zu unterhalten („Wie magst du die Eier?“ „Was für ’ne Sorte?“ „Von Hühnern!“). Die Zuschauer müssen aber auch einige arg seltsame Szenen überstehen. Zum Beispiel, als Charlie im Keller die Monster entdeckt und sich beide Parteien minutenlang (!) fixieren (jaja, ich hab schon geschnallt, dass die Viecher besser hören als sehen), bis man auf dieser Seite des Bildschirms nur noch ruft: „Mensch, hau endlich ab!“ bzw. „Mensch, friss den endlich!“, je nachdem wie man veranlagt ist.
Trotzdem muss man diesem Film zu Gute halten, dass er vor den ’Gremlins’, ’Critters’ und ’Creeps’ kam, und die letzte Einstellung ist ein echter Knaller, der meine unqualifizierte ’Augsburger Puppenkiste’ Bemerkung eingangs komplett relativiert.

Ein abspenstiger Vegetarier?

’Kosmokiller’ kann ich am ehesten als filmischen Horror-Snack für zwischendurch beschreiben. Quasi eine Splatter-Wurst mit schlechter Bildqualität, gelungenen Monster/Gore FX, eingeschweißt in eine hauchdünne Story. Doch Vorsicht:
Vor Verzehr Folie entfernen!

Hudson