King Kong lebt


‘America's Biggest Hero is back...and He is not happy.’


Originaltitel: King Kong Lives (1986) Regie: John Guillermin
Drehbuch: Steven Pressfield & Ronald Shusett
Darsteller: Linda Hamilton, Brian Kerwin, John Ashton FSK: 12


King Kong lebt...

…und liegt auf der größten Intensivstation der Welt, in Atlanta. Seine Hausärztin Amy Franklin (Linda Hamilton, ’Terminator’) ist besorgt. Der Beschuss aus Helikopeterkanonen und der Fall vom 'World Trade Center' (im Vorgänger ’King Kong’ von 1976) hat dem Riesenaffen ziemlich zu schaffen gemacht und er benötigt ganz dringend eine Blutinfusion … seit zehn Jahren.

"Sarah Connor?"
Derweil im Regenwald: Hank Mitchell (Brian Kerwin), ein Vagabund und Eseltreiber, will gerade seine Herde zur Tränke bringen, als er plötzlich auf einen zweiten Riesenaffen stößt. Und kaum zu glauben: Es ist ein Weibchen (hat auch Brüste!). Schnell nimmt er Kontakt mit Atlanta auf und verschachert seine Äffin für eine handvoll Dollar.
Nun werden mit Riesensägen (nur echt mit ’Warning: Scharfe Säge’ Aufklebern) die beiden Tiere aufgeschnitten und mithilfe von Aderklemmen, groß wie Rohrzangen, von Affe zu Affe Blut verlegt und dem ollen Kong ein neues Plaste-Herz transplantiert.
Kaum aus dem Koma erwacht, schnuppert dieser dann auch schon die Präsenz des Weibchens (Jessica Lange hat der Casanova wohl schon wieder vergessen), spielt verrückt und flieht mit seiner neuen Eroberung. Amy und Hank bleibt nichts anderes übrig, als die beiden Turteltauben zu verfolgen und kommen sich selbst bald näher. Doch auch das Militär, unter der Führung des schießwütigen Col. Nevitt (John Ashton, ’Hardball’) ist dem gigantischen Primaten-Pasch auf den Fersen…

Kong & die Helicops
Naja, ihr habt es vielleicht schon selber herausgelesen: Hier gibt es allerlei Quatsch mit Sosse, aber ohne jegliche Beilagen. Nicht wirklich viel gibt es zu bestaunen, in John Guillermans Nachfolger zu seinem 76'er Re-Make des Monsterklassiker ’King Kong’, außer der Schande, dass der einstmalige ’King of all Monsters’ zum tapsigen ’Running (Stomping?) Gag’ verkommt.
Kong frißt Gummi-Krokos, legt sich mit Hillbillies an, latscht auf einen Lamborghini, jault auf dem Golfplatz rum und und und…und es nimmt keine Ende.
Die Schaupieler wehren sich kein bißchen gegen die ihnen auferlegten Rollenklischees. Linda Hamilton kuckt erst besorgt später betroffen, John Ashton ist das ’böse Abbild’ des Militärs (erst schießen dann die WWF rufen) und Brian Kerwin versucht den rauhen Smartie zu geben, ist aber gerademal ein blasser M&M. Über die Musik kann ich nicht das geringste Urteil fällen, ich habe doch tatsächlich vegessen darauf zu achten (Hm, ob das für Qualität spricht?). Die Ausstattung (sprich Gummikostüme, Spielzeug-Modellgebäude und Militär-Vehikel) sind wahrscheinlich aus alten ’Toho’ Beständen und wurden bestimmt schon das eine oder andere Mal von Godzilla und Co. attackiert.

"Hey, nennen wir ihn Big-Foot!"

’King Kong lebt’ … gerade wieder in den Kinos (Dez. ’05), aber im vorliegenden Film kann ich nix königliches entdecken. Nur einen traurigen Gummiaffen, mit Frau und Kind und jeder Menge Papp-Pathos. Ein solch einfältiges Bausatz-Epos braucht kein Mensch und echte ’Kong’ Fans meiden diesen Schinken sowieso, wenn sie sich ihr Idol nicht vermiesen lassen wollen.

Hudson