Komodo - The Living Terror


‘On Emerald Island, you are at the bottom of the food chain.’


Originaltitel: Komodo (1999)
Regie: Michael Lantieri Drehbuch: Hans Bauer & Craig Mitchell
Darsteller: Jill Hennessy, Billy Burke, Kevin Zegers FSK: 16


Ihr kennt die Story. Es war einmal in den ölverseuchten Sümpfen irgendeiner Insel, in denen irgendein versiffter Truckfahrer eine Ladung stinkende Echseneier entsorgt.

Echse im Nacken
Achse am Knacken
19 Jahre später hat sich deren Inhalt in riesige, menschenfressende Tiermonster verwandelt, mehr eine Laune lustloser Drehbuchautoren, denn eine Laune der Natur. Trotzdem sind wir immer noch nicht bei der Haupthandlung, denn jetzt müssen erst einmal die Eltern von Teenagar Patrick von jenen Biestern, es sind Riesenwarane, gefressen werden, was dem Jungen ein handfestes Trauma beschert.
Nochmal’n paar Jahre später und wir sind im psychologischen Dilemma. Der Junge soll geheilt werden und was macht man da? Ganz klar, zurück auf die Insel, das hat schließlich auch Ellen Ripley damals geholfen. Mit Tante Annie und Psychotante Victoria also aufi ins Reich der Killerwarane, die natürlich immernoch gierig im Gestrüpp lauern und die Fauna der Insel schon leergefressen haben. Ein Öltycoon, der das schwarze Blut der Insel in den letzten Jahren in vollen Zügen ausgeschöpft hat, kann Besucher allerdings gar nicht gebrauchen und schickt bald ein paar Handlanger ins Feld, die der Situation ihre eigene Note verpassen sollen…

Krokodile in der Kanalisation?
Also schön, erstmal die guten Nachrichten: Die FX sind echt toll. Kein Wunder, hier war das ’Tippett Studio’ am Werk und das hat schließlich schon einige visuelle Glanztaten vollbracht. Auch Regisseur Michael Lantieri ist sonst eher als Special Effects Profi unterwegs (etwa bei ’Fluch der Karibik 2’ oder ’Hulk’) und auch wenn der Film in der Regie nicht halb so schwächelt, wie in Sachen Plot, merkt man ihm das Augenmerk auf optischen Budenzauber auch an. (’Komodo’ sollte auch Lantieris erste und letzte Regiearbeit sein.) Sieht man von den exzellent mittels Computer, als auch praktisch animierten Kreaturen ab, bleibt nur der übliche Genre-Hubbabubba kleben. Protagonisten, Monster und die dritte Fraktion, die uns mal wieder zeigt, dass der Mensch doch schlimmer ist, als jedes wilde Biest (mit Ausnahme von Flopper, dem bösen Delfin, jeder hasst ihn, den ollen Delfin… sorry). Dem Hauptcharakter einen seelischen Schaden der Marke “Ich bin traumatisiert. Ich will nicht beachtet werden, also bitte beachtet mich!“ zu verpassen, ist schon ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, nur leider fideln die anderen Geigen da nicht mit und als der Junge dann nach dem 2. Drittel zum ’Herr der Fliegen’ wird, ist der ganze schöne Ansatz in den Topf mit der Aufschrift ’Absurd’ gefallen. (Leider ist’s nicht absurd genug, um den ganzen Film auf diese amüsante “ABSURD!“-Schiene zu drücken.)

Echsplosion...

Letztenendes kämpfen hier ausgezeichnete Creature FX, ein paar nette Shocks und ein anständiger Score gegen einen fade linearen Plot, ein unbefriedigendes Ende und altbackene Klischees en Gros. Ja, ich weiß: Klischees funktionieren oft, aber nicht so oft, wie ich sie schon in diesem Subgenre gesehen habe. Wenn ihr euch darüber keine Gedanken macht und auch sonst jeden Tierhorrorhappen mitnehmt, dann … ach dann bratet euch doch’n Storch!


Hudson