Kommando Leopard


‘Hard as stone soldiers of fortune fighting to survive.’


Originaltitel: Kommando Leopard (1985)
Regie: Antonio Margheriti Drehbuch: Roy Nelson
Darsteller: Lewis Collins, Klaus Kinski, Manfred Lehmann FSK: 16


Guerilla-Schnitzeljagd
In einem südamerikanischen Bananenstaat ist der Freiheitskämpfer Enrice Carrasco (Lewis Collins) mit seinen Männern unterwegs, um den korrupten Presidente zu stürzen, der das Volk mittels der Miliz seines Handlanger Silveira (Klaus Kinski) in Schach hält. Nachdem sie mit Hilfe des Ingenieurs José (Thomas Danneberg!) einen Staudamm in die Luft gejagt haben und die Bewohner eines nahegelegenen Dorfes, in dem sie Unterschlupf finden, dadurch in großes Ungück stürzen (Stichwort: Hubschrauber mit Flammenwefern!), wird Carrascos Gruppe zersprengt. Seine Freundin findet mit einigen verletzten Zuflucht im Krankenhaus des Priesters Julio (Manfred Lehmann), der sich auf ihre Seite schlägt. Als einer der Guerllieros von Silveiras Männern gefangen genommen wird, erlangt er wichtige Informationen, die entscheiden für den Kampf der Rebellen sein könnte. Nachdem ihm tatsächlich die Flucht gelingt, mobilisieren die wiedervereinten Rebellen ihre Kräfte und machen sich die Informationen zu Nutze. Sie wissen nicht, dass sie damit direkt in eine hinterhältige Falle geraten, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint…

Danneberg macht schlapp
Anthony M. Dawson (alias Antonio Margheriti) schien tatsächlich etwas für Söldner, Guerillas und Spezialkommandos übrig zu haben. Vor ’Kommando Leopard’ hatte er bereits die ’Jäger der Apocalypse’ und das Höllenkommando zur Ewigkeit’ durch die grüne Hölle geschickt und die beiden ’Indio’s sorgten Ende der Achtziger für ähnlichen Aufruhr im Dschungel.
Besser noch als in jenen Werken oftmals eher fragwürdiger Actionkost, gelingt es ihm hier, eine halbwegs mitreißende Story zu konstruieren, die das knallige Drumherum rechtfertigt, und nicht umgekehrt.
Die Schießereien und Stunts im explodierenden Höllenfeuer sind handfest arrangiert und mit Miniaturen und Modellen schafft er es, die Sprengung eines Staudamms und den Absturz einer Passagiermaschine gekonnt darzustellen. Handwerklich ist der Film durch und durch brauchbar in Szene gesetzt, schön fotografiert und mit Musik von Meister Morricone versehen, die nicht unbedingt an seine Western-Werke erinnert, aber trotzdem gefällt. Die Darsteller holte Margherithi beinahe komplett von seinem ’84er Genre-Beitrag ’Geheimcode: Wildgänse’ auf die Besetzungsliste. Lewis Collins erinnert ein wenig an den jungen Cameron Mitchell, John Steiner (Sinbad – Herr der Sieben Meere’) beweist, dass es auch ohne Over-Acting geht und Kinski verkörpert die Gewissenlosigkeit einmal mehr bis zur Perfektion.

Kinski macht Ernst
Ein witziger Aspekt des Filmes für den deutschen Zuschauer, ist die Teilnahme zweier deutscher Schaupieler, deren Gesichter weniger bekannt sind, als ihre Stimmen. Manfred Lehmann (die einzigartige Stimme von Bruce Willis, Kurt Russell und vielen anderen) und Thomas Danneberg (unser aller Leib- und Magensynchronisator, u.a. von Stallone, Travolta, Schwarzenegger & Cleese) geben sich hier die Ehre in Fleisch und Blut. Lehmann, der (wenn er denn schonmal auf dem Bildschrim zu sehen ist) meist Fieslinge spielt, gibt hier ausgerechnet einen Mann Gottes, der Gewalt ablehnt und versucht zu vermitteln. Das Beste ist: Man kauft ihm diesen gelungenen Auftritt völlig ab. Thomas Dannebergs Part ist leider viel zu kurz. Immerhin schafft er es, Klaus Kinski anzuspucken (!!!) und wird zudem (da er selber in der deutschen Fassung Hauptdarsteller Collins seine Stimme lieh) von Synchron-Gott Rainer Brandt vertont.

Die Bösen machen Feuer

Fazit: Söldner-Action der gehobenen Art, in der sich großartiger Krawumm und eine ansprechende Geschichte tatsächlich miteinander verbinden lassen. Ein gefälliger Morricone-Score, zwei unserer besten Synchronsprecher in Nebenrollen und Klaus Kinski garantieren Kurzweil für Fans dieser Filmgattung. Und Hubschrauber mit Flammenwerfern sind einfach ganz großes Kino!


Hudson