Kommando der Frauen



Originaltitel: The Doll Squad (1973)
Regie: Ted V. Mikels Drehbuch: Pam Eddy, Ted V. Mikels & Jack Richesin
Darsteller: Michael Ansara, Francine York, Anthony Eisley FSK: ungeprüft


Leute, vergesst James Bond und seine maskulinen Möchtegern-Nachahmer! Hier kommt der Funky-Feel-Exploitation-Shit in Form von ein paar knallharten Bräuten, die auf den Nischel geben, bis der Blutstau die Hemmschwelle zum Hirnriss sprengt.

Lookin' Good...

Die Damen, im Film ’das Mädchendezernat’ genannt, kommen zum Einsatz, als eine Terror-Organisation den Start einer Rakete sabotiert und dem CIA einfach keine anderen Optionen bleiben. (…als die paar knallharten Bräute loszuschicken, um Ärsche zu treten.) Hinter den Terroristen steckt ein alter Bekannter der ’Dezernat’-Leiterin Sabrina und der will mehr als Geld und Reichtum, er will die ganze Welt ins Unglück stürzen oder erpressen, am besten beides. Die Vertreter aller Schurkenstaaten werden sich demnächst bei ihm versammeln, um zu diesem Zweck ein tödliches Virus einzusacken. Dem ’Mädchendezernat’ bleibt nicht viel Zeit, um die Wahnsinnigen zu stoppen. Bis die Mädels endlich ins Hauptquartier der Schufte eindringen können, gibt es aber noch einiges an Agenten-Allerlei zu erledigen. Beispielsweise Leuten von der Gegenseite mit einem Flammenwerfer-Zippo die Gesichtszüge anzukokeln und Maulwürfe durch Dialoge wie folgenden zu entlarven:

“Wir brauchen deine Hilfe, SQ 6.“
“Wir. Wer ist denn wir?“
“Ich glaube es geht um euer Treffen, das ihr morgen abend habt. SQ 5 ist etwas zugestoßen. Deshalb haben mich die anderen geschickt, damit ich dich zu ihnen führe.“
“Wie lautet das Codewort dieser Operation.“
“Och, sie haben gesagt, sie würden dich schon idenni… identifizieren, wenn du kommst. Sie warten drüben auf dem Parkplatz.“

Kickin' Asses...

Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
Und ein Schelm, wer Ted V. Mikels (’Die Leichenmühle’) keine unterhaltsame Exploitation-Unterhaltung zutraut. Der Mann hat mit ’The Doll Squad’ einen astreinen Agenten-Humbug der Sonderklasse hingezaubert. Da kann man ruhig mal applaudieren.
Wer eine ungefähre Vorstellung von ’Kommando der Frauen’ haben will, muss sich die ’Eine Handvoll Yen’ Episode aus ’Kentucky Fried Movie’ denken, nur halt ’ernst’ gemeint und mit ein paar PinUp-Häschen anstelle von Evan Kim und einem pornösen Global Player anstelle von Master Bong Soo Han. Hier gibt es herrlich sinnlose Gewalt, bekloppte Weltherrschaftspläne und eine elektrisierende Beziehung zwischen Heldin und Bösewicht (Wie bescheuert war bitte ihr letztes Zusammentreffen? Dafür gibt’s gleich noch einmal ’nen Extra-Applaus!). Endlich auch mal ein Film dieser Art, der Untergebenen-Unmut kund tut (“Für die da bin ich ein König!“ “Ich muss doch sehr bitten.“), der Stock Footage und Zeichentrick-Effekte glaubhauft benutzt, der zeigt, dass auch ein Flammenwerfer Ladehemmungen haben kann und der ein paar vollbusige Killermiezen zu Full-On-Funky-Music ein ganzes Nest voller dämlicher Machinegun-Henchmen auslöschen lässt.

Charming Men...

“Was ist das für ein Virus, den deine Leute überall verteilen.“
“Der Schlüssel zum Imperium: Beulenpest!“
(zeigt einen Rattenkäfig)
“Wenn einmal meine Ratten überall auf der ganzen Welt verteilt sind, werde ich bekommen, was immer ich will!““

Solche Sprüche hört man sonst nur von den Overlords irgendwelcher Endzeit-Filmchen. Passt hier aber trotzdem gut ins Bild. ’Kommando der Frauen’ wirkt, als hätte Russ Meyer einen Agentenfilm nach einem Drehbuch von Jack Hill gemacht. Das Teil ist so schippe dämlich, wie es funky ist. Zuschlagen bevor’s ein anderer macht!

And KILLING'EM!

PS: Ach wie sehr wünschte ich mir ein Crossover mit dem ’Kommando der Frauen’ (’Doll Squad’) und dem ’Söldnerkommando’ (’Kill Squad’).
PPS: Und Tarantino hat diesen Film ganz sicher auch gesehen. Stichwort: Das zweite Auge muss auch noch raus!
PPPS: Die gute Wertung hat sich ’Kommando der Frauen’ schließlich durch den Credit-Song ’Sabrina’ verdient. Soviel bekloppte Dreistigkeit muss einfach belohnt werden!


Hudson