Der Koloss von Konga


‘Action...Excitement...Spectacle
beyond your wildest dreams!’


Originaltitel: Xing xing wang (1977) Regie: Meng Hua Ho Drehbuch: Kuang Ni
Darsteller: Evelyne Kraft, Danny Lee, Feng Ku FSK: 12


Zitat: “Du sollst für mich nach Indien gehen. Ich geh auch mit. Aber saufen ist da nicht mehr. Wir wollen Wild jagen, wie du noch niemals eins gesehen hast.“
“In Ordnung, ich geh mit. Mein Mädchen ist mir weg gelaufen.“

Es bedarf keiner großen Überzeugungsgabe, Shen Fu (Danny Lee) zu überreden, mit dem gewieften Geschäftsmann Lu Tien (Feng Ku) in den indischen Dschungel zu reisen, wo im Dorfe Konga vor kurzem ein Erdbeben den Homo Pekinensis, einen entfernten Verwandten King Kongs, aus dem Boden spuckte. Nachdem die Expedition immer mehr Opfer auf dem Weg nach Konga einfordert, verlässt der frustrierte Lu Tien den ahnungslosen Shen schließlich mitsamt den restlichen Sherpas. Just am nächsten Morgen taucht der Koloss endlich auf und attackiert den allein gelassenen Jäger, der in letzter Sekunde von einer blonden Maid im Fell-Bikini gerettet wird. Das Mädchen ist Samantha, die einzige Überlebende eines Flugzeugabsturzes vor 12 Jahren und enge Freundin von Utam (so nennt sie den Affen und nein, nicht so eng, ihr Ferkel). Es dauert nicht lange, da haben sich Shen und Samantha verliebt (das geht schnell, wenn du einer Braut Schlangengift aus dem Oberschenkel zutschen musst) und man entschließt sich, mit Utam im Handgepäck die Zivilisation aufzusuchen. Als die drei am Taj Mahal ankommen, wittert Lu Tien die Chance seines Lebens. Der gewiefte und reichlich skrupellose Unternehmer zieht die Carl Denham-Nummer durch und bringt Utam in Ketten in die große Stadt. Der Rest ist (bekannte) Geschichte…

“Hey, was’n los?“
“Da is’n Gorilla. Ein Riesengorilla!“
“Vor ’nem Gorilla brauchst du doch nicht wegzulaufen. Meine Frau ist auch’n Gorilla.“
“Was sagst du da? Ich’n Gorilla?“

Taj Mahal - Touchy Subject
’Der Koloss von Konga’ aka ’The Mighty Peking Man’ ist die hauseigene ’King Kong’-Version der legendären Shaw Brothers und, arrangiert man sich erst einmal mit dem trashigen Charme der ’Monsteraffe läuft Amok’-Story, ein Riesenspaß.
Wenn sich während einer ’Falling in Love’-Montage zur passenden Pop-Ballade eine Romanze zwischen ’Inframan’ Danny Lee und Blondie Evelyn Kraft anbahnt, später Monstertrucks in einem Destruction Derby den Koloss in Ketten über den Sand schleifen und schließlich Spielzeug-Panzer und Modell-Hubschrauber von Playmobil-Sets auf einen Mann im flauschigen Affenkostüm mit Knautschfresse ballern, muss man schon verdammt abgebrüht sein, um nicht in humor-lastige Begeisterungsstürme auszubrechen.
Mit lustigem Eingeborenen-Kauderwelsch (“Hier, Massei! Große Fuß! Is’ viel mehr groß als Fuß von Yeti.“) und donnerndem Off-Erzähler-Tamtam (“Das Geschöpf, das sich hier aus den Bergtrümmern frei wühlte, übertraf nach Augenzeugen alles, was jemals vom Yeti bekannt geworden ist.“) gibt es auch dialog-technisch einiges zu lachen.
Shaw-Adepten Danny Lee (‘Invasion aus dem Inneren der Erde’) und Feng Ku (’King Fu’) machen ihre Sache, jeweils als strahlender Held und schmieriger Schurke, sehr gut und über die sowohl niedliche, als auch robuste Evelyn Kraft (’Lady Dracula’) im Fellschürzchen mokieren sich höchstens stocksteife Feministinnen und Spielverderber.


Die Special FX sind über alle Maßen naiv und genau so unterhaltsam. Eine Elefanten-Stampede im Rückprojektions-Verfahren (das auch im Folgenden, z.B. während des Erdbebens in Verbindung mit Mini-Sets genutzt wird), ein paar gefährlich aussehende Tier-Stunts und ein unglaublich dilettantischer Verstümmelungs-Effekt lassen die Grenze zwischen ’Mitlachen’ und ’Auslachen’ verschwimmen. Von den ’Riesiger Pelzfuß latscht auf flüchtende Passanten’-Szenen gar nicht zu reden.

“Wo ist das Mädchen?“
“Ich weiß nicht. Man muss sie suchen. Sie trägt’n Lendenschurz und’n Lederfetzen oben rum. Das kann doch nicht so schwer sein, sie zu finden.“
“Nur mit’m Lendenschurz? Natürlich finden wir die! Alle Streifenwagen werden dazu eingesetzt.“

Don't bother the apes! Leave all the apes alone!

Ich brauchte zwei Anläufe, um die Qualitäten des ’Koloss von Konga’ schätzen zu wissen.
Das hier ist spezielle Unterhaltung für ein spezielles Publikum. Ich möchte behaupten, die Art von Leuten, die auf FilmFlausen regelmäßig vorbeischauen, ist bei diesem Streifen bestens aufgehoben.


Hudson