Cyborg Warriors


‘He said it takes a cyborg to kill a cyborg. She's going to prove him dead wrong.’


Originaltitel: Knights (1993) Regie & Drehbuch: Albert Pyun
Darsteller: Kathy Long, Kris Kristofferson, Lance Henriksen FSK: 16


Mit den Cyborgs hat er’s ja, der Albert, der Pyun. Ob nun mit Jean Claude van Damme (’Cyborg’), mit Oliver Gruner (’Nemesis’) oder Rutger Hauer (’Omega Doom’); Keulen aus Stahl spielen seither eine zentrale Rolle im Werk des hawaiianischen Schund-Regisseurs.

“We celebrate the battle with the spilling of blood.”

Gibt den Anti-Bishop:
Lance Henriksen
1993, inmitten seiner ’Everything’s better with Cyborgs’-Schaffensphase, schickte Pyun den schon recht angealterten Kris Kristofferson (’Konvoi’) gegen den Vorzeige-Androiden Lance Henriksen (’Mindripper’) und einschlägig bekannte Brutalinskis (Vincent Klyn, Scott Paulin, Gary Daniels) in die postapokalyptische Wüstenei, um ein Mädchen (Kathy Long) die hohe Kunst des Ärschetretens zu lehren und die Welt vor seinen bösen Cyborg-Brüdern zu retten. Diese mit mechanischen Extremitäten und ’Böse Mimik’- Betriebssystemen ausgestatteten Schurken der Elektro-Innung haben nicht nur Jahre zuvor die Familie der jungen Dame versklavt, nein, sie planen überhaupt die gesamte Menschheit ins Joch der Sklaverei zu spannen. Nicht zuletzt, weil sie deren Blut benötigen. An dieser Stelle möchte ich etwaige Lacher unterbinden und zugeben, dass ich den Inhalt des Filmes möglicherweise falsch wiedergebe.
Ich meine, wir haben es hier mit ca. zehn Cyborgs zu tun, welche die Menschheit zu Nahrungszwecken ausbeuten will. Eine Menschheit, die ihnen auch nach dem Big Bang zahlenmäßig weit überlegen ist. Kann schon sein, dass ich da was falsch verstanden habe. Wenn nicht, dann Prost, Albert!
Die anständig inszenierten Kämpfe sind das Salz in dieser vornehmlich bunt gehaltenen P.A.-Pampe, werden jedoch immer wieder von Wüstenwanderungen mit banalen Dialogen (“I’m a cyborg, Nea. I’m not alive.”) und den üblichen Genre-Klischettos (Trainingsmontage, Arena-Fight, Synthie-Rotz aus den Boxen) unterwandert.

Unser Kris. Frei nach
seinem letzten Album:
Closer to the Bone
Kris Kristoffersons Performance als ’eingerostet’ zu bezeichnen, ist weder eine allzu clevere Bemerkung, noch ein allzu herzliches Kompliment, aber seine knittrige Mimik kann mit seiner körperlichen Fitness kaum mithalten. Besseres sind wir auch von Lance Henriksen gewohnt, der hier inbrünstig den krassen Kybernetik-Kasper spielt, während Vincent Klyn (’Gangland L.A.’) als halbnackter Arena-Affe posiert und Gary Daniels mit amüsanter ’Wenn schon Cyborg, dann bitte mit geiler Superblondie-Matte!’-Einstellung den Gegnern vor die Omme tritt. Ein Cameo von Pyun-Regular Tim ’Trancers’ Thomerson rundet das Drittligisten-Spiel immerhin auf der Besetzungscouch ab.
Trotz all seiner unübersehbaren Unzulänglichkeiten hat mich ’Cyborg Warriors’ aka ‘Knights’ zuweilen reichlich amüsiert. Spätestens, wenn die Protagonistin kurz vor dem Abspann (und nachdem einer ihrer Gegner auf einem Paraglider in den Grand Canyon abdüst und somit für einen aalglatten Cliffhanger sorgt) mit dünner Stimme die Möglichkeit eines Sequels (zu dem es niemals kommen wird) aus dem Off ankündet, kann man Pyun schon nicht mehr böse sein.

“The search for my brother would eventually lead us across time and space. Far beyond Cyborg City and Genesis. And finally at the edge of the universe. But before that, there would be many battles and many glorious adventures.”

Es gibt sie noch: Cyborg-Filme, in denen tatsächlich Cyborgs rumhängen.

Ja, komm. Lass gut sein, Albert. Den Versuch war's wert. Fans schlecht abgeschmeckter Endzeit-Mischen und Pyun-Jünger härten sich hier gezückten Bieres das Sitzfleisch ab, der Rest verkrümelt sich ganz zackig.


Hudson