Klauen des Todes


‘Make a wish... if you dare.’


Originaltitel: The Outing (1987) Regie: Tom Daley
Drehbuch: Warren Chaney
Darsteller: Deborah Winters, James Huston, Andra St. Ivanyi FSK: 18


Erziehungsmethoden, wie sie
schon unsere Opas anpriesen
Es gibt Filme, die kommen einfach nicht aus dem Knick. Und auch unter jenen gibt es solche und solche. ‘Klauen des Todes’ zum Beispiel füttert den Zuschauer in den ersten zehn Minuten mit einer recht spannenden, effektreichen Szene an, die typisches Achtziger Flair zum Ausdruck bringt. Wenn ich “typisch” sage, dann meine ich das “typisch Unterhaltsame”. Ihr wisst schon: Das, was wir in solcherlei Film sehen wollen. Axt im Kopf einer spukigen Zigeunerlady, ein magisches Zeichentrickmonster im Pool, Rocker mit irren Frisuren mittendrin. Und dann sogar noch technisch astrein isnzeniert.
Doch dann whooaapwhoooaapwhooaapwhooaaooaaooaaooo setzt der Plot ein, in dem es um die Tochter eines Museumskuratoren geht (Mommy tot, Daddy hat nie Zeit, cry me a river of hairspray), die ihren Freunden nach einem Wandertag in Daddys Museum die Pforten des Gebäudes offen hält, um dort mal richtig einen loszumachen (so mit Alkohol und anfassen). Was hier in einem Satz abgefertigt wird, zieht sich im Film leider ellenlang und bis es schließlich zum heillosen Ramba Zamba durch das Wirken eines dämonischen Lampengeistes kommt, der seit Kurzem das Museum bewohnt, ist das Interesse des Publikums im Heizungskeller.

Return of Mumion sein Nachbar
Echt blöde, denn wie so viele Horrorfilme der Achtziger Jahre beherbergt ‘The Outing’ aka ‘The Lamp’ eine gut funktinierende Idee, die gerade zu prädestiniert wäre für eine Folge ‘Twilight Zone’, ‘Monsters’, ‘Masters of Horror’ oder ähnliche 40-60 Minuten Formate, für einen abendfüllenden Spielfilm aber einfach zu wenig Fleisch am Knochen hat. Oder sagen wir: Die Schauwerte sind einfach falsch proportioniert.
Rechnet man 55 Minuten Vorgeplänkel gegen 15 Minuten effektreiches Dezimieren eben jener im Vorfeld eingeführter Charaktere (im losesten Sinne des Wortes), war das im Zeitalter von ‘Nightmare on Elm Street’, ‘Re-Animator’ und ‘Tanz der Teufel 2’ kein wirklich guter Deal, zumal von vornherein klar ist, wer hier abnippeln wird und wer es (eventuell) schaffen kann. Das Finale ist eine effektreiche Angelegenheit voll kruder Comic-Gewalt, absurdem Monster-Trash und Horror-Catchphrasaes (“Into the woods!”), verpufft aber schneller in neonflackerndem Rauch, als es Genre-Fans nach dem ausgedehnten Highschool-Drama-Vorspiel recht sein wird.

“Son, do you want to know the meaning of the word “black power”? Cause I'm about to whipe the floor with your white ass!”
“Nooo.”
“No, what, punk?”
“No, Sir!”

Ist es der Genie? Ist es der Buddy? Ist es der Divoff?
Nein, es ist Gurko El Kautschuk, der grüne Geist aus der Urne

Wie ich schon sagte: Es gibt Filme, die kommen einfach nicht aus dem Knick. Und dann gibt es solche, die schaffen es irgendwann doch und knicken viel zu schnell ein. ‘Klauen des Todes’ hat zwar eine handvoll verdammt spaßiger Tricksereien und einen kultigen Gummi-Dschinn, dafür aber auch zwei Drittel Leerlauf und ‘nen unsinnigen deutschen Titel obendrein.


Hudson