Die Klasse von 1984


"We are the future!... and nothing can stop us."


Originaltitel: Class of 1984 (1982) Regie: Mark L. Lester
Drehbuch: Mark L. Lester, John C.W. Saxton & Tom Holland
Darsteller: Perry King, Timothy Van Patten, Roddy McDowall FSK: 18


„Wozu ist denn die Pistole?“
„Wo haben sie denn zuletzt unterrichtet?“
„Zuletzt? Nirgendwo!“
„Ja das merkt man!“

Der neue Lehrer macht
sogar auf dem Klo Stunk.
Der junge Musik-Lehrer Andrew Norris (Perry King) kommt aus Nebraska an die ’Abraham Lincoln High School’ und findet sich plötzlich in einem Hexenkessel von lernunlustigen Rüpeln, Dreck, Kontrollen an Metalldetektoren, totaler Video-Überwachung und abgestumpften Lehrern (u.a. Roddy MacDowall, ’Planet der Affen’) wieder. Gleich an seinem ersten Tag legt er sich mit der üblen Gang um den Rowdy Stegman (Timothy van Patten, ’Zone Troopers’) an, die in der Schule für eine Menge Ärger sorgen und Drogen verkaufen. Das hat bald erste Konsequenzen für den übereifrigen Neuling, der sich jedoch nicht so leicht in die Ecke drängen lässt. Als sich die Konfontrationen häufen und Norris der Gang immer mehr ein Dorn im Auge ist, eskaliert die Situation und die Flegel bringen den Terror in sein Privatleben…

Die Aussichten sind trübe!
Ziemlich schwerverdauliches Material, das uns Mark L. Lester (Regisseur des kultigen Shwarzenegger-Schinkens ’Phantom Kommando’) hier serviert. Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) avancierte ’Die Klasse von 1984’ zum Kultfilm und hat sowohl zahlreiche Parodien (’Class of Nuke ’em High’, ’Battlefield Baseball’), als auch mehr oder weniger ernsthafte Dramen (’187’, ’The Principal’) inspiriert. Dass der Film von vielen Leuten als ’Trash’ bezeichnet wird, kann ich weder nachvollziehen noch gutheißen. Sicher, es gibt jede Menge exploitive Elemente, der frühe 80s-Look tut sein übriges zum Schrill-Feeling dazu und Lester ist auch kein Kubrick, doch sie schauspielerischen Leistungen sind so gut, dass das ’Müll-Label’ einfach nicht passen will.
Zugegeben, die Charaktere sind mehr als einseitig nach Schema ’Gut und Böse’ dargestellt, doch das ausufernde Duell zwischen Lehrer und Schüler wird von Perry und Van Patten so überzeugend dargestellt, das man es mit der Angst zu tun bekommt. Selbst die Nebenrollen (allen voran Roddy MacDowall) sind sehr gut besetzt, man achte auf einen jungen Michael J. Fox und ’Cagney und Lacey’ Chef Al Waxman.

Schools out ... Forever!

‚Unglücklicherweise basiert dieser Film auf wahren Begebenheiten’ steht zu Beginn in warnenden Lettern auf dem Bildschirm. Natürlich sind jene Begebenheiten ebenso drastisch überzogen, wie die dargestellte Gewalt fragwürdig ist. Trotzdem verfolgt man fassungslos und entsetzt das Geschehen, das in einem exploitiven Tohubawohu endet und das einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, nicht zuletzt wenn man an die Zustände der heutigen Schulen denkt.

Nool