KISS - Von Phantomen gejagt


‘Music & Mayhem at Magic Mountain’


Originaltitel: KISS Meets the Phantom of the Park (1978) Regie: Gordon Hessler
Drehbuch: Jan Michael Sherman & Don Buday
Darsteller: Peter Criss, Ace Frehley, Gene Simmons FSK: 12


1979 hatte jemand die glorreiche Idee, einen Film über die vier Make Up-Rocker von KISS zu machen, mit dem man entweder a.) ihre gewaltige Popularität ausbeuten oder b.) ihren Ruf schädigen wollte. Beides nicht wirklich noble Vorsätze, aber beide (ob nun gewollt oder nicht) sind aufgegangen.

KISS (my ass)

Die Geschäfte im ’Magic Mountain’-Vergnügungspark laufen schlecht. Um den Rubel wieder rollen zu lassen, entschließt sich die Chefetage hinter dem Rücken des ’Magic Mountain’- Masterminds Abner Devereaux (Anthony Zerbe), die Band KISS für ein paar Konzerte auf dem Gelände zu buchen und die Kids zurück zu Achterbahn und Zuckerwatte zu locken.
Devereaux ist unendlich erzürnt über dieses Vorhaben und plant bittere Rache. Mithilfe von lebensechten KISS-Robotern, die er im Keller seiner Werkstatt kreiert, will er den Park in den Ruin treiben. Nur die echten KISS (oder die Stop-Taste) können jetzt noch helfen, diesen Wahnsinn zu verhindern…

“I will destroy you! All of you! And you, KISS, will be my instrument!”

Mad Scientist strikes with lightning!

Es ist was faul im Staate Hollywood, wenn ausgerechnet Joseph Barbera (’Familie Feuerstein’, ’Die Jetsons’) einen Film über KISS produziert.
Kaum war der Film im US-Fernsehen ausgestrahlt, distanzierte sich die Band selbst umgehend von dem Machwerk und eine Armee von Fans war verwirrt, enttäuscht und gelangweilt. Hier fehlt einfach jeglicher Fun an der Sache. KISS schlurfen lustlos durch ihre Szenen, eindeutig von Drogen berauscht (dummerweise sind’s die falschen Substanzen). Wenn sich die Jungs (bzw. deren mitunter afro-amerikanischen Stuntleute) ihrer ulkigen Superhelden-Fähigkeiten (Feuer-Atem, Laser-Augen, Super-Gehör, Martial Arts-Einlagen) bedienen und im Finale gegen die Mumie, Frankensteins Monster und Dracula antreten oder Anthony Zerbe (’Matrix Reloaded’) in seinem Keller die Puppen tanzen (oder sie Barbershop singen) lässt und dazu wilde Mad Scientist-Parolen brüllt, kommt hin und wieder amüsantes Trash-Feeling auf. Aber debile Murmel-Dialoge (“Dude!“ “This is unreal!“ “Exactly! It’s all unreal!“), das fehlen jeglichen Tempos, sowie der Einsatz beschissener Zirkus-Musik (die laut imdb.com für eine niedrigere Alterfreigabe anstelle von echten KISS-Songs über die “Action“-Szenen gelegt wurde) und die bekloppte Nebenhandlung um den lobotomisierten Assisstenten des irren Devereaux, vergrätzen hier den letzten Freund absurder Unterhaltung.

“Armageddon is coming to this park tonight.“
“We don't work with a second act, Deveroux. Besides, Armageddon is a lame group.”

Mad Band strikes back with giant shoes, big hairdos & even more lightning!

‘KISS - Von Phantomen gejagt’ ist grottiger Fantasy-Trash mit miserabel beleuchteten Kulissen, einem ’TKKG’-Plot, Plateauschuh-Terror und ein paar Rockern die sich gnadenlos zum Affen machen, ohne das jemand dabei Spaß zu haben scheint. Trash-Liebhaber werden müde mit den Schultern zucken, KISS-Fans winden sich ja bekanntlich vor Peinlichkeit, wenn es um dieses Machwerk geht und Joe Average fasst solchen Schund sowieso nicht an. Die Matinee fällt aus, Jungs. Back to to the Stage und schön rocken. Das könn’se nämlich!



PS:

Immerhin lässt sich BRION JAMES kurz blicken!

Hudson