King Kong gegen Godzilla


‘Put the Monster to the Metal!’


Originaltitel: Gojira tai Mekagojira (1974)
Regie: Jun Fukuda Drehbuch: Jun Fukuda, Masami Fukushima, Shinichi Sekizawa & Hiroyasu Yamamura
Darsteller: Masaaki Daimon, Kazuya Aoyama, Akihiko Hirata FSK: 12


“Wenn der blutrote Mond untergeht und die Sonne im Westen aufsteigt, werden zwei Giganten erscheinen und die Menschheit retten.“

Da rätseln die japanischen Spezialisten, was diese alte Weissagung aus dem Azumi-Geschlecht denn zu bedeuten hat, wo doch die Enkelin des Alten Zausels aus Szene eins ganz deutlich sagte, dass sie eine Vision von einem Ungeheuer hatte, das alle Menschen zertreten wird. Das lässt nicht viel Interpretations-Raum offen, sind wir schließlich in einem knallbunten Kaiju-Streifen der Showa Era unter Regisseur Jun Fukuda (’Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn’) unterwegs.

Hail Caesar!
Diesmal im Plot: Außerirdische Invasoren wollen die Erde unterjochen. Das kennen wir schon, funktioniert aber immer wieder, vor allem wenn es sich um affengesichtige Aliens handelt, die uns erfreulicherweise an den bekloppten Trash-Grunzer ’Zeit der Affen’ erinnern. Während jene (noch im Menschen-Kostüm verkleideten) Invasoren Ränke schmieden und unsere menschlichen Protagonisten (das übliche Wissenschafts-Kruppzeug mit den Synchron-Stimmen von Thomas Danneberg und Arne Elsholz) dem Rätsel der Prohezeiung um den Riesen-Pekinesen König Shisa (aka King Seesa aka King Ceasar) auf den Grund gehen, wemst am Hafen von Okinawa plötzlich unser aller Lieblings-Monster Godzilla seinen alten Kumpi, den Riesen-Armadillo Angilus um. Was ist geschehen? Hat Godzi den Angi mit seiner Freundin im Bett erwischt? Spielschulden? Futterneid? Nein, ganz anders: Es ist gar nicht Godzilla, der da wutschnaubend dem Igel die Stacheln rupft, sondern ein riesenhafter Roboter unter Kontrolle der Außerirdischen, genannt King Kong (jedenfalls in der deutschen Fassung, eigentlich heißt das Viech ’Mechagodzilla’). Nachdem dieser Kampf kurz und schmerzvoll vonstatten ging, kracht schließlich der echte Godzilla aus einem Lagerhaus. Jetzt geht’s dabei…

Tres chique!

Hach, schön! Jun Fukudas letzter Stempel ins Klassenbuch der allmählich ausklingenden Showa Era (es folgte nur noch Ishiro Hondas ’Godzilla: Die Brut des Teufels’) versammelt noch einmal das beste aus den Glanzzeiten der absurden Riesenmonster-Mischen:
Außerirdische, Wissenschaftler, Interpol-Fuzzis, Fabelwesen, Riesenmonster, Supergau! Die hierbei neu vorgestellten Monster Mechagodzilla und King Shisa waren zwei wunderbare Zugaben für die krause Welt des Kaiju Eiga und der finale Kampf zwischen ihnen und Godzilla ist ein Highlight, das kein Fan der japanischen Monsterechse verpassen sollte.
Big G bekommt hier so böse auf’s Auge, dass er (Novum für einen ’Godzilla’-Streifen!) sogar Blut lassen muss. In einer anderer Szene (wenn ich diese richtig gedeutet habe) sieht man, wie er sich in einem gewaltigen Gewitter die ’Rücken-Akkus’ auflädt! Da lacht das Herz vom Nebenmann gleich mit!
Während Mechagodzilla als astreiner Godzi-Cyborg (im deutschen ’Kiborg’ gesprochen!) mit Raketen-Fingern und Atom-Atem daher kommt, ist König Shisa quasi die Mothra dieses Films, muss ganz klassisch von einer singenden Maid erweckt werden und dürfte auch in den Kinderzimmern Japans ähnlich beliebt gewesens sein (Was nicht heißt, dass der schlappohrige Knuddel-Wuddel nicht austeilen kann!).
Ganz besonders erfreulich: Die Handlung um die menschlichen Protagonisten zieht, mal abgesehen von einigen Längen, recht flott mit und bietet ulkige Agenten-Action Wissenschafts-Humbug und Alien-Tohuwabohu.

Darwin hatte Recht!

Also noch einmal die Kurzfassung für Ungeduldige, Ungläubige und andere Unken: ’King Kong gegen Godzilla’ aka ’Godzilla gegen Mechagodzilla’ rockt das Haus, bis das Dach alleine über’m Boden steht. Hier stimmt alles, was Kaiju Fans auch sonst in Stimmung bringt. So viel Spaß muss einfach sein!


Hudson