King of the Lost World



Originaltitel: King of the Lost World (2005) Regie: Leigh Scott
Drehbuch: Carlos De Los Rios, Arthur C. Doyle, David Michael Latt & Leigh Scott Darsteller: Bruce Boxleitner, Jeff Denton, Rhett Giles FSK: 16


‘The Asylum’ dürfte mittlerweile dem einen oder anderen Trash-Fan, vor allem aber geneppten Videotheken-Kunden ein Begriff sein. Die Low-Budget Filmschmiede ist in letzter Zeit vor allem durch Schnellschüsse parallel zu großen Kino-Events wie ’Transformers’ (’Transmorphers’), ’I am Legend’ (’I am Omega’) und ’Alien vs Predator’ (’Alien vs Hunter’) unangenehm aufgefallen.


Öh... Lost?

Bei ’King of the Lost World’ handelt es sich im eine Melange aus ’King Kong’und ’Lost’, worauf schon der Titel einen Hinweis gibt, in den die Worte ’King’ und ’Lost’ geschickt eingewoben wurden. Auf dem Backcover der DVD steht zwar etwas von einer “modernen Version des Sir Conan Doyle-Action-Fantasy- Abenteuer-Klassikers“ (gemeint ist sicherlich ’The Lost World’), jedoch wollen wir alle dem guten Sir Arthur die Heavy Rotation im Grab ersparen und tun einfach so, als hätten wir das nie gelesen.

Was tatsächlich passiert:

Ja... wir denken das Selbe.
Ein Passagier-Flugzeug, bis zum Rand gefüllt mit uninteressanten Abziehbild-Charakteren stürzt irgendwo am Strand ab. Laut DVD-Backcover und einigen Aussagen der Figuren handelt es sich bei der Gegend, durch die sie von nun an waten aber um den Amazonas. Ja, also schön, der Amazonas mündet zwar auch ins Meer und ich war nie der beste in Geographie, aber… Ach egal. Jedenfalls gibt es im Dschungel diverse Gefahren, für die der Amazonas und seine angrenzenden Gebiete ja so berüchtigt sind: Riesenspinnen von der Größe eines Ponys, Riesenskorpione (die ihre Stachel nicht zum Stechen, sondern zum ’Durchstechen’ benutzen), mörderische Schlingpflanzen, Flugdrachen King Kongs schlecht animierter Bruder. Fehlen eigentlich nur noch fleischfressende Piranhas, sie sich zu einem Wesen rotten und “SCHWAAARM!“ grunzen. (Ich glaube, die Idee lass ich mir gleich mal patentieren.) Was nicht fehlt, sind die schräg angemalten Ulu Bulus, die nicht nur die hiesigen Drachen und Kongs Bruder anbeten, sondern seltsamerweise auch noch aussehen wie Schmierlappen-Verkäufer aus Pittsburgh…

“Hey, ich war in Bagdad und Somalia. Ich hab keine Angst vor dem dichten Dschungel.“

Ganz ruhig! Vieleicht will er
ja Feuerwehrmann werden...
Ganz große Grütze, die ’The Asylum’ da verzapft hat und man beginnt auch schon zu ahnen, wofür der Name steht. A propos Namen. Der bekannteste hier ist Bruce Boxleitner (’Babylon 5’, ’Agentin mit Herz’), der einen geheimnisvollen Typen mit Aktenkoffer spielt, der scheinbar mehr weiss, als alle anderen und Challenger heißt. Ein plumber Verweis auf das Doylesche Original (Malone, Roxton und Summerlee gibt es auch… au weiha, the Grave Rotation is on!). Ebenfalls mit von der Partie: Steve Railsback (’Insect’, ’Lifeforce’), als wirr faselnder Höhlenkasper, der schon ein paar Jahre früher auf der Ins… dem Plate… im Amazonas-Delta eine Bruchlandung erlitten hat (erinnert sich noch jemand an ’Herman Toothrot’?).
Dann sind da natürlich noch die Effekte. Und wenn das Wort ’Effekte’ eine Person mit echten Gefühlen wäre, hätte es jetzt allen Grund, beleidigt zu sein. Derartig billig zusammengeschusterte Computer-Grafiken sieht man sonst nur in Shareware-Game-Trials und Techno-Videos der frühen 90er. Manchmal sorgen diese immerhin für unfreiwillig komische Momente. Etwa als eine CGI-Riesenspinne einen der Passagiere schnappt, ihn binnen Sekunden in ein Bündel einschnürt und selbiges Bündel (dass ganz offensichtlich bereits von dem Biest ’ausgesaugt’ wurde) den anderen vor die Füße spuckt, worauf einer von ihnen meint: “Schaut nach, ob er in Ordnung ist.“

“Hm, ich glaube nicht.“

Ebenfalls amüsant: Eine kurze Martial Arts-Einlage von Opa Boxleitner, in dessen Aktenkoffer übrigens eine Atom-Bombe steckt, die gegen Ende des Filmes gezündet wird. Ca. 100 Meter entfernt von den Hauptdarstellern, die danach blöde in die Kamera glotzen.

Fazit: Spannungsarmer, mies gespielter, dilettantisch hingeklatscher Genre-Ripoff, der nichts, aber auch gar nichts zu bieten hat, was seine 90 Minuten Laufzeit rechtfertigen würde. Ach, was red’ ich… selbst der Trailer war so öde und vorhersehbar, dass die Langeweile-Anitkörper in meinem gepeinigten Hirn mich nach der Hälfte zum Abschalten zwangen.


PS:

King of the Lost World, nech...













Hudson