King Fu - Seine Fäuste zucken wie Blitze


‘Ein Karate Action-Reißer der Härteklasse eins!’


Originaltitel: Huang Fei Hong (1973) Regie: Meng Hua Ho
Drehbuch: Kuang Ni
Darsteller: Feng Ku, Ping Chen, Hsieh Wang FSK: 18


Once upon a time in Canton…

Feng Ku aka Wong Fei aka King Fu
Der britische Geschäftsmann Gordon hat das dicke Geschäft mit dem Opium für sich entdeckt und verschachert die Drogen gegen wertvollen Jade-Tand, den er gewinnbringend in der Heimat an den Mann bringt. Das neidet ihm der schmierige Gangster-Boss Pao Wan, der mit Gordon zwar gemeinsame Geschäfte macht, hinter dessen Rücken aber die komplette Machtübernahme anstrebt. Um dies zu gewährleisten, bietet er Gordon die Leibwächter-Dienste des Grobians Li Pien Tao (Kampftechnik: Phantomhammer) an, welchen Gordon in einem Tournier gegen den lokalen Superprügler Mei Kan (Kampftechnik: Eisenklaue) antreten lässt. Mei Kan verliert den Kampf und soll von Tao auf Gordons Geheiß totgeschlagen werden, was Kans Bruder, der Arzt und Asskicker King Fu (alias Wong Fei Huang) allerdings verhindern kann. Um King Fu, der in der Gegend die hohe Kunst des Kung Fu lehrt und hin und wieder auch ein paar Salben anrührt, loszuwerden, lässt Pao Wan den schwerverletzten Mei Kan vergiften und schiebt es seinem Bruder in die Schuhe. Als auch noch dessen Schüler umgebracht werden, hat King Fu die Faxen dicke...

“Weißt du wo der herkommt? Das muss’n Irrer sein. Oder er kennt meine Eisenklaue noch nicht!“

Weltferner Blick, antike Brille, Kinnbart...
Entweder ist das der Fiesling des Filmes
oder der lokale Jugendschutzbeauftragte.
’King Fu - Seine Fäuste zucken wie Blitze’ (wer denkt sich das bloß alles aus?) ist eine von vielen Verfilmungen der Abenteuer des chinesischen Volkshelden Wong Fei Hong (auch als Fei Hong Huang, Huang Fei Hung und… nun, diverse Variationen dieser Wörter bekannt). Fei Hong, den in späteren Filmen auch Jet Li, Jackie Chan, Gordon Liu und sogar Sammo Hung verkörperten, wird hier von Feng Hu (’Die Unbesiegbaren 5’) gespielt, der die Sache kaum schlechter macht als seine berühmten Kollegen. Unter den übrigen, gelegentlich kräftig austeilenden Kung Fuzzis tummeln sich u.a. Lin Wie Tu (’Der Koloss von Konga’) und Yuen Biao (’Spiel des Todes’).
Die Story, welche Shaw-typische Themen, wie Verrat, Ehre und Ränkespiele vereint, wird im letzten Drittel etwas überstrapaziert und vernachlässigt auch oft die gut inszenierte Martial Arts-Action für Intrigen und Kritik am raffgierigen, skrupellosen Kolonial-Wemser, der alles und jeden herumkommandiert. Doch sie punktet auch mit urigen Charakteren, wie dem spirreligen Schleimer Pao Wan und dem Kung Fu-Klotz Eisenklaue, der seine Finger gerne in Stahlbeton ditscht oder Teekannen mit bloßer Hand zerquetscht und dabei herumbrüllt, er würde alle ZERSCHMETTERN.

“Ich bewundere dich. Deine Faust hat den Beinamen Eisenklaue nicht von ungefähr bekommen.“

"Danke, danke. Ich bin noch die ganze Woche über hier!"

Fazit: Gediegener Shaw Bros Historien-Klopper um die Jahrhundertwende, der Story vor Action kommen lässt und trotzdem nicht baden geht. Ist kein Glanzstück in der Sammlung, aber genau das, was im Allgemeinen mit ’solider Genre-Ware’ bezeichnet wird.


Hudson