Kinder des Zorns


‘An adult nightmare.’


Originaltitel: Children of the Corn (1984)
Regie: Fritz Kiersch Drehbuch: Stephen King & George Goldsmith
Darsteller: Peter Horton, Linda Hamilton, John Franklin FSK: 18


Nach ’Kinder des Todes’ nun ’Kinder des Zorns’. Und zwar nach einer Kurzgeschichte aus Stephen Kings Grusel-Anthologie ’Nachtschicht’, aus der schon andere Shorties adaptiert wurden.
Für alle, die es gleich wissen wollen und keine Lust auf das folgende Review haben: ’Kinder des Zorns’ ist Grütze. Alles weitere erfahrt ihr hier:

KINDER GREIFEN MENSCHEN AN!

“Vor drei Jahren“
Die Kinder des Kuhkaffs Gatlin (Mid-West, USA) drehen unter dem Einfluß ihres Mini-Hohepristers Isaac frei und bringen im Namen ihrer Maisfeld-Gottheit (“Der hinter den Reihen wandelt“) alle Erwachsenen um, ohne dass es jemand merkt, bis…

“Heute, drei Jahre später“ (kein Scherz, genau so verkündet es die Stimme aus dem Off!) Vicky und Burton, ein junges Paar aus der großen Stadt, sind auf einem Roadtrip durch Nebraska. In einem unachtsamen Moment überfahren sie einen Jungen, der ihnen mit frisch durchschnittener Kehle vor die Karre läuft. Auf der Suche nach den zuständigen Autoritäten landen die beiden in Gatlin, Home of the corny Killerkids. Bald schon ist Vicky eben jenen in die Finger geraten und Burton hetzt durch die Straßen, um einen Sinn aus der Lage zu filtern und ganz einfach zu überleben…

Ja, die Art von Grütze.

Mais, Mais, Baby
Aber wo fangen wir an? Bei dem Kiddy-Voice-Over, das während der ersten 15 Minuten die Geschichte erklärt und zwar mit der Stimmlage eines fünfjährigen, der seinen neuen Freunden die alte Playmobil-Burg erklärt? Bei den grottigen Kinder-Darstellern, deren Charaktere den Film ’Logans Run’ scheinbar zu ernst genommen haben (und das Höchstalter sogar auf 19 herunterschraubten)? Oder bei der Monstrosität im Maisfeld, ’Der hinter den Reihen wandelt’, ’Der aber auch unter der Erde rumböllert’ aka ’Der farbenfrohe Magic Trix aus den Maikolben zaubert’ und ’Der sich von einem Bibel-Zitat verscheuchen lässt’?
Packt sie einfach alle zusammen und subtrahiert von der Shitlist einen netten visuellen Effekt (die rollende Wolkenfront hatte was), ein Eimerchen Blut, recht stimmige Musik (passenderweise düstere Kinder-Chöre, das kommt immer gut) und zwei einigermaßen passable Hauptdarsteller, von denen eine Linda Hamilton ist, die im gleichen Jahr als ’Sarah Connor’ Filmgeschichte (mit)schrieb. So kann’s gehen: Von 0 auf 100 in gerade mal zwei Streifen.

“Und hast du nicht das Blut des alten Mannes vergossen, als sein Benzin und sein Öl noch immer nützlich für uns waren?“
“Wir machen unseren eigenen Treibstoff aus dem Mais“

"So, Kinnings, jetz gibbet Popcorn des Zorns!"

Fazit: Kinder können gruselig sein. Wenn aber ungestüm, quäkende Bälger mit ’Spongebob’-Synchro Puppen aus Maisspreu schwenken, bleibt alle Liebesmüh vergeblich. Nur für King-Müll-Archivisten und Leute, die wissen wollen, wo das rote Popcorn herkommt.



PS: Kaum war der Film vobei, kam auf meiner ollen VHS die Mahnung “Verpassen sie auf gar keinen Fall die Fortsetzung zu Kinder des Zorns!“ Und tatsächlich schaffte es diese Gurke nicht nur zu einem, nicht nur zu zwei oder drei, vier oder fünf… nein zu SECHS Sequels!

Hudson