Kinder des Todes


‘...thank God they're somebody else's!’


Originaltitel: The Children (1980) Regie: Max Kalmanowicz
Drehbuch: Carlton J. Albright & Edward Terry
Darsteller: Martin Shakar, Gil Rogers, Gale Garnett FSK: 18


“Guten Abend, meine Damen und Herren…“
begrüßt uns doch tatsächlich ein dicker Mann mit Schnauzbart und Brille, hinter dem Schreibtisch eines Nachrichtensprechers, und weist uns im folgenden darauf hin, das der Film im Anschluss auf diese nette Ansage, nicht für Kinder und Jugendliche freigelassen ist.

“Das zieht ja hier oben wie Hechtsuppe!“
“Dann lass es doch ziehen.“
“Hast du irgendwas hier oben gefunden?“
“Nein, ich hab das Absaugrohr überprüft. Alles Paletti.“
“Gut, dann fahren wir zurück zum Kontrollraum.“
“Wohl was an der Waffel!? Es ist gleich Feierabend!“
“Na schön, dann machen wir ’nen langen Schuh und gehen ein kühles Bier trinken!“
“Merkt doch kein Aas und wir kassieren locker die Überstunden.“
“Wie sich’s gehört. Es gibt viel zu tun…“
“…machen wir uns davon. Lass doch die anderen schwitzen.“
“Wir wären ja schön dumm uns jetzt zurück zu melden. Dann müssten wir ja noch woanders malochen.“
“Bin doch kein Dumpfmeister.“
“Ich auch nicht.“
“Alles in mir schreit nach Bier.“
“Den Schrei kenn ich!“
“Hast du’n Waldbrand?“
“Hab ich immer.“
“Gut, ich geb ein’ aus.“

Guten Abend, meine Damen und Herren.

Die neue Ü-Ei Werbung
Mit der eben erlebten Diskussion werden wir in den vorliegenden Film, ’Kinder des Todes’ eingeführt. Und ich möchte fast sagen, einen passenderen Einstieg hätten die Macher kaum finden können. Denn in dem (durch einen sozialen Dialekt besonders hervorgehobenen) Gespräch wird bereits der Urpsrung des nun kommenden Horrors thematisiert.
Hätten die beiden Atomkraft-Aufbereitungs-Fachkräfte nämlich ihre Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen erledigt, dann wäre ihnen wahrscheinlich auch das Leck im angeblich ’geprüften Absaugrohr’ aufgefallen, das kurz darauf eine giftige gelbe Wolke bildet und einen Schulbus voller Kinder umnebelt. Diese hätten sich dann nicht in wahnsinnig stierende Killer-Puppen verwandelt, welche ihre Eltern mit einer tödlichen Umarmung in ein pizza-ähnliches Gebilde zerschmelzen lassen, der ortsansässige Sheriff wäre nicht mit der Situation überfordert und hätte sich auch den schaurigen Scheunen-Showdown erspart. Es hätte es ein schöner Tag werden können…

Thematisch irgendwo zwischen ’Wiege des Satans’, ’Kinder des Zorns’ und

Und DAS passiert
wenn Mama & Papa
das Ü-Ei vergessen!
’Die Wolke’ angesiedelt, hat ’Kinder des Todes’ zwar seine Momente, ist aber objektiv gesehn ein verdammt albernes Stückchen Horrorfilm-Geschichte. Neben leidlich passablen Darstellern, die uns aufgewärmte Figuren vom Vortag auftischen, gibt es eimerweise Raub-Zitaterei. Das fängt beim Score an, der schamlos die klassiche Duschszene von ’Psycho’ kopiert, und streckt sich bis hin zum Finale, wenn sich das Ganze in ’Night of the Burning Children’ verwandelt und die Kiddies im Zombie-Schlurfmodus mit weitaufgesperrten Augen um die Baracken torkeln, bereit die Beute mit den schwarzen Fingernägel zu packen und in gelben Dunst zu verwandeln. Ja, gelben Dunst, denn von den recht grantigen Effekten der Originalfassung bleibt in good old Germany nix übrig, dafür hat der dicke Mann mit dem Schnurrbart schon gesorgt.

Schisshase Sheriff Schießmichtot

’Kinder des Todes’ ist ein zuweilen zwar spannendes und gar gruseliges Horrörchen, hat aber aufgrund einiger Sprachsamples (siehe eingangs) und übler Klischees einen ungemein trashigen Beigeschmack, den ich hier niemandem verschweigen möchte. Im Gegensatz zu manch anderem garstigen Reigen, tut das diesem Film leider überhaupt nicht gut.
(Vielleicht aber mal einfach beim Elternabend in den Klassen VCR schieben, wenn der Lehrer mal wieder Verspätung hat!)

Hudson