Killer’s Moon


‘One endless night of terror!’


Originaltitel: Killer's Moon (1978)
Regie: Alan Birkinshaw Drehbuch: Alan Birkinshaw & Fay Weldon
Darsteller: Anthony Forrest, David Jackson, Tom Marshall FSK: ungeprüft


Ähm… ich hab ja schon viel Schwachsinn gehört, gelesen und gesehn, was aber die Ereignisse des Brit-Slashers ’Killer’s Moon’ in Bewegung setzt, ist so dermaßen bescheuert, dass man nicht lange durchhält, ohne jemandem ganz schnell davon erzählen zu müssen (übrigens einer der vielen Gründe, warum ich hier als Rezensionär tätig bin).

Die halten's für Kunst...
In einer Nervenheilanstalt (im Volksmund auch Klapse genannt) wird ein Sexualstraftäter mit LSD behandelt, um ihn einer so genannten Traumtherapie zu unterziehen. Will sagen (nicht ich, sondern der Drehbuchautor und Regisseur Alan Birkinshaw): Er wird mit Drogen vollgepumpt und bekommt eingeredet, dass alles folgende nur ein Traum ist, in dem er sich mal tüchtig austoben darf. Sagte ich ’In einer Nervenheilanstalt’? Ich meinte natürlich, dass der Genosse eigentlich in der Anstalt verweilen müsste. Da das Experiment laut des verantwortlichen ’Arztes’ aber nur in “…ziviler Umgebung…“ stattfinden kann, um zu funktionieren, ist der Proband nicht nur voll bis zur Hutschnur mit besagtem Rauschmittel und mörderisch drauf, sondern bald auch auf freiem Fuß.
Da eine alte Regel im Filmgeschäft besagt, dass Qualität eben doch Quantität bedeutet, folgt jetzt jener Dialog:
“Drei andere Patienten sind bei ihm. Sie sind der selben Behandlung unterzogen worden.“ “Wir haben es also mit vier Verrückten zu tun? Skandalös!“
Ja, kein Scheiss. Vor allem, wenn es sich bei den anderen Pappnasen um ähnlich gewaltbereite Superlümmel handelt (u.a. ein homosexueller Triebtäter und ein religiöser Fanatiker). Solchen Herrschaften kommen ein paar ahnungslose Camper und eine Busladung singender Schulmädchen natürlich gerade recht. In einem abgelegenen Motel treffen die Fronten aufeinander. Was folgt, ist eine krude Aneinanderreihung von Gewalttaten, Psycho-Gebabbel und der furiosen Attacke eines dreibeinigen Hundes…

...wir wissen's besser!
Alan Birkinshaw (Regisseur von ’Confessions of a Sex Maniac’ und ’Zehn kleine Negerlein’) hatte wohl Stanley Kubricks ’Clockwork Orange’ und Wes Cravens ’Last House on the Left’ einmal zu oft gesehen (womöglich im LSD-Rausch) und dachte sich, es wäre mal an der Zeit, die Protagonisten des einen in das Setting des anderen zu hieven. So oder so ähnlich könnte ich mir die Inspiration für diesen ’Sex, Violence & three-legged Dogs’-Schund jedenfalls vorstellen. Mission gescheitert, Kumpel. Die Chose ging in die Hose.
Vom darstellerischen Aspekt her geht hier gar nichts. Sind die vier Maniacs wenigstens noch im Sinne des Over-Actings unterwegs (Grimassen ziehend, laut maulend durch’s Gehölz schlurfend und ’Humpty Dumpty’ zitierend), bleiben ihre Opfer farblos und mit knappen Stichworten versehen (“Er hat eine Mistgabel gehabt. Er ist verrückt!“).
Die dargebotene Orgel-Music mit Lounge- und Jazz-Einschlägen wirkt zuweilen deplatziert, geht aber irgendwie ins Ohr. Genauso, wie einige Dialoge, die so dämlich sind, wie die deutsche Fassung verstümmelt. Also sehr!
Beispiel: Nachdem einer der Protagonisten erst auf eine Frauenleiche, dann auf einen der Irren stößt:
“Finden sie nicht, dass wir die Polizei benachrichtigen sollen?“
“Nein! Die werden für die Frau Partei ergreifen. Das machen die immer!“

"Ey, Muddi, brauchst noch was aus der Halle?"

Fazit: Absonderlicher und dennoch unterdurschnittlicher Psycho-Slasher mit hampelnden Mörder-Affen und kalorienarmen Opfer-Bananen. Gehaltlos aber doof. Doof aber gewalttätig. Gewalttätig aber gehaltlos. Kreis geschlossen. Affen tot.


Hudson