Killerhunde



Originaltitel: Dogs (1976)
Regie: Burt Brinckerhoff Drehbuch: O'Brian Tomali
Darsteller: David McCallum, Sandra McCabe, George Wyner FSK: 18


Killerhunde… Abteilung:
Je subtiler der deutsche Titel, desto besser der Film!

Schon zu Beginn des Streifens sehen wir eine stetig anwachsende Hunde-Meute zu säuseliger Fahrstuhlmusik eine Straße hinabhechten… in Zeitlupe.
Auf einer Party kurz darauf werden uns schließlich auch die menschlichen Protagonisten (allesamt Universitäts-Puper) vorgestellt. Sie labern viel Blödsinn über schwere Neutronen, über einen Hundeangriff und über die Tatsache, dass andauernd der Strom ausfällt. Ab diesem Zeitpunkt dachte ich, dass dies entweder eine brillante Satire oder ein saudummer, lahmarschiger Tierhorror-Film werden würde. Jetzt ratet mal, mit welchem Gedanken ich Recht behalten sollte!
Kürzen wir es ab. Denn der Film selbst beschäftigt sich selbst mit endlosen Dialogen, ohne irgenwann mal in die Pötte zu kommen.

So etwa:
Wissbegieriger Student: “Herr Professor, eine Frage!“
Professor: “Bitte.“
Wissbegieriger Student: “Können sie uns eine Definition der Pheromone geben?“
Professor: “Es ist eine bestimmte chemische Substanz, die organisch hergestellt wird *blablablalangesgelaber*.“
Dicker Student: “Können sie das wiederholen?!“
Professor: “Nein, lassen sie sich von einem Kommilitonen helfen.“
Dicker Student: “*Ächz*“

Und so:

“Ich habe große Schwierigkeiten vor allem mit den Erstsemestern.
Die Studenten sitzen gelangweilt herum und die Lehrkräfte beharren nicht mehr darauf, ihnen die grundlegendsten Kenntnisse beizubringen. Es ist zum Verzweifeln, wenn man die unglaublichen Lücken sowohl im literarischen, als auch im naturwissen- schaftlichen Bereich feststellen muss.“

Und wenn ich Drehbuchschreiber wäre, würde ich nochmal genau darüber nachdenken, was ich hier für einen Blödsinn verzapfe.
Jedenfalls müssen wir endlose Dialoge dummschwätzigster Art über uns ergehen lassen, die uns auf pseudo-wissenschaftliche Art und Weise allmählich (aaaaaaallmäääääähliiiiiiiich) an das eigentliche Problem heranführen. Bis nach einer halben Stunde dann die titelgebenden Biester ihr erstes Opfer gefunden haben, was unsere ratlosen Hauptfiguren zu folgendem Dialog veranlasst:

“Also bleiben nur hundeähnliche Tiere.“
“Aber welche?“
“Oh, hehe, da gibt’s ne Menge. Schakale, Füchse oder Coyoten… Wölfe!“
“Sie müssten sich zusammengetan haben, um eine solche Anzahl an verschiedenen Bissen zu hinterlassen. Kann ich mir nicht vorstellen…“

Kleiner Tipp:
Sie machen ’Wau Wau’, pissen an Hydranten and lieben Knochen.

Und ganz nebenbei hat einer eurer Kollegen schon in Szene eins einen Hundeangriff erwähnt… Ach was soll’s!
Der Film ist nicht nur dumm, sondern auch so sehr damit beschäftigt, uns auf die dümmste Art und Weise vom Gegenteil zu überzeugen, dass gar keine Zeit mehr für Spannung, Atmosphäre oder andere Nebensächlichkeiten bleibt.
Natürlich gibt es wieder ignorante Obrigkeiten, welche die Warnungen der Wissenschaftler in den Wind schlagen, schießwütige Rednecks und ungehorsame Studenten, die den Abspann nicht erleben werden, dösige Hauptdarsteller (u.a. David MacCallum, ’Solo für O.N.K.E.L.’ & George Wyner, ’Colonel Sandfurz’ aus ’Spaceballs’), Sprüche á la “Werd nicht hysterisch! Hol mir ein Brett!“ und insgesamt viel Gebell um nichts. Denn auch die meisten der blutigen Angriffe (abgesehen von einem Dobermann unter der Dusche und der finalen Campus-Attacke) spielen sich ausschließlich nachts ab, sind kaum erkennbar und somit auch für Gorehounds kein Grund ins Geifern zu kommen.

“Das heißt mit anderen Worten: Es gibt eine Maximalgröße für den Umfang von Insekten. Gigantische Skorpione, Ameisen und Echsen sind die Erfindung unwissender Drehbuchautoren die keine Ahnung von Biologie haben.“

Beware of the Dogs, Motherfucker!

Ist mir egal, ihr Laschpupen. Riesen-Skorpione und Mega-Ameisen sind mir tausendmal lieber als eure tuffig herbeierklärten Wauzi-Attacken. Wenn Nachbars Lumpi mit Zotti dem Urvieh und Witwe Boltes Spitz hysterische Studenten-Massen in Bewegung setzt, dann hat das für HiWis und Hundeliebhaber vielleicht einen sentimentalen Wert. Für Leute die an einem unterhaltsamen Horrorfilm interessiert sind, ist ’Killerhunde’ jedoch eine denkbar schlechte Wahl.


Hudson