Horror Aliens – Eaten by Aliens

aka

Killeraliens



Originaltitel: Alien Incursion (2006)
Regie: Jeffery Scott Lando Drehbuch: Jeff O'Brien
Darsteller: Kiara Hunter, Tom O'Brien, Ken Roberts FSK: keine Jugendfreigabe


“Ey komm: Kein Knutschfleck!“
Ein Meteorit fällt in einen Wald. Ein Camper wird von ihm zermatscht, ein anderer von einem außerirdischen Glibberwurm besessen. Kurze Zeit später ist in bester Alien-Manier eine außerirdische Lebensform seinem Brustkorb entschlüpft und wächst binnen Minuten, also entgegen aller Logik zu einem Riesenvieh heran. Eine weitere Horde Camper unter Führung von She-Ranger Kelly ist unglücklicherweise in der Nähe und fällt den Parasiten aus dem Himmelskörper nach und nach ebenfalls zum Opfer. Und ob ihr’s glaubt oder nicht, die Regierung steht auch bald in Form eines gewissenlosen Einsatzkommandos auf der Moos-Matte und will alle Zeugen beseitigen…

Ihr glaubt es sicher. Ihr glaubt mir bestimmt auch ungesehen, dass ’Killeraliens’ ein recht peinlicher Monster-im-Wald-Amateurfilm-Driss mit den lächerlichsten CGI-FX diesseits von ’Mortal Kombat 2’ ist. Und dass hier nur F-Klasse Schauspieler durchs Gehölz stolpern, fällt euch bestimmt auch nicht schwer zu glauben.
Aber eins könnt ihr mir gar nicht glauben, nämlich wie selten Scheiße die deutsche Synchro ist.
Wir haben’s ja hier mit Synchronisationen. Wir lieben Synchronisationen. Einige Filme, wie zum Beispiel die Spencer & Hill-Streifen würden ohne die deutsche Synchro niemals den Kult-Status haben, den ihnen ihre Fans seit Jahren anheften. Es gibt auch schlechte Filme, die durch Synchronisationen aufgewertet werden, aber eine Synchro wie diese hier, ist mir mein Lebtag noch nicht untergekommen.

Holt Harry raus!
Als die erste Figur ihren Mund aufmachte, dachte ich ’Oh Gott, ich höre Stimmen.’
Falsch gedacht. Ich habe nicht die geringste Idee, was sich der deutsche Verleih dabei gedacht hat. Während der anderthalb Stunden reimte ich mir dann folgendes Szenario zusammen:
Ein Verantwortlicher des ’Synchronstudios’ (wenn es denn eins war und nicht die umfunktionierte Sauna einer Muckibude) denkt sich ’Junge, die Kohle, die ich zur Vertonung dieses Films bekommen habe, reicht niemals für vernünftige Sprecher. Am besten behalte ich das Geld selber und schau mal bei der Dönerbude um die Ecke, auf der Baustelle von ’Schutt & Abriss’ und bei der örtlichen Logopädie-Station vorbei. Da suche ich mir dann ein paar Leute, die für einen Becher Kaffee und ein paar Brötchen mit in die Butze kommen, um ein paar Sätze ins Mic zu röhren. Deutschkentnisse nicht benötigt:
“Sie haben eine Bedrohung hier. Eine Bedrohung von alles Leben!“
Betonung unwichtig:
“Wir werden einen Platz finden, wofür wir hier auch hingekommen sind.“
Artikulation scheißegal:
“Sie wollen die Alientechnologie und die Alienorganismen. Und sie wollen dieses für sich selber.“

Go get 'em, Tiger!
Nicht nur, dass man sie die Sprecharbeit hat machen lassen, nein, höchstwahrscheinlich mussten jene Phonetik-Krüppel ihre Texte auch noch selbst übersetzen. Es steht wohl außer Frage, dass auch die Qualität des Soundmixes genau so mies ist:
“Lass uns gehen!“ Raaaauuuusssccchhhh.
“Ja, gehen wir zurück ins Camp!“ Raaaauuuusssccchhhh.
“Wir haben doch Gäste.“ Raaaauuuusssccchhhh.

Ich kann mich irren und vielleicht haben irgendwelche Reiningungskräfte im Tonstudio eines Nachts zu stark am Putzi geschnüffelt und wollten sich einen Spaß machen, woraufhin das Master vertauscht wurde und unglücklicherweise auf der DVD-Spur gelandet ist.
Wie dem auch sei; alles was mich diese unglaublich groteske Grotten-Synchro vom Film hat mitbekommen lassen, ist die Teilnahme eines Gesichtsdoubles von Ernest Borgnine, der den big, bumbling Opa-Dude Harry gibt, ein Monster, das die Menschen im Stück verschluckt und ein Typ, der aussieht und sich benimmt wie Sido ohne Maske und gerne Pop-Culture-References von sich gibt.

“Das ist richtig gruselig.“
“Ja.“
“Wie bei ’Evil Dead’.“
“Ich hatte eher an den Film ‘The Night of the Living Dead’ gedacht!“
“Es war witzig, mit dir abzuhängen.“
“Warum redest du schon in der Vergangenheitsform von mir?“

Schmecken lassen!

Fazit: Möglicherweise für Taubstumme mit Untertiteln oder in der engl. Fassung gerade noch ertragbarer Monster-Kladderadatsch mit ein bissel Geschmadder und unteriridischen Computertricks aus dem virenverseuchten Z-Laufwerk eines alten Amiga 500. Wenn das jetzt schlimm klingt, multipliziert das ganze mit allen Zahlen, die Pi hinter dem Komma hat und ihr habt das Minus-Niveau der Synchro zur Hälfte erreicht. Unfassbar.

Hudson