Killdozer


‘Everyone Knows a Machine Cannot Kill. Except the Machine.’


Originaltitel: Killdozer (1974) Regie: Jerry London
Drehbuch: Ed MacKillop, Herbert F. Solow & Theodore Sturgeon
Darsteller: Clint Walker, Carl Betz, Neville Brand FSK: unbekannt


Magical Meteor on Caterpillar-Action!
Oh mein Gott, Bagger greifen Menschen an! Dazu musste es ja irgendwann kommen. Ein Komet (wahrscheinlich radioaktive Überreste von Alderaan) stürzt irgendwo auf einer afrikanischen Insel ab, wo er erst einmal für einige Zeit verschütt geht und irgendwann von Bauarbeitern und deren Bulldozern ausgegraben wird. Was heißt ausgegraben… Man fährt mit Karacho gegen den Brocken, dieser bewegt sich jedoch kein bisschen, sondert aber seltsame Strahlung ab, welche die zuständigen Malocher erst einmal gefährlich blau leuchten lässt. ’Holla, die Dampfwalze!’, denkt man sich und geht erst einmal zurück zur Pilsator-Pyramide. Als die Jungs am nächsten Tag weiterbaggern wollen, spielt der Bulldozer vom Vortag plötzlich verrückt, reißt Zelte ein, kippt Autos um und wendet sich von übernatürlicher Macht besessen schließlich gegen seine Betreiber…

“Ok, how did it happen? And don’t give us nothing about a D-9er goin’ Heywire!“

Leute, Leute, Leute. Jetzt bleiben wir mal für eine Minute ernst und fragen uns: Musste es wirklich dazu kommen?
Man will es kaum glauben, aber dieser Schwachsinn basiert tatsächlich auf einer Kurzgeschichte des doch eigentlich recht feingeistigen Schriftstellers Theodore Sturgeon (von dem ich mir sicher bin, dass er mit diesem Tinnef hier nichts zu tun haben wollte).

Schippe dämlich
’Killdozer’ (und das hat mittlerweile jeder, der den oberen Textabschnitt auch nur überflogen hat, kapiert) ist ein selten doofer Streifen, der aus seiner ohnehin schon banalen Gaga-Idee gar nichts Unterhaltsames herauspressen kann und selbst Stephen Kings Regie-Schandfleck ’Rhea M.’ wie einen gut funktionierenden Horrorfilm aussehen lässt.
Fassungslos schaut man zu, wie Bauarbeiter (u. a. Robert ’Spenser’ Urich), die zwischendurch nur allzu gern monotone Deppen-Dialoge praktizieren (“That’s sorta like a patrol in Vietnam.” “Yeah, sure.”), von einem Bulldozer gejagt werden, der eine Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h auf den Ketten hat und aus 100 Metern Entfernung zu hören ist. Wenigstens kann man sich später daran erfreuen, wie sie dank ihrer eigenen Dummheit zu Pamp gerollt werden. Was man sich allerdings noch vor dem inneren Auge ausmalen muss, da hier HARMLOSIGKEIT neben SPANNUNGSARMUT und LANGEWEILE groß geschrieben wurde.

“Listen guys! We gotta do something. I mean something’s wrong. Machines just don’t run by themselves. That means there’s somebody else on this island. You know, foreign Spies or something?”
“Or a mad scientist.”

"Der is hin. Was nu?"

’Killdozer’ ist eines der dümmsten Filmprojekte, die es jemals über die Schnapsidee hinaus vor die Kamera schafften. Wie verzweifelt die Macher damals gewesen sein mussten, kann man heute nur noch ahnen. Denkt daran, wenn ihr euch über das heutige Fernsehprogramm mokiert.


Hudson