Killer Crocodile II – Die Mörderbestie


‘Diese Story war Selbstmord. Aber das wußte sie erst,
als es schon zu spät war…’


Originaltitel: Killer Crocodile II (1990) Regie: Giannetto De Rossi
Drehbuch: Fabrizio De Angelis, Giannetto De Rossi & Dardano Sacchetti
Darsteller: Richard Anthony Crenna, Debra Karr, Ennio Girolami FSK: 16


Ratet mal, wer wieder da ist...

“Die Gefahr, die von diesem Atommüll ausgeht wird sowieso überschätzt. Jedenfalls habe ich nicht vor, die Eröffnung meines Freizeitparks auch nur einen Tag aufzuschieben.“

Klingelt da was?
Das ist noch gar nichts. Wenn gleich zu Beginn (nach kurzer Rückblende zum Finale des ersten Teiles) die frech bei John Williams geklaute ’Croc Approaches’-Theme ertönt, weiß man gleich, woran man ist. Vorausgesetzt ’man’ hat schon mal den einen oder anderen Tier-Horror-Streifen gesehen, die sich zugegebenermaßen ohnehin zu 90% wie ein Ei dem anderen ähneln.
’Killer Crocodile 2’ ist ein ganz besonders faules Ei. Gedreht wurde der Film ’back-to-back’ mit dem ersten Teil, was ökonomisch clever war, denn nach Ansicht des dumpfen ’Originals’ hätte jeder halbwegs überlegte Finanzier einem Nachfolger das grüne Licht verwehrt. Regisseur Giannetto De Rossi kocht alle möglichen inhaltlichen, stilistischen und inszenatorischen Zutaten aus Teil 1 (der sich ja selbst schon bei diversen Vorläufern des tierischen Sub-Genres bedient hatte) nochmal auf und versetzt das Material mit Unmengen an Rückblenden.

Kroko Drive-In
Erneut tuckern Kevin und Joe, die Portagonisten von ’Killer Crocodile’ aka ’Der Mörderalligator’, auf einem Kahn durchs schmutzige Sumpfwasser, unterstützt von Großstadt-Reporterin Liza, deren Recherche den Atommüll-Vertuschungsplot (ebenfalls bekannt aus Teil 1) recht bald aufdeckt.
Daraufhin spült sich der gängige T-Horror-Kladderadatsch ab. Leute werden angegriffen, angebissen und aufgefressen. Begleitet werden solche Ereignisse stets von dem eingangs erwähnten ’Jaws’-RipOff-Score, dem immer gleichen Wassersprudel-Effekt und schließlich dem weit aufgerissenen Maul des Kienappel-Design-Krokos.
Schnarchige Romantikschübe zwischen dem krassen Croc-Hunter Kevin und der rastlosen Reporterin Liza (von denen keiner mit ausreichend Talent gesegnet ist, um eine Teleshopping-Sendung zu moderieren) und der typische Bösewicht-Subplot um einen skrupellosen Freizeitpark-Besitzer (Wie oft denn noch? Das Klischee war doch schon Ende der 70er passé!) dürften Kenner und selbst gestandene Fans solcher Streifen verzweifeln lassen.

“Oh Liza, ich bitte sie. Hier geht’s um ein Monster. Sowas erschießt man nicht einfach. Ich bräuchte ’ne Atombombe.“

Kroko Buttje in der See
Happa Happa T.N.T.

Fazit: Alles nur geklaut. Das richtig Schlimme hier ist: Man klaut beim ersten Teil, der selbst schon überall schlecht klaute. Originalitäts-Resistenz war selten so plakativ wie hier. Aber nette Tagline…


Hudson