Kilimandscharo - Auf der Jagd nach dem verlorenen Schatz


‘In der sengenden Hitze Afrikas sind sie dem Geheimnis auf der Spur’


Originaltitel: Miniere del Kilimangiaro, Le (1986)
Regie & Drehbuch: Mino Guerrini
Darsteller: Tobias Hoesl, Elena Pompei, Christopher Connelly FSK: 16


Abenteuer Tupperparty
Professor Thomas Smith, der vor vielen Jahren in der deutschen Armee als Thomas Schmidt diente, ist der einzige Überlebende einer Expedition nahe des Kilimandscharo, deren Ziel eine gewaltige Diamanten-Mine war. Nachdem seine Kameraden von wilden Eingeborenen™ ermordet wurde, emigrierte er in die U.S.A., um von nun an das Bildungswesen auf Vordermann zu bringen. 20 Jahre später stellt sich ein zwielichtiger Herr dem guten Professor vor, dem anscheinend alle Details der Expedition bekannt sind. Kurz darauf ist Smith tot. Zuvor gelang es ihm jedoch, seinen ehemaligen Schüler Dr. Barkley auf die Fährte der Mine zu setzen. Dieser bricht unversehens auf nach Mombasa (’Aber liegt der Kilimandscharo nicht in Tansania?’ ’Ruhe!’) und hat bald diverse Schurken im Nacken. Fiese Nazi-Schergen (blonde Italiener), nicht minder gemeine Chinesen (ebenfalls Italiener, denen man Zöpfe und feine Bärte anklebte und die Augen schminkte) und wilde Eingeborene™ sind ihm und seiner Begleiterein Eva auf den Fersen…

Hahahahaha! Der Film hat was…
Und zwar hauptsächlich Sachen, die auch schon die ’Indiana Jones’-Filme hatten (Strichreisen auf Landkarten, wilde Eingeborene ™ und einen ’Prof. Heroic Hat’ ), Prop-Nonsens (Rohdiamanten die aussehen wie vom Juwelier geschliffen), Genre-Nonsens (ein eingeborener Amazonen-Stamm, mit eigenem Marmor-Palast und weißer (italienischer) Herrin) und Rassismus-Nonsens (ein schwarzer nackter Muskelmann mit Riesenbeule im String-Tanga, der von seinem ’Herren’ “Gestählter Nubier Hassan!“ gerufen wird).

Königin Weiße Nase
und ihr Dumbo-Kult
Dazu gibt’s eine grandiose Cast (Peter ’Peterchen’ Berling mit ’Homer Simpson’-Synchro, sowie Gordon Mitchell und Al Cliver als Deutsche Söldner) und Komparsen, die andauernd irgendwo zur Tür reinplatzen und ohne ein Wort zu verlieren, mit einem Pfeil im Rücken, zu Boden fallen…
Achja, beinahe hätte ich den fiesen Nazi-Assassinen vergessen, der schonmal den Fernseher erschießt, wenn ein Yankee Adolfs ’Heim ins Reich’-Rede kritisiert.
Geredet wird hier sowieso sehr viel. Die Dialoge reichen von amüsant albern (“Wir müssen hier raus. Unsere Hütte brennt!“) bis kreuzdämlich (“Der verfolgt uns jetzt schon seit Tagen.“ “Wer?“ “Der Pygmäe!“ “Unsinn, das ist kein Pygmäe. Das ist ein Baby-Neger.“).
Irgendwie erinnerte mich der Schinken an die ’Mosquito’-Episode aus Monty Pythons ’Sinn des Lebens’, nur halt nicht bewusst witzig gemeint, obwohl hier eine chinesische Foltermethode zu begutachten ist, in der einem Mann ein riesiger Trichter auf den Mund gestülpt wird, in welchen ein paar Mäuse hinein geworfen werden.

“Ziehen sie vielleicht etwas Indisches vor? Wir haben den besten Kobra-Händler in Mombasa’.
“Lieber wären mir Spiegeleier.“
“Ich sehe, sie sind ein humorvoller junger Mann.“

Höhlenkoller

Für den Flausen-Dummy reicht es lange nicht, aber ’Kilimandscharo’ ist bekloppt genug um als Gaga-Adventure-Trash durchzugehen, den ich den üblichen Verdächtigen getrost ans Herz legen kann.


Hudson