Karate Tiger 3: Kickboxer


‘Action has a new hero’


Originaltitel: Kickboxer (1989) Regie: Mark DiSalle & David Worth
Drehbuch: Mark DiSalle & Glenn Bruce
Darsteller: Jean-Claude Van Damme, Dennis Chan, Michel Qissi FSK: 16


Hochmut kommt vor dem Fall…
Eric Sloane (Dennis Alexio) ist ein selbstsicherer Kickboxer mit Schnurrbart. Da er im eigenen Land keine Gegner mehr findet reist er in Begeitung seines jüngeren Bruders Kurt (Jean Claude Van Damm, ’Street Fighter’) nach Thailand, um gegen den Muy Thai Champion Tong Po (Michael Qissi, ’Leon’) anzutreten. Doch der Kampf gegen die unerbittliche Kampfmaschine verschafft Eric nicht nur eine Niederlage, sondern auch die Querschnittslähmung. Voller Wut auf den Tong Po, schwört Kurt Rache.

Großhirn an Faust: Ballen!
Sein Freund, der ortskundige Dandy Taylor (Haskell V. Anderson III) stellt ihm den alten Xian (Dennis Chan) vor, der vor Ewigkeiten die besten Kämpfer des Landes ausgebildet hat. Xian entscheidet sich trotz jahrelanger Abstinenz, den jungen Amerikaner zu trainieren (kein Wunder, bei dem edlen Motiv) und schleift Kurt duch ein harten Training (Unterwasser-Fighting, Kokosnuss-auf-Bauch-ditsching und Spagat).
Als der Gangsterboss der Provinz erfährt, dass der altehrwürdige Meister einen Ausländer gegen seinen besten Kämpfer trainiert, erklärt er dem Gespann den Krieg…

Mensch, weißt’ noch früher?
Ja früher, da dachte man: ’Wow, was ’ne irre Action!’
Heute denkt man: ’Uff, was ’ne peinliche Formel-Sause!’
Schon komisch, wenn sich der Vorhang der Vergangenheit lichtet. Da kannte man als ’wendegeschädigter Ossi-Bengel’ (so nannten uns die Lehrer immer) ja auch keine Alternativen (ausser dem inhaltlich ähnlichen ’Bloodsport’).

"Und in der blauen Ecke:
Der Ami aus Belgien!"
Auf einmal sieht man, dass Van Damme gar nicht so ’ne coole Sau ist, wie man als 12-jähriger dachte. Und auch wenn sich der belgische Minimal-Mine sich Mühe gibt (Stichwort: “Zeigen sie’s mir!“), kommt er über weite Strecken nicht von einer wirklich seltsam anmutenden Naivität weg (was sollte dieses Nassgespritze mit den Kindern und die schwuchtelige Tanzeinlage im Schwarzen Body?). Und auch wenn er den Mund aufmacht, kommt nicht viel bei rum („Du musst mehr als nur versuchen oder dein Training ist sinnlos!“ „HmmHmm!“) Immerhin schmeißen die Regisseure (! ..Prust…) Mark DiSalle & David Worth (’Warrior of the Lost World’) ihren Star vor schön anzusehende Kulissen und in (mit Lokal-Kolorit vollgepumpte) schwitzige Turnhallen.
Das Training scheint überhaupt am meisten Spass zu machen, wenn ma als Silhouette vor blauen/roten Himmel kämpft den ’Scherenschnitt’ macht.
Die Story wurde schon in etlichen vorangegangenen, als auch späteren Martial Arts Streifen zu Tode geprügelt und bietet höchstens ein Extra-Portion Gemeinheit (Mensch musstet ihr denn unbedingt das Mädel vergewaltigen, den Bruder aus dem Rollstuhl klauen und den Hund verprügeln?)
Witzig hingegen, wie das Publikum vor dem Endkampf den Favoriten Tong Po anfeuert, es sich aber für das deutsche Publikum aber eher nach ’Tampon, Tampon!’ anhört.
Schräg-quäkige 80er Songs, die heute wohl nur noch auf ’50 Cent Samplern’ zu finden sind, geben dem Siegel ’unterdurchschnittlich’ dann den letzten Schliff.

Kurt versohlt Tong Po den selbigen!

’Karate Tiger 3: Kickboxer’ ist durchschnittliches Klopperkino, mit einem leicht tuntigen Van Damme und einem dünnen Angebot von Fights, vor recht anständigen Kulissen. Dann lieber doch nochmal ’Bloodsport’.

Nool