Der Kampfkoloss


‘After the oil wars came a greater threat...’


Originaltitel: Warlords of the 21st Century (1982) Regie: Harley Cokliss
Drehbuch: Margaret Abrams, Irving Austin, John Beech & Harley Cokliss
Darsteller: Michael Beck, Annie McEnroe, James Wainwright FSK: 18


Endzeit, frisch auf den Spuren von ’Mad Max 2’, diesmal aus Neuseeland, einer kleinen Insel irgendwo am Arsch der Welt (right next to down under).

Michael Beck!
(Hier ist jeder dumme Spruch fehl am Platz.)

Nach den Ölkriegen liegt das Land (der Kontinent? die Welt?) brach. Die Zivilisation ist zerstört, brave Menschen rotten sich in kleinen Siedlungen im Ödland zusammen, während die fiesen Typen in den klassischen Panzerfahrzeugen übers Land streifen, morden, plündern, das ganze Programm. Die Truppe des niederträchtigen Straker sind die Vorreiter dieses brutalen Raubrittertums der Post Apokalypse. Ihre wenig geheime Geheimwaffe ist ein Supertruck, mit dem sie so ziemlich jedes Hindernis aus dem Weg räumen und jeden Flüchtigen einholen können. Corlie, das einzige weibliche Mitglied der Gruppe ist weder freiwillig in der Gesellschaft der Grobiane, noch mit deren Methoden einverstanden und versucht immer wieder zu fliehen. Als sie den einsamen Wolf Hunter trifft, scheint ihre Chance zu kommen. Hunter bringt Corlie in das Lager der friedlichen Kommune Clearwater, verschwindet jedoch selbst wieder zurück ins Ödland. Da Strakers Crew ein weitaus größeres Interesse an der Dame hat, als bisher bekannt ist, walzt der Battle Truck bald in Clearwater ein und richtet heillose Zerstörung an. Corlie gelingt erneut die Flucht, doch hat sie die Nase voll vom Weglaufen. Gemeinsam mit Hunter erklärt sie Straker und seiner Gang den Krieg…

"Ich verkaufe da diese tollen Fallout-Schutz-Lederjacken."

“What is that? “
“Methane. I make it out of Chickenshit. “

Ein wenig ernster, als wir es von den Sub-Standard-Vertretern dieses speziellen Sub-Genres gewohnt sind, inszenierte Regisseur Harley Cokeliss (’Dream Demon’) seinen Beitrag zur Endzeit-Schwemme der Achtziger Jahre.
Inhaltlich wird hier Standardkost geboten: Nette Siedler, fiese Raider, einsamer Held, alle treffen aufeinander, es knallt. Ganz der ’Road Warrior’.
Doch auf der technischen Seite punkten das desolat fotografierte Outback, inklusive einiger eindrucksvoller Kameraflüge (ähm, ja… Luftaufnahmen) und ausnahmsweise mal ein stimmungsvoller Score jenseits des Düdel-Einerleis der Genre-Brüder.
Obwohl man mit Bruno Lawrence (’The Quiet Earth’) und John Ratzenberger (’Cheers’) talentierte Darsteller in Nebenrollen hat und James Wainwright (’Killdozer’) als Bösewicht eine beeindruckend einschüchternde Show abliefert, krankt ’Der Kampfkoloss’ an fehlender Persönlichkeit, was wohl auch Hauptdarsteller Michael Becks (’The Warriors’) blassem Spiel anzulasten ist. Dank durchschlagender Action-Einlagen (Vehicle-Stunts, Verfolgungsjagden, Schießereien, also allem was das P.A.-Herz begehrt) und adäquater Endzeit-Atmosphäre fallen diese Mängel jedoch kaum ins Gewicht.

Truck unter Druck

“Under my leadership you will learn the arts of discipline and excellence! “

Es ist eine vertrackte Angelegenheit, mit den Endzeit-Filmen seit 1981 ins Gericht zu gehen. Jeder einzelne muss sich den Vergleich mit ’Mad Max 2’, dem Vorreiter und bis zum heutigen Tag Genre-Primus des Sub-Genres der postapokalyptischen Action, gefallen lassen und jeder hat ihn bislang verloren. So auch ’Der Kampfkoloss’.
Versuchen wir also einfach, den ganzen restlichen Endzeit-Kladderadatsch in eine eigene Schublade unter dem Road Warrior’ einzuordnen. Somit hätten wir hier einen recht soliden Action-Rider mit funktionierender P.A.-Stimmung...

...und einem geil aufgepimpten Endzeit-VW Beatle.



Hudson