Der Kampfgigant II


‘Hunde des Krieges’


Originaltitel: The Firing Line (1988) Regie: Jun Gallardo
Drehbuch: Jun Gallardo & Sonny Sanders
Darsteller: Reb Brown, Shannon Tweed, Kahlena Marie FSK: 18


Wer hätte gedacht, dass die "Asi-Palme"
durch eine echte Palme inspiriert wurde?!

Irgendwann in den Achtzigern, in irgendeiner zweitklassigen Bananenrepublik…
G.I. Joe und Oberlippenbartträger Mark Hardin (Reb Brown) hat mit seiner Truppe den Rebellenführer Rodriguez (Mike Monty) nach heftigen Kämpfen gefangen genommen und übergibt ihn seinen befehlshabenden Offizieren. Doch anstelle eines Kriegsgerichtes stellen die Herrschaften Rodriguez gleich vor das Erschießungskommando. Hardin ist mit dieser Herangehensweise alles andere als einverstanden und wird nach einer Prügelei mit seinem Major zunächst auf die Folterbank und schließlich ins Café Viereck gesteckt. Dem Supersoldaten gelingt natürlich die Flucht und mit der, unglücklicherweise zwischen die Fronten geratenen, Blondine Sandra (Shannon Tweed) schlägt er sich durch den Busch, direkt in die Arme der Rebellen. Nach anfänglichen Querelen leben sich beide Blondis bei den Guerillas ein und eine Trainingsmontage später geht’s den korrupten Regierungstruppen an den Kragen…

"Das ist eine Granate. Eine hervorragende Waffe."
"Und auf was schießt man damit?"
"Auf alles, was unfreundlich ist."

Ja, das ist eine Tapete, in die der Scherge da geboxt wird.

Let’s check the facts: ’Kampfgigant 2’ hat nichts mit ’Der Kampfgigant’, dem grandios debilen Actionschrotter von Bruno Mattei aus dem Jahre 1987, zu tun. Warum der deutsche Verleih dem Film, der im Original ’The Firing Line’ heißt, hier dennoch diesen Titel draufpackte, ist ganz einfach zu erklären: In ’Der Kampfgigant’ tötete Miles O’Keefe eine Schlange im Dschungel. In ’Kampfgigant 2’ tötet Reb Brown eine Schlange im Dschungel. Themen und Motive wie dieses nebst Schießereien für eine bessere Welt, korrupten Militärs, unerträglichen Keyboardklängen und die Anwesenheit von Mike Monty ziehen sich wie ein roter Faden durch beide Filme. Das Drama des Krieges, Baby. Case closed.

Oh, Reb....
Ach, ich spar mir den Spott.
An vorderster Front lässt Reb Brown die Schauspielmuskeln schwitzen… HÄTT ich jetzt fast gesagt, aber Reb Brown kann einfach nicht schauspielern und hier versucht er’s gar nicht erst. Schwitzen kann er aber und das zeigt er wie ein Covermodel von ’Homoerotics Wow!’ in einer Szene, in der ihm beim Foltern die Suppe vom Oberlippenbart auf die Brustwarzen perlt. Shannon Tweeds darstellerisches Spektrum ist ähnlich eingeschränkt, aber wie zehn Jahre später in ’Assault on Devils Island’ und ähnlichen C-Actionern wird sie hier als Blickfang für die männlichen Zuschauer eingesetzt und als Entschuldigung für eine Szene, in der Reb Brown beim Felsen am lauschigen Wasserfall mit ihr knattern kann. Die heilige Dreifaltigkeit der blonden Macht wird hier übrigens durch Genre-Atze Mike Monty vervollständigt, der mit kaukasischem Antlitz und fair haired Frise einen Rebellenführer namens Rodriguez spielt.
Ihr kennt das: Die Rebellen sind immer die, die im Dschungel hocken und die Regierung sind immer die, die in Baracken hausen. Nach einem Machtumsturz ändern sich die Seiten, die Rebellen von einst werden zu korrupten Militärhanseln, die geläuterten Regierungsaffen zu revolutionären Guerilleros. Mittendrin sagt einer "Jeder, auf den die anderen hören wollen, ist ein Anführer." und dann isst man Obst. Only in a Banana Republic!

Nochmal mit Gefühl...

In der ungeschnittenen Fassung ist ’Kampfgigant 2’ für Fans von Ramba-Zamba-Epen à la ’Cobra Force’ und ’Commander Rainbow’ durchaus sehenswert. Obwohl der Begriff "wert" hier wirklich im entferntesten Sinne des Wortes genutzt werden sollte. Revoluzzer, Ballereien & Reb Brown, halt. Ich rate ab.


Hudson