Jungle Force


‘In this war, if you're not the best...you're dead.’


Originaltitel: Eye of the Eagle (1986)
Regie: Cirio H. Santiago Drehbuch: Joseph Zucchero
Darsteller: David Anderson, Tony Beso, Brett Baxter Clark FSK: 18


Cirio H. Santiago, bei diesem Namen werden Kenner knalliger B-Movies und leicht zufrieden zu stellende Action-Adepten hellhörig. In den Siebzigern und Achtzigern hatte kaum ein Zweiter einen vergleichbaren Ausstoß an schnell heruntergekurbelten Krawall-Krachern wie der philippinische Schund-Regisseur. ’Jungle Force’ ist einer seiner unzähligen Vietnam-Actioner und er liefert genau das, was man von Santiago erwartet.

Wenn Mike Monty den Raum betritt,
steht jeder noch so unverschämte G.I. stramm.

Der Film startet unverblümt durch mit Dauerfeuer, Explosionen und Dschungel-Rennerei, ohne dass auch nur ansatzweise geklärt wird, 1.) wo wir sind, 2.) was wir hier tun und 3.) wer die Guten/die Bösen sind. Ich tippe auf 1.) Vietnam (denn darauf läuft’s immer hinaus), 2.) töten, ballern, rennen (man muss ja nicht immer irgendwas hineininterpretieren, was gar nicht da ist) und 3.) die Guten sind die, die am Ende im Chopper hocken und uns weiterhin durch den Film begleiten und die Bösen sind jene, die tot im Gras liegen.
Sarge, Johnny und… der Andere, die drei knallharten Jungs der Spezialeinheit ’Eagle-Team’, werden nach erfolgreicher Prolog-Ballerei und einem schmissigen Popsong, der den Titel des Films als Refrain herausposaunt, unverzüglich ins nächste Dauerfeuer geschickt, wo sie irgendeine ganz doll wichtige Mission erfüllen müssen, was aber weder das Eagle-Team, noch den Zuschauer schert. Hauptsache ballern für eine bessere Welt!

Was wär ein Nam-Reißer ohne
'Cheap Filthy Redlighted Bar'?
Der Gegner besteht aus einer Rotte ehemaliger GIs, die sich im vietnamesischen Busch verschanzt haben und auf Guerilla-Art US-Militärlager und friedliche Dörfer angreifen. Außerdem hat der Chef dieser Bastarde vor ein paar Jahren den Bruder vom Sarge umgenietet. Reicht das jetzt, um als Story herzuhalten? Na also!
Hier wird jedes gängige Vietnam-Klischee bedient. Vom oberflächlichen Sinnieren über das Wesen des Krieges, Ausrüstungs-Montagen und P.O.W.-Folter, bis hin zum Besuch im hiesigen Striplokal, wo umgehend eine zünftige Schlägerei vom Zaun gebrochen wird – alles wird geboten.
Dialoge dienen hier nur der Information, was gerade so los ist und wer wohin muss, um wen umzulegen. Passt schon. Man kann nebenher gut und gerne Kartoffeln schälen oder auch Staubsaugen, das Geballer ist laut genug, um jeden Lärm zu übertönen.
Ausgeübt wird die sinnfreie Nonstop-Action von einem Haufen tauber Nüsschen unter Führung eines gewissen Brett Baxter Clark (’Alien Warrior’) der entfernt an den jungen Richard Norton erinnert (wie wir ihn aus Santiagos Endzeit-Actioner ’Defender 2000’ kennen). An dessen Seite spielen Genre-Haudegen Mike Monty, in der ihm von jeher ans Hemd gehefteten Rolle des knallharten Offiziers und ein sehr junger Robert ’T 1000’ Patrick (der ebenfalls bei ’Defender 2000’ am Start war), der hier aufdreht, als wäre er auf einer Testosteron-Diät.

“Chef, wir sind fertig.“
“Yeah! Heute gibt’s mit der groben Kelle.“

BFFs: Die Jungle Force

Genau so isses: Grobe Kellen, Dauerfeuer und immer voll drauf. Das ist weder kleine Kunst, noch große Unterhaltung, aber genau das richtige Betthupferl in einer langen Filmnacht voller Krawall und Krawumm.


Hudson