Zwei Fäuste wie der Blitz

aka

Jen Ko - In seinen Fäusten brennt die Rache



Originaltitel: Chu ba (1973) Regie: John Woo Drehbuch: No Pe
Darsteller: Henry Yu Yung, Wong Chung Shun, Lily Chen Ching FSK: ungeprüft


Auch ein Mann wie John Woo hat mal klein angefangen. Und nein, ich rede nicht von ’Hard Target’, sondern vom vorliegenden ’Jen Ko - In seinen Fäusten brennt die Rache’, eines von Woos Frühwerken aus der käsigen Chopsocky-Ära.

Hebefigur mit Ring Out

Story: Chen ist ein junger Kadett der Polizei-Akademie, der seinen Abschluss als Jahrgangsbester macht. Seine neu erlernten Künste soll er in einem Diebesnest erproben, wo nun der Gangster herrscht, der einst seine Eltern ruinierte, seine Mutter in den Wahnsinn trieb und seinem Vater einen Tod durch Herzversagen bescherte (wahrscheinlich hat er sogar ihren Hund vergiftet). Von Rache getrieben, von einem blinden Mädchen begleitet und von einem Superschurken mit ’Homer Simpson’-Synchro verhöhnt, nimmt er es mit einer üblen Verbrecherbande (Kobra Leng, Tiger Wong, Eisenfaust Ping und King Pong, jeder mit eigenem Spezial-Kampfstil) auf und tritt damit eine Lawine von typischen Kung Fu-Kloppereien los…

Ja, John Woo gab's auch ohne Wummen.

Und bevor einer fragt: Nee, mehr is auch nich!
Haudrauf hier, Zossel da. Kick. Punch. Jump. Kick. Sweep. Von einem Handgemenge wird sich ins nächste gekantet, dazwischen überflüssige Dialog-Sequenzen (“Irgendetwas bedrückt sie, nicht wahr?“ “Nein.“ “Aber warum haben sie eben so wütend auf den Tisch gehauen?“ “Da habe ich nur an etwas Unangenehmes gedacht.“), funky Lounge-Musik (einmal wird sogar Nino Rotas ’Der Pate’-Thema zitiert), ein ’Haste nich jenau jekuckt, isser auch schon wech!’-Cameo von Jackie Chan und zornige Gesichter, sinnend nach Rache. Aber das passt schon, denn wenn’s hier auf die Nuss gibt, dann knackt’s auch gewaltig und zwar nicht nur soundtechnisch. Die üblichen Hauruck-Kollegen mit Super-Moves aus dem Setzkasten der Absurdität bringen schließlich auch etwas Abwechslung in die Mische. Wer also drauf steht, wenn Karatekas des Grauens mit irren Riesenzöpfen ganze Häuserfassaden niederreißen, der könnte falscher liegen als bei ’Jen Ko’ und seinen brennenden Rachefäusten.


Hudson