Jäger der Apokalypse 2:
Höllenkommando zur Ewigkeit



Originaltitel: Fuga dall'archipelago maledetto (1982) Regie: Antonio Margheriti
Drehbuch: Tito Carpi & Gianfranco Couyoumdjian
Darsteller: David Warbeck, Annie Belle, Tony King FSK: 18


Titel-Durcheinander im deutschen VHS-Cover-Wald!

Neulich in Nam
Dachte ich doch, ich hätte den 2. Teil von ’Jäger der Apokalypse’ längst gesehen und auch hier besprochen, stellte sich nun heraus, dass der eigentliche (wenn auch inoffizielle) Nachfolger sogar von Antonio Margheriti selbst inszeniert wurde und auch mit der Cast vom Original unterwegs war. Meine Damen und Herren, darf ich vorstellen: ’Jäger der Apokalypse 2: Höllenkommando zur Ewigkeit’.
David Warbeck und Tony King sind wieder da und schmuggeln auf dem Luftweg Waffen nach Kambodscha. Als Tiger Joes (Warbeck) Kunden bei einer weiteren Lieferung von Regierungstruppen aufgerieben werden, muss sich der Pilot allein durch den Dschungel schlagen und gerät in die Gefangenschaft unfreundlicher Rebellen. Nach einem gewaltigen Shoot-Out im Dschungel gelingt Joe, der Krankenschwester Kia und dem Eingeborenen Dato die Flucht. Gemeinsam versuchen sie den Gefahren des Dschungels zu trotzden und der grünen Hölle zu entrinnen…

“Verdammt ich dachte wirklich, wir erwischen ihn nicht mehr. Soviel Glück kann nur einer haben, der in Büffelscheiße gebadet hat.“

Nimm das, du am Fussboden
liegendes Subjekt, das gerade
nicht gesehen werden kann!
Explosionen, Schießereien, harte Kerle, brennende Sträucher, Strohhut-Attacken, Danneberg-Synchro und eine Kelle Drama… Das alles kennen wir von Antonio Margheriti (’Kommando Leopard’) und wer mehr erwartet, der sollte sich lieber gleich abwenden.
Bloß gut, dass es bei ’Höllenkommando zur Ewigkeit’ so rasant zur Sache geht, sonst hätte man wahrscheinlich zu viel Zeit, sich über die grundlegende Eintönigkeit des Materials zu beschweren. Immer, wenn der Film versucht mittels Dialogen seine papierdünne Story zu etablieren, ist er am schwächsten. Aber dann kommt ja auch schon bald der nächste Shoot Out, eine explosive Zerstörungs-Orgie (wie z.B. die der Brücke am Ende), ein fragwürdiges Zivilisten-Gemetzel oder auch zwei), eine Tiger-Attacke (ja, warum nicht?!) oder halt der obligatorisch-freche Spruch zur Auflockerung (“Wer ist das?“ “Eine Frau.“ “Ach ja? Um das zu glauben müsst ich sie erst einmal nackt sehen.“)
Der Film ist wenig zimperlich und kostet bis zum dramatischen Krawumm-Finale nicht nur zahlreiche ’Statisten’ das Leben. Die Cast schlägt sich recht wacker und wird dabei von der gelungenen deutschen Synchro unterstützt. David Warbeck (’Fluch des verborgenen Schatzes’)und Tony King (’Asphalt Kannibalen’) beherrschen den Bildschirm mit grimmiger Mine, ihnen zur Seite witzelt sich Luciano Pigozzi (’Cobra Force’) durchs Geschehen.

Die sprichwörtliche 'Bridge over troubled (sprich exploding) Water'

Fazit: Exploitive Italo-Dschungel-Action-Kost vom Fass. Und zwar vom dauerknallenden Pulverfass. Jeder, der sich gerne im süd-ost-asiatischen Tropenwald suhlt und keine Angst vor gehetzter Dauerknallerei hat, wird’s zu schätzen wissen.


Hudson