Das Grauen aus der Tiefe


‘Out of primordial depths to destroy the world!’


Originaltitel: It Came from Beneath the Sea (1955)
Regie: Robert Gordon Drehbuch: Hal Smith & George Worthing Yates
Darsteller: Kenneth Tobey, Faith Domergue, Donald Curtis FSK: unbekannt


And the sane scientist spoke:

“For centuries the mind of man has learned comparetively little of the mysteries in the heavens above - or in the seas below. Since the Coming of the atomic age, man’s knowledge has so increased that any upheavel of nature would not be beyond his belief.”

Und so werden wir auch gleich auf das kommende ’unpheavel of nature’ vorbereitet.

Yeah, fuck the police!
Ein Krake ist es, der durch atomare Strahlung zu einer Riesenbestie mutiert, die bald die Ozeane unsicher macht und amerikanische Wissenschaftler und das dazugehörige Militär auf den Plan ruft. Nachdem das Biest einige Schiffe verschleppt und Menschen platt gedrückt hat, fällt es schließlich im Hafen von San Francisco ein und plättet dort den ganzen Rest. Jetzt kann nur noch eines helfen, nämlich … na, na? Genau, ein Atom-U-Boot!

Machen wir uns nichts vor, die Monsterfilme der 50er Jahre glänzten selten durch originelle Stories oder scharf gezeichnete Charaktere, dafür aber umso mehr durch phantasievoll gestaltete Kreaturen, die dem begeisterten Zuschauer von schrillem Orchestergekreisch und einem Moral-spuckenden Off-Erzähler präsentiert werden.
So weit so gut. Auch in ’Das Grauen aus der Tiefe’, dem ersten Ausleger einer langen Traditions-Reihe von Riesen-Oktopus-Filmen, die sich bis heute bei gewillten Monster-Fans größerer Beliebtheit erfreuen.

Golden Gate Bridge auf Ex
Schwachpunkt ist einmal mehr das lahme Build-Up zu den tollen Monster-Szenen. Die Schauspieler verleihen ihren Figuren kaum Profil. Letztere sind größtenteils da, um wirre Atom-Theorien auswendig zu kennen oder militärische Kurzbefehle zu bellen. Der Plot schwurbelt um die typischen ’ominous Monster-Sightings’. Die korrekt/brave Stimmung führt schnell zu Ermüdungserscheinungen.
Ab der Hälfte geht’s dann los. Kraken-Action. Und zwar nicht irgendwelche Gummi-Puppen an Stöcken, CGI-EiEi oder echte Mini-Octopi mit dem Ventilator durch die Badewanne gescheucht, sondern homebrewn Harryhausen-Genius! Stop Motion, Baby! Und um ehrlich zu sein, auch der einzige Grund, sich ’It came from benath the sea’ überhaupt anzuschauen.
Der Meister der ’Frame by Frame’-Animation griff tief in die Trickkiste und zauberte wieder einzigartige Zerstörungsorgien der Sorte ’Beast vs. Buildings’. Und auch wenn sein Krake (oder Kraken? Wurde diese Frage jetzt eigentlich mal geklärt?) aus Budget-Gründen nur 6 an Stelle von 8 Armen hatte, die Attacken des “Sextopus“ (Zitat Harryhausen) gehören ins Visier eines jeden Monster-Fans.

Feuer Marsch!

Fazit: Zäh anlaufende Riesen-Monsterade, die mit Erscheinung des ’Grauens aus der Tiefe’ erst richtig in Fahrt kommt. Hooray for Harryhausen. Vergesst den Rest.


Hudson