Island Claws



Originaltitel: Island Claws (1980) Regie: Hernan Cardenas
Drehbuch: Jack Cowden, Ricou Browning, Colby Cardenas & Hernan Cardenas
Darsteller: Robert Lansing, Steve Hanks, Nita Talbot FSK: unbekannt


Eckhard, die Krabben kommen!

Shores of Terror
Auf der pazischen Insel ‘Generic Tropical Island’ ist der Teufel los, als Wissenschaftler McNeal seine neu entwickelten Wachstumshormone zu Versuchszwecken an der örtlichen Krabben-Population testet. Grandiose Idee, jedenfalls wenn man sich für den Plot des ‘TV-Gruseltrashers der Woche’ bewerben will. Die Hormone (in Verbindung mit unzulässig ins Meer geschütteten chemischen Substanzen, cause only one evil aint enough) lassen augenblicklich die Aggressivität der Biester boosten, was darin resultiert, dass die Krabben einem Hobo den Trailer anzünden und eine Blondine vom Fahrrad schubsen. Das Publikum versucht gerade, diesen schwer verdaulichen Terror zu verarbeiten, da findet man Spuren und Schuppen einer gigantischen Krabbe am Strand.
Wenn Big Momma schließlich in Aktion tritt, bekommen Fans von Giant Monster Flicks endlich, was das Cover verspricht. Leider hat die Laufzeit dann nur noch fünfzehn Minuten übrig. Davor muss man sich jedoch mit etlichen irrelevanten Füllerszenen begnügen:

Vom Baum erdrückt?
Ein Haufen uriger Fischköppe hottet in der örtlichen Kaschemme zu Akkordeon-Rythmen ab und der Hund des Protagonisten taucht von der Krabbe verletzt humpelnd am Strand auf (rührseliges Mundharmonika-Gedusel galore), was einen rassisstischen Yokel-Mob zu den Waffen rufen lässt (“Haitians! Those damn Hatians! Let’s get guns!”)
Die unmotiviert eingefügte Romanze darf hier genau so wenig fehlen, wie kreischende Weiber, ein brummig-scheppernder Konserven-Score und notorische Unterbeleuchtung. Lediglich die Styropor-Riesenkrabbe wurde von den Effekt-Spezis einigermaßen ansehnlich gefertigt … naja, es es eine gigantische Papp-Krabbe die hin und her wackelt und mit den Scheren winkt.
Dass die Macher (u.a. Co-Autor Jack Cawden, der ein Jahr später den kultigen ‘Mr. No Legs’ verzapfte) der Meinung waren, mit der Bedrohlichkeit putziger Krabben beim Genre-Publikum durchzukommen, lässt mich einmal mehr die Zurechnungsfähigkeit der Branche während der Tierhorror-Welle, die von Mitte der 70er bis Ende der 80er schwappte, zweifeln. Aber hey, ich habe hier mal vor Jahren großspurig den Regenwurm-Horror ‘Squirm’ empfohlen und darf diesbezüglich wohl das Maul nicht zu weit aufreißen.

Nein, von der Krabbe eingegrätscht!

“Let’s not be padding our backs. We need proof.”
“John, this is proof. This is happening.”

Nothing’s happening, fella. ‘Island Claws’ ist ein Film, wie geschaffen für die ‘MST3K’-Behandlung. Zwischen peinlich unspannenden Crab-Attacks herrschen betretene Stille und die üblichen ‘scientific discussions’ im Kreise müde agierender Frisurchargen. Das Resultat ist gnadenlose Langeweile verfeinert durch Strandparty-Lokalkolorit und ein aus der Lethargie erwachendes Action-Finale, in dem Fischers Fritze und Co. gegen eine wippende Riesenkrabbe fechten.


Hudson