Iron Heart


‘Only the strong will survive’


Originaltitel: Ironheart (1992)
Regie: Robert Clouse Drehbuch: Larry Riggins
Darsteller: Britton K. Lee, Bolo Yeung, Richard Norton FSK: 18


Hose reißfest, Rübe leer
Was macht man, wenn ein Cop aus Portland am hiesigen Hafen an Bleivergiftung krepiert? Ganz klar, man ruft seinen ehemaligen Partner aus Los Angeles, der Stadt der Superbullen, und überträgt ihm den Fall. Zum Glück ist John Keem (Britton K. Lee) nicht nur ein Superbulle, sondern auch ein Super-Martial-Artist. Das wird sicher helfen. Vor allem, wenn es gegen Menschenschmuggler geht, die junge Disco-Miezen mit Drogen vollpumpen und sie auf großen Schiffen in die Walachei deportieren wollen. Denn wie jeder weiß, hausen in Portland nicht nur die schuchigsten aller Verbrecher, sondern auch die Martial-Arts erprobtesten. John Keem hat einiges zu tun...

Nämlich dösig durch die Stadt zu tapsen, von unfähigen Henchmen beschattet und angegriffen zu werden und über ein Voice-Over die Stimme seines toten Kumpels zu hören, der ihn zum Angeln einlädt. Dazwischen gibt’s immer mal wieder eine Szene im typischen Früh-90er Zappelschuppen (mit typisch unerträglicher Früh-90er-Zappelschuppen-Musik), ein Besuch im Ballett-Studio, im Bistro um die Ecke (Investigation galore!) und allerlei auf’s Maul.

Hau ab, du bist nicht Bolo!
Kaum zu glauben, dass hier der ’Enter the Dragon’-Regisseur Robert Clouse am Werk war. Es sollte auch sein letztes sein. Die Darsteller ’unfähig’ zu nennen ist ein Kompliment, das ich mir nur schweren Herzens abringe. Warum Britton K. Lee mit einer Hauptrolle beauftragen? Der Mann hätte Probleme den Lieferjungen einer chinesischen Reinigung glaubwürdig zu spielen. Richard Norton ist lediglich Stichwortgeber seines besten Killers ’Ice’, der mit unglaublicher Effizienz zu Werke geht (er tötet seine Opfer auch schon mal mit deren eigener Krawatte) und von BOLO (Yeung) verkörpert wird. Wenn der sich zu Beginn seines Oberteils entledigt, ein Stirnband anlegt und im überdimensional lächerlichen Tanktop mit der Wumme um sich ballert, kreischt das filmische Getriebe kurz auf, würgt sich danach aber gleich wieder ab. Die grottige Synchro tut ihr Übriges.
Highlight in Sachen Unfähigkeit ist jedoch die Musik. Die klingt, als wäre ein Keyboarder auf seinem Instrument verreckt und würde direkt an Ort und Stelle von einem Notarzt mit dem Defibrilator bearbeitet werden.

Friseur des Grauens

Fazit: Gepflegte Langeweile durchzogen von wenig berauschenden Fights, ausgefochten von untalentierten Handlangern und (!) Bolo Yeung. Fragt also nicht nach Sonnenschein!


Hudson