Der stählerne Adler


‘Break the sound barrier. Break the speed barrier.’


Originaltitel: Iron Eagle (1986)
Regie: Sidney J. Furie Drehbuch: Kevin Elders & Sidney J. Furie
Darsteller: Louis Gossett Jr., Jason Gedrick, Tim Thomerson FSK: 16


“Damals hatte Schlaffi Carter das Sagen, aber jetzt sitzt Sheriff Reagan im Weißen Haus. Der schiebt den Schmalspurdiktatoren ihre eigenen Raketen in den Hintern.“

Der Kalte Krieg:

"Taxi!"
Der amerikanische Pilot Col. Masters (’Trancers’ Jäger Tim Tomerson unter der Fliegerhaube) wird während eines Aufklärungsflugs über dem Mittelmeer von den Fliegern des Feindes abgeschossen und in Kriegsgefangenschaft genommen. Derweil brettert sein Sohn Doug mit seinen Freunden in heißen, fliegenden Kisten über die Wüste und liefert sich ein Rennen mit den Bikern (!) der Konkurrenz-Bratzen (joa, warum auch nich.) Die Aufnahmeprüfung für die Airforce-Akademie besteht Doug trotzdem nicht. Als er jedoch vom Schicksal seines Vaters erfährt, setzt er alles daran diesen zu retten. Dem Militär sind durch höhere Instanzen (gibt’s die in den USA?) die Hände gebunden, also wendet sich Doug an das alte Flieger-Ass ’Chappy’ (ohje… Louis Gossett Jr., ’Feuerwalze’). Mit dessen Hilfe und seinen Freunden will Doug seinen Vater rausboxen (er war schließlich dreimal öfter im Simulator, als die ausgebildeten Piloten).
Ja, rausboxen… aus der Kriegsgefangenschaft eines Schuchenstaats… irgendwo am Mittelmeer… Startflughafen: Die Vereinigten Staaten von Amerika!

“Niemand hat die Power, diesen Typen zu zeigen, dass sowas nicht läuft!“
“Willst du etwa einen Krieg anfangen?“
“Nein, natürlich nicht!“

’ZONK!’ Falsche Antwort! Ein richtiger Amerikaner hätte mit: “Was denkst du denn, Dachpappe?!“ oder “Klar, warum eigentlich nicht!“ zumindest mit “Was’n, du bist nicht für mich dann bist du gegen mich!“ geantwortet.

"Hier wird nicht gequatscht!"
Aber keine Angst, es geht patriotisch genug zu, in ’Der Stählerne Adler’, dem anderen großen ’Jugendliche-Hoschis-in-ihren-heißen-Kisten’ Epos des (überhaupt grandiosen) Filmjahres 1986.
Da verrät auch schonmal ein Colonel militärische Geheimnisse an einen Teenager, ein Nerd hackt sich in den Army-Computer und am Ende kommt natürlich eine ganze Fliegerstaffel, um dem Doug bei seiner höchst illegalen und völkerrechtlich-widrigen Aktion zu helfen. Dass die ganze Schose von vornherein ein Irrtum war und die angeblichen ’terror’torialen Verletzungen seitens der Amerikaner gar keine waren, ist so sicher wie die pure Boshaftigkeit des namenlosen ’Terror-Staats’ (der zwar eindeutig im nahen Osten liegt, deren Machthaber jedoch Uniformen eines Bananen-Republik-Regimes auftragen). Von dessen ’Gerichten’ wird Daddy zum Tode verurteilt, während Doug seine ’Prom Night’ feiert.
Auf einen Score wurde aus zeitgenössischen Gründen komplett verzichtet, stattdessen plärrt ununterbrochen ’Formel Eins’ Mucke aus dem Walkman des Protagonisten (dabei starrt dieser meist träumerisch in die Wolken).

Moment mal... Was hält der denn da in den Pfoten?

Fazit: Ein patrotisches, mit Bomben und Raketen bespicktes Teen-Flieger-Spektakel, recht unterhaltsam und abgerundet durch einen Eimer voll rührseligem Gefasel, das schleimig-tropfend in den Propeller fiele, wenn ja wenn ein Düsenjet eine Propeller hätte. Ein Geheim-Tipp für alle, die immer schon wissen wollten, wo ’Hot Shots’ seine Ideen her hatte.

Hudson