In Vitro


‘Deformed. Devious. Depraved.’


Originaltitel: Hideous! (1997)
Regie: Charles Band Drehbuch: Benjamin Carr
Darsteller: Michael Citriniti, Rhonda Griffin, Mel Johnson Jr. FSK: ungeprüft


Achtung! Full Moon-Produktion mit Charles Band am Ruder voraus! Ausweichen! Hart Backbord! Zu spät… Hirnkniiirsch!

How to give head
’Gesellschaft für anatomische Spezialexemplare’ nennt die resolut unausstehliche Yuppie-Schlampe Belinda Yost ihre kleine Firma, mit der sie genetische Mutationen vom Sperrmüll an den Meistbietenden verhökert. Erstaunlich, wofür es alles einen Markt gibt.
Als Sammler Napoleon Lazar ein besonders widerliches Einzelstück aus der Kläranlage erwirbt und sein Konkurrent Dr. Lorca davon erfährt, hetzt letzterer kurzerhand seine Assistentin auf Lazar, welche ihm (halbnackt und mit zotteliger Affenmaske getarnt) das Exemplar gewaltsam entwendet. Das kann Lazar nicht auf sich sitzen lassen, also begibt er sich in Begleitung von Belinda, ihrer treudoofen Sekretärin und dem großmäuligen Detektiv Kantor zu Lorcas Anwesen. Während sich die Kontrahenten im abgeschotteten Herrenhaus gereizte Geplänkel-Duelle liefern, schlüpft der Gegenstand des Streites aus seinem Einmachglas und reanimiert weitere Pöter-Proben zu mörderischem Leben. Bald ist im Haus die Hölle los…

“Ich weiß, dass zweiköpfige Babies heute nicht mehr so selten sind wie früher. Aber auf dem Grabbeltisch im Kaufhaus finden Sie sie noch nicht.“

Frisch in die
Welt geschissen...
Konservierungsleidenschaften sind oft eine lang gepflegte Familientradition.
Meine Mutter hat immer Sauki-O eingeweckt (Sauerkirschen ohne Kerne!), Mama Leones Oma fabriziert ununterbrochen selbstgemachtes Apfelmus und bei den Protagonisten von Charles Band Cheapo-Chiller ’Hideous’ (Originaltitel) sind es halt glibbrige Abfallprodukte genetischer Mutationen.
Aufgezogen wird die Chose (von der Story, über die Inszenierung, bis zur Musik) wie einer von Bands ’Puppetmaster’-Filmen, nur dass die eklig wabbeligen Trashgestalten den Fun und auch jegliche Sympathie im Vergleich zu den Toulon-Puppen einbüßen.
Die Effekte sind selbst für eine ’Full Moon’-Klitsche unter aller Sau. Was es mit den ewigen Close Ups auf die widerlich schleimigen Fäkal-Kreaturen (siehe deutsches Cover) auf sich hat, will ich gar nicht erst wissen.
Letztere werden auch erst gut ab der Hälfte des 80 minütigen Klumpatschs auf die armen Zuschauer und die überspitzt agierenden Darsteller (u.a. Mel Johnson Jr. aus ’Total Recall’) losgelassen. Davor gibt’s lediglich gepflegtes Setup-Gelaber mit zwanghaft komödiantischen Intentionen, denen niemals die Chance gegeben wird, zu voller Blüte zu gedeihen.

“Klären wir das ein für allemal, wenn sie Manns genug sind!“
“Ich war Manns genug, mit jemandem wie ihnen fertig zu werden, bevor ich meine erste kugelförmige Bryozon-Kolonie hatte!“

"Nein! Nur an den Seiten etwas kürzer!"

’In Vitro’ - Im Glas. Ich hoffe, ihr selbst habt genug Stoff für volle Gläser. Denn dieser Streifen braucht Einfluss von außerhalb, um zu laufen. Man könnte es im Grunde natürlich auch gleich ganz sein lassen. Aber irgendwie bezweifle ich, dass Leute die dieses Review gesucht und gefunden haben, meinen Ratschlag ernst nehmen werden und es wohl lieber drauf anlegen, von hysterischen Akteuren vollgelabert und von Trash-Creatures vollgeschleimt zu werden.


Hudson