Invasion U.S.A.


‘America wasn't ready...but HE was!’


Originaltitel: Invasion U.S.A. (1985)
Regie: Joseph Zito Drehbuch: Aaron Norris & James Bruner
Darsteller: Chuck Norris, Richard Lynch, Melissa Prophet FSK: 18


’The Cannon Group presents’ - Bei diesen Worten kommen 80er Jahre Action Fans die Tränen und gleich etliche Assoziationen aus der geistigen Kanone geschossen. Eine davon ist Chuck Norris, der mit je einer UZI im Arm vom Cover des ’Invasion U.S.A.’ Cover stiert.

Eckhard... die Russen kommen!

Und der Titel sagt’s schon: Hier geht’s um einiges! Die Vereinigten Staaten (von Amerika) sollen ausgerechnet zu Weihnachten von kubanischen Terroristen überrollt werden. Wer kann das verhindern? Nur Matt Hunter (Norris), ein ehemaliger Superpolizist/Soldat/Geheimdienstagent und Vollbartträger, der mitten in den Everglades wohnt und den lieben langen Tag Krokodile mit einem alten Apachen-Chief fängt oder Baumstämme mit der Kettensäge zerteilt. Als sein alter Widersacher, Berufs-Schurke Hames (Richard Lynch) mit der skrupellosen Terror-Force in Florida einreitet, ist Suburbia am Kochen. Als Polizisten verkleidet knallen sie fröhlich tanzende Latinos ab, verwandeln mittels Bazooka-Power die Chrismastree-geschmückten Vororte zu Schutt und deponieren (piepenede) Zeitbomben im Einkaufszentrum. Obwohl diese terroristischen Akte alles andere als subtil ablaufen, scheint kein Mensch zu ahnen, was hier eigentlich los ist. Kein Mensch? Doch, einer: Matt Hunter. Und er ist stinksauer. Mit seinen UZIs und purer Manpower stellt er sich dem Gesocks gnadenlos entgegen…

“Amerika hat die letzten 20 Jahre jede ernsthafte Bedrohung überstanden. Das wird sich jetzt ändern. Sieh dir doch die Menschen mal an. Die glauben doch, das Universum würde ihnen gehören. Sie haben sich in alles eingemischt und jetzt müssen sie dafür bezahlen. Sie sind selbst ihr schlimmster Feind. Aber das wissen sie nicht.“

Aber der Chuckster haut sie alle um!

Naja, vielleicht wissen sie’s ja doch. Nur wissen sie nicht, dass sie’s wissen. Wissen sie?! Machen wir mal den Sprüche-Check:

“Für jeden, den ich umniete kommen 100 Neue.“
Norris’ UZIs spenden hier tödlichen Trost. Es wird aus allen Rohren geballert. Seien es Panzer-Rohre, Maschinengewehr-Rohre oder Rohre, deren Fachtermini mir fremd sind. Das Kanonenfutter wird nie knapp. Gegen Ende ist sogar eine ganze Lastwagen-Füllung mit Terroristen (wortwörtlich zu nehmen) beim Ballern auf bewegliche Ziele zu bestaunen.
“Du hast immer schon zu viel Dampf im Turnschuh gehabt.“
Norris’ Verausgabung konzentriert sich hier beinahe nur auf den Trigger-Finger. Sein stoisches Spiel wird hier perfektoniert. Ihm geht einfach alles im Arsch vorbei. Durch die Abgebrühtheit geht hier allerdings auch die meiste Sympathie flöten. Chucky gibt die kaltschnäuzige, dumpf drauf ballernde Rohrdommel ohne viel Charme, ist aber auch nicht unbedingt im Kreise versierter Super-Akteure unterwegs. David Lynch nimmt man den sadistischen Hasenscharten-Terroristen gerne ab, in Nebenrollen werden Eddie Jones (’C.H.U.D.’) und ein gewohnt schleimiger Billy Drago verheizt.

Er jagt sie zu Land, zu Wasser...

“Ach äh, eins möcht ich noch klarstellen. Sollte irgend etwas schief gehen, kennen wir sie nicht.“
“Jaja, das Kleingedruckte.“
Klischees sind das inhaltliche A und O von ’Invasion U.S.A.’. Patriotismus wird gepredigt, amerikanisches Vorstadt-Idyll gepriesen und zur Zerstörung freigegeben, hohle Action-Phrasen gedroschen und Terroristen als das dargestellt, was sie sind: Böse Menschen. Und dekadent. So hat Lynch in seinem ’Hauptquartier’ gleich 3 Fernseher nebeneinander zu stehen, auf je einem ein News-Kanal. Terroristen machen sich also gerne die Hände schmutzig, sind sich aber zum Umschalten zu fein.

“Wenn du hier nochmal reinkommst, verpass ich dir so viele rechte Haken, dass du um einen linken bettelst.“

... und in die Luft!

’Invasion U.S.A.’ ist ein reaktionäres, klischeebeladenes Bleigewitter auf typischem Cannon-Kurs. Die Story ist schwachsinnig, die Darstellungen schmalbrüstig, die Action breitschultrig. Ich würde nicht betteln für ein zweites Mal, würde aber auch nicht heulen, wenn es dazu käme.


Hudson