FilmFlausen.de - Weekend of Horrors Interview: Marilyn Burns & Edwin Neal
                          




FilmFlausen Interview:

Marilyn Burns & Edwin Neal






Anlässlich des ersten diesjährigen Weekend of Horrors hatten unsere Außenkorrespondenten Spooner und Goatscythe die Gelegenheit, die Stars des 'Texas Chainsaw Massacre', Marilyn Burns und Edwin Neal zu interviewen. (Wer das Interview auf Englisch lesen will, klickt hier). Ladies and Gentlemen, here they come...


Spooner: Na gut, zunächst offensichtlich zu "The Texas Chain Saw Massacre". Meines Erachtens ist das noch heute einer der angsteinflößendsten Filme aller Zeiten, was er zu großen Teilen euren beiden schauspielerischen Leistungen verdankt.

Edwin: Danke! Danke vielmals!

Marilyn: Vielen Dank!

Spooner (zu Marilyn): Ich finde, du warst eins der tollsten ‘Opfer’ der Horrorgeschichte...

Ed schreit wie ein Mädchen.

Spooner: Du hattest in dem Film ein paar tolle Schreie drauf.

Marilyn: Oh, danke dir! Ich hab definitiv alles gegeben, was ich hatte. Ich wollte wirklich, dass es echt rüber kommt.
Ed: Sie hatte keine Schreie mehr übrig.

Marilyn: Ach, ein Schrei ist immer übrig.

Beide lachen.

Spooner: Wie hast du dich auf die Rolle vorbereitet? Du hattest zu diesem Zeitpunkt noch wenig Erfahrung, oder?

Marilyn: Nun ja, ich war an der University of Texas in der Abteilung für Schauspiel und habe dort einen Abschluss gemacht, außerdem war ich seit Jahren am Theater tätig. Aber ich habe die Figur wirklich geplant. Die Rolle sollte ursprünglich Bubblegum Sally (‘Kaugummi Sally’) heißen. Es war nicht einfach, was auf ‘Bubblegum’ aufzubauen, aber wir haben’s geschafft! (lacht) Wir mussten dem Mädel Tiefe verleihen. Aber was ich am meisten wollte, war das Level des Schreckens aufrecht zu erhalten. Ich hatte nämlich zu viele Horrorfilme gesehen, in denen das Mädchen totale Angst bekommt, dann aber Zeit hat sich die Haare zu kämmen, ein Bad zu nehmen, ihren Freund anzurufen und sich um andere Dinge zu kümmern, bevor der Horror wieder einsetzt. Was mir wichtig war, ist diesen Terror beizubehalten und sich den Film über immer weiter, weiter und weiter aufbauen zu lassen. Es sollte also kein ‘Wir machen in ‘ner Minute weiter mit dem Horror...” geben, und das war mir vom schauspielerischen Standpunkt am wichtigsten. Ich hab dem Regisseur, Tobe, eine 10 gegeben, jedes Mal wenn wir einen Take gemacht haben, denn er hätte mich dann immer noch runter bringen können, und sagen “Marilyn, wir können nicht mal die Einstellung drehen, du bist einfach überall”, aber hätte ich ihm nur eine 2 gegeben, hätte er vielleicht nie gewusst, dass ich zu einer 10 fähig bin und einfach gesagt “Oh, bringt sie auf 'ne 5 und dreht die Szene”. Ich hab also immer versucht, die beste und höchste Leistung zu bringen, die ich konnte.

Spooner: Es gibt keine Verschnaufpausen in diesem Film und das mag ich daran so.

Marilyn: Und genau das war meine Absicht.

Spooner: Du wirst an diesem Punkt sehr verwundbar, weil es niemals einen Moment gibt, der es dir erlaubt dich zurückzulehnen...

Marilyn: Durchzuatmen, ja. Durchatmen, raus gehen und eine Zigarette rauchen, ein Bier trinken... Nein, sowas gab es nicht.

Spooner: Nun zum Dreh des Films. Ich habe gelesen, dass die Bedingungen beim Dreh nicht besonders gemütlich waren... (Ed fängt an zu lachen) In der Hitze von Texas und das alles.


Ed: So ist es immer bei Low-Budget-Filmen. Ganz egal wo du bist. In Low-Budget-Filmen musst du Arbeit im Wert von 800.000 $ bringen, obwohl du nur 80.000 $ zur Verfügung hast. Es ist schwierig.

Spooner: Wie war die psychologische Erfahrung für euch?

Ed: Es ist ein wenig, als wolltest du vier Katzen dazu bringen, im gleichen Moment etwas bestimmtes zu tun. Viel Glück! Es wird niemals perfekt sein, weil dir immer das Geld fehlt, die Einstellung zu drehen, die du gerne hättest; weil du niemals das Geld hast, die Requisite zu bauen, die du zu brauchen glaubst... Aber im Fall von Chainsaw waren beinharte Leute am Werk, dass sie so viel geschafft haben, wie sie geschafft haben, mit dem Wenigen, dass sie hatten.

Spooner: Stimmt es, dass Gunnar Hanson nach dem Dreh nicht mehr mit Tobe Hooper geredet hat?

Ed: Nun, die Mythologie des Ganzen ist, dass wir uns nicht ganz sicher waren, dass wir auch alles Geld bekommen haben, dass uns zustand. Denn rein vertraglich wurden zwar Verträge mit uns gemacht, aber ohne unser Wissen auch noch mit anderen Leuten. Was wir am Film also zu verdienen meinten, haben wir gar nicht verdient. Wir dachten, uns gehört ein bestimmter prozentualer Anteil am Film, der uns nicht gehörte. Uns gehörten 10 Prozent von 40 Prozent von 50 Prozent... Also, sie haben das benutzt, was man einen ‘schwebenden Dezimal Punkt’ nennt, weil der Punkt weiter schwebt, nach den Prozenten die weiterhin verkauft werden. Statt also 10.000 $ zu bekommen, kriegst du nur noch 1 $, weil der Dezimal Punkt weiter geschwebt ist. So ist es also gelaufen und Gunnar und andere Leute, sowohl Cast als auch Crew waren ein bisschen verärgert.

Spooner: Es lag also nicht daran, dass man Euch gefoltert hätte, sondern nur am Finanziellen?

Ed: Ja genau. Weil der Vertrag nach unserer Sicht ganz einfach nicht erfüllt wurde.

Spooner: Seid Ihr untereinander in Kontakt geblieben?

Ed: Oh, sicher. Viele von uns sind untereinander noch in Verbindung, und wir unternehmen Sachen übers ganze Land zusammen. (Sieht zu Marilyn rüber). Über die ganze Welt.

Marilyn: Ja, das ist nicht übel.
Ed: Die meisten von uns sind noch Freunde, und wir haben ein paar wirklich gute Freunde verloren. Wir haben in den letzten Jahren drei wundervolle Menschen verloren. Jim Siedow, der Koch, ein unfassbarer Mann. Und Paul Partain, auch ein sehr besonderer Mensch, und Robert Burns, der Set Director... Bisher haben wir drei Mann verloren.

Spooner: Stimmt es, dass Siedow auch ein lokaler Radio Moderator war? (Amn. Er hat tatsächlich auch fürs Radio gearbeitet, was ich vorher gelesen hatte.)

Ed: Er war Schauspieler in Houston und ein ziemlich guter Schauspieler noch dazu. Er hat sehr oft auf der Bühne gespielt. Hat nicht viele Filme gemacht, aber er war ein sehr fähiger Schauspieler, ein glänzender Kerl. Ein sehr, sehr herzlicher Mann.

Spooner: Der Film sollte ursprünglich Headcheese heißen und Leatherface und Scum of the Earth...

Marilyn: Scum of the Earth, das war’n reizender Titel...

Spooner: Wessen Idee war schließlich "The Texas Chain Saw Massacre"?

Marilyn: Ich glaube, das war Warren Skaaren. Er war zu dieser Zeit der Kopf der Film Commission in Texas. Er war noch dazu ein sehr kreativer, sehr künstlerischer und ein sehr intelligenter Typ, und ich schätze, er hat eine Weile darüber nachgedacht und dachte sich “Naja, es ist Texas... Massaker ist ein schönes Wort...und wir benutzen eine Kettensäge!” und er hat es zu den Produzenten und den Leuten mit dem Geld getragen und gesagt: 'Wir nennen es...' -“Wir wollen unser Geld nicht in einen Film namens ‘Texas Chain Saw Massacre’ stecken!”, denn es war Texas, man hat Politiker auf sich aufmerksam gemacht, um einen Film zu finanzieren, ABER da sie dachten, der Film würde sowieso nie veröffentlicht werden, war es ihnen dann wohl egal. Aber irgendwem gebührt wirklich Respekt für den ‘Texas Chain Saw Massacre’-Titel und ich glaube tatsächlich, der Titel hat den Film so erfolgreich gemacht, weil jeder auf der Welt ein Massaker sehen will, Texas ist als Ort so gut wie jeder andere, und eine Kettensäge - ich glaube, die wurde dafür noch nicht benutzt... Es war also ein eingängiger Titel, was dem Film sehr geholfen hat.

Spooner: Ihr wart die ersten (die eine Kettensäge benutzt haben)?

Ed: So ziemlich, ja.

Spooner: Oh und es ist wirklich ein effektiver Titel! Genau wie sowas wie "Nacht der lebenden Toten". Jeder will so etwas sehen.


Marilyn: Und wir hätten auch einfach Mädchen mit Lutschern reinpacken können oder sowas, der Titel allein hätte die Leute angezogen und sie hätten gesagt “Naja, ich hab ihn gesehen, ich hab ihn zwar nicht ganz kapiert, aber...” weißt du. Ja, der Titel hat uns enorm geholfen. Ich glaube der Titel hat die Leute gelockt und wir haben sie nicht enttäuscht.

Spooner: Immerhin ist es einer der erfolgreichsten Horrorfilme aller Zeiten.

Ed: Es ist einer der Filme, die auf der ganzen Welt am meisten Einkommen/Geld eingebracht haben.

Spooner: Aber kaum einer der involvierten Menschen hat wirklich was von diesem Geld gesehen, richtig?

Marilyn: Ehm, nein...

Ed: Nicht dank diesem schwebenden Punkt...

Spooner: Ist wirklich eine Schande!

Marilyn: Oh, glaub mir...

Ed: Aber das Gute ist, anstatt dass wir rumsitzen und uns ärgern und nölen und meckern und “Mömömö”, sind wir hier! Wir können die ganze Welt bereisen und fantastische Leute treffen, und wir dürfen drei Tage mit ihrem Lieblingsfilm verbringen, ihrer liebsten Erinnerung, dem ersten Film, den sie mit ihrem Freund gesehen haben, dem liebsten Film, den sie mit ihrem Mann gesehen haben, dem Film, der sie am meisten erschreckt hat - und all die Erinnerung, die an unseren Tisch kommen, sind positiv. Nach einer dreitägigen Veranstaltung sind wir also nicht müde, wir sind immer noch...

Marilyn: Es ist belebend.

Ed: Weil jeder das ganze Wochenende über glücklich war.

Marilyn: Weißt du, du siehst all diese Leute, die sich einfach aufrichtig freuen, dich zu treffen, das ist wundervoll.

Ed: Es ist eine sehr positive Energiewelle, die da auf einen zukommt.

Marilyn: Und jeder ist so freundlich, und so...

Ed (lacht): Die meisten. Fast alle.

Marilyn: Ich würde sagen, fast alle! Es ist so interessant und so faszinierend diese Leute zu treffen, man verbringt einfach eine herrliche Zeit.

Ed: Und sie alle teilen ihre Erinnerungen mit dir, sie zeigen dir dieses Requisit, dass sie versucht haben zu bauen, weil sie dein Film oder dein Schauspiel so inspiriert hat... Außerdem sind wir verantwortlich, dass Leute sich professionell der Schauspielerei, der Regie, dem Filmschnitt zuwenden, weil sie den Film gesehen und sich gesagt haben “Das will ich machen!”, und das ist 'ne tolle Sache.

Spooner: Das ist lustig, ich habe selbst mal versucht, die Titelsequenz des Films nachzudrehen.
Eine letzte Frage, nicht über ‘Chainsaw’, sondern über einen anderen Film, in dem ihr beide zu sehen wart: Future Kill. Irgendwelche Worte darüber?

Beide lächeln.

Ed: Es war kein einfacher Film, da es das Erstlingswerk eines Regisseurs war, der sich wirklich bemüht hat... Aber wenn du dein Handwerk am Set lernst, ist es schwierig. Und ich denke, es wurde so gut, wie es nur irgend möglich hätte werden können, unter den Umständen, die wir hatten. Weißt du, wir hatten kein großes Budget. Allerdings hatten wir für diesen mehr Geld zur Verfügung als für Chainsaw.

Spooner: Das haben wohl die meisten Filme.

Ed: Stimmt. Aber die gute Seite ist, dass wir mit einem der großartigsten Künstler aller Zeiten arbeiten konnten: Hans-Rudi Giger, der unser Poster gemacht hat - und einer der Gründe, wieso er es gemacht hat, ist weil er Chainsaw so mochte! Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Mit solchen Leuten an einem Projekt zu arbeiten, das war einfach überragend.


Spooner (zu Marilyn): Fällt dir auch was zu 'Future Kill' ein?

Marilyn: Nun, ich fand’s toll, wieder was mit Ed zu machen.

Ed: Wir hatten Spaß.

Marilyn: Und sie haben mir definitiv das futuristischste Kostüm verpasst, das sie kriegen konnten.

Ed (lacht): Es ist ein tolles Kostüm!

Marilyn: Ich hab erst heute ein Poster zu diesem Film gesehen, dass ich noch nie vorher gesehen hatte.

Ed: Die deutsche...Das deutsche Poster!

Marilyn: Großer Gott, wenn ich so ausgesehen hätte, wie dieses Mädchen, dann... Ich weiß auch nicht, das wäre interessant.

Ed: Die deutschen Poster sind super!

Marilyn: Die haben ganze Arbeit geleistet, oh Junge! Wie dem auch sei, wir hatten viel Spaß am Set. Ich denke nur, es ging so langsam voran, weil der Regisseur unvorbereitet war. Aber das, was der gedreht und richtig gemacht hat, damit war er auch sehr erfolgreich. Der Rest der Geschichte...

Ed: Das ist nicht unüblich bei Low-Budget-Filmen. Kaum wissen sie, wie man es richtig anstellt, gehen ihnen die Zeit und das Geld aus...

Spooner: Das ist uns auch mal passiert. Okay, ich will euch nicht länger aufhalten.

Marilyn: Es war ein Vergnügen mit Euch zu sprechen.

Ed: Vielen, vielen Dank!

Marilyn: Vielen Dank für eure Geduld.

Spooner & Goaty: Wir danken Euch!


Spooner & Goatscythe





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