FilmFlausen.de - Weekend of Horrors Interview: Michael Berryman
                          




FilmFlausen Interview:

Michael Berryman





Dies sind die Abenteuer des Flausen-Korrespondenten Dennis "Spooner" Vehlen, der mit seinem AAA-starken Diktiergerät, seit nun fast schon einem Jahrzehnt unterwegs ist, um alte Genre-Haudegen zu interviewen, neue Gerüchte aufzuspüren und journalistische Integrität zu missbrauchen. In ranzigen Korridoren, weit entfernt von jeglicher Zivilisation, kramt sich der Spooner zu Filmen vor, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat (außer unsere Leser).

Wer das Interview auf Englisch lesen will, klickt hier)

Spooner: Wir sind hier heute mit Michael Berryman. Einer – wenn ich das so sagen darf- lebenden Legende.

Michael Berryman: Warte ... (fühlt seinen Puls) Ja!

Beide lachen.

Spoon: Du warst in so vielen Klassikern, so vielen tollen Horrorfilmen und überhaupt so vielen tollen Projekten dabei und ich bin schon ewig ein Fan von dir, aber als ich heute Morgen bevor ich hergekommen bin, noch kurz recherchieren wollte, habe ich gesehen, dass du noch mal in fünf anderen Filmen die ich mag mitgespielt hast, von denen ich es nicht mal wusste.

Michael: Welche Filme waren das?

Spoon: Zum Beispiel wusste ich nicht, dass du auch bei ’Star Trek 4’ mitspielst.

Michael: Ich war in Star Trek 4, ja. Und dann habe ich noch eine Episode von ’Star Trek: Next Generation’ mit dem Titel ’Verschwörung‘ gemacht. Da habe ich Captain Rixx gespielt, und musste Picard warnen, vor einer... Verschwörung.

Spoon: Coole Sache. Ich habe nie die gesamte Show gesehen und kenne nur einzelne Folgen, aber ein Freund von mir ist ein großer Fan, wenn du also irgendwelche Star Trek Geschichten auf Lager hast, wäre das toll...




Michael: Klar. Als ich Captain Rixx bei ’Next Generation’ gespielt habe, hatte ich Make Up mit einem Schnitt über mein ganzes Gesicht, meine Haut war blau und beulig mit Flecken und ich sah eben sehr wie ein Alien aus, okay? Und als der Dreh vorbei war, bin ich im Auto nach Hause gefahren, und hatte das Make Up noch drauf. Ich fahre also in Los Angeles über den Freeway, um meine Kinder von der Schule abzuholen; ich rufe an der Schule an und sage „lasst sie nicht mit dem Bus fahren, ich komme zum Klassenzimmer und hole sie ab“, aber um pünktlich zur Schule zu kommen musste ich schneller fahren als erlaubt war, und vor mir fuhr ein Polizeiwagen. Ich denke mir „Hmmm, okay“ und fahre am Polizisten vorbei und er sieht mich ziemlich wütend an, aber er sieht dieses fantastische Make Up und er winkt mich einfach durch. Ich fahre also weiter (macht Autogeräusche), obwohl ich schon sicher war, er würde mich verhaften (macht Sirenengeräusche), aber das tat er nicht, was auch gut war. Ich hole also die Kinder von der Schule ab, und wir gehen einkaufen. Im Lebensmittelgeschäft.

Spoon: Mit dem Make Up?

Michael: Mit dem Make Up.

Beide lachen.

Michael: Und ich sagte den Kindern “Tut einfach so, als wäre alles normal” – damit hatten wir unseren Spaß.

Spoon: Es ist immer am Besten, wenn man so tut als wäre alles normal, auch wenn es gar nicht so ist.

Michael:Ich versuch’s! (lacht)

Spoon: Ich bin außerdem ein Fan vom Regisseur Fred Olen Ray, mit dem du einige Filme gedreht hast. ’Wizards of the Demon Sword’, ’Die Vergelter’, ’Haunting Fear’ ... wie ist die Arbeit mit Fred Olen Ray?

Michael: Ich arbeite gerne mit Fred! Er ist so entspannt, findet immer sehr schnell eine Lösung für alles, ist immer gut gelaunt... wir hatten eine tolle Zeit. ’Die Vergelter’ mit David Carradine war hervorragend.

Spoon: Einer seiner besten Filme.

Berryman in 'Einer flog über's Kuckucksnest'

Michael: Es ist einer seiner besten Filme, ja. Ein guter Actionfilm, der viel Spaß gemacht hat. Und ich konnte mit Mako arbeiten.

Spoon: Du spielst auch in ‘Teenage Exorcist’ mit, der ursprünglich als Fred Olen Ray Film geplant war, glaube ich.

Michael: War er, genau.

Spoon: Aber am Ende hat doch jemand anders Regie geführt?

Michael: Ja, es gab ein paar... Schwierigkeiten. Aber es ist immer schön mit Brinke Stevens zu arbeiten.

Spoon: Brinke Stevens ist toll.

Michael: Ja, sie ist sehr süß.

Spoon: Ich denke wir müssen auch über Wes Craven sprechen, der leider kürzlich verstorben ist.

Michael: Sicher.

Spoon: Du hast zu Beginn seiner Kariere ein paar Mal mit ihm gearbeitet, und was ich an Wes Craven sehr interessant finde, ist dass er diese brutalen Horrorfilme macht, aber gleichzeitig so ein gebildeter und gesitteter Mensch war...

Michael: Sehr richtig. Er hat mich sehr beeindruckt. Ich habe mit Wes vier Mal gearbeitet. Bei ‘Hügel der blutigen Augen’ Teil 1 und 2, dann noch bei ‘Dem Tode geweiht‘ mit Ernest Borgnine und Sharon Stone, und bei einem Fernsehfilm der Woche namens ‘Exit – Ausgang ins Nichts‘ mit Susan Lucci und Robert Urich. Wes war sehr intelligent; ein wirklich guter Mensch; es war eine Freude mit ihm zu arbeiten; er war ein wundervoller Freund; ein Universitätsprofessor...
Ich war vor ein paar Monaten bei seiner Trauerfeier bei der Director’s Guild in Los Angeles und das war wunderschön. Sie haben Bilder von ihm und seinem Leben gezeigt, Geschichten erzählt... Er hat zum Beispiel gerne Holzbearbeitungswerkzeuge gesammelt und Werkzeuge für Möbel und er war leidenschaftlicher Vogelbeobachter. Der Präsident der ’Audubon Gesellschaft für Vogelbeobachtung’ hat eine Geschichte erzählt, wie er zu Wes sagte „Komm, wir schauen uns ein paar Vögel an“ und der Herr holte sein Fernglas raus und sagt „Wow, schau dir diesen fantastischen Adler an!“ und Wes sagte „Okay!“ und holt plötzlich sein Monokel aus der Oper raus. Und der Kerl sagt „Nein nein, versuch das hier!“, gibt ihm das Fernglas und Wes sagt „Oh, das ist ja großartig!“.

Beide lachen.


Michael: Wes hat das Menschsein sehr gut verstanden. Er wollte die Leute an die Grenze der Entscheidungen bringen, die am Ende deine Menschlichkeit definieren würden. Worum es im Horrorfilm meiner Meinung nach wirklich geht.

Spoon: Absolut. Und ‘Hügel der blutigen Augen’ ist ein perfektes Beispiel dafür.

Michael: Ganz genau.

Spoon: Wie würde man in bestimmten Situationen handeln, und wer ist wirklich...

Michael: Wer ist das wahre Monster. Ja, ganz genau.

Spoon: Hast du gewusst, dass die deutsche Version von ‘Hügel der blutigen Augen’ so synchronisiert wurde, dass es wirkt, als wären die Bösen Außerirdische?

Michael: Ich habe in den Vereinigten Staaten mal Gerüchte gehört, dass sie einen ANDEREN Film machen wollen, namens ‘The Hills Have Eyes on Mars’, und ich dachte mir... „Okay, DAS will ich sehen!“ Aber die Auffassung war wohl, da wir alle nach Planeten benannt waren, dass wir Aliens sind. Aber diese Version habe ich nie gesehen. Wurde die so veröffentlicht?

Spoon: Ja, so lief der Film in Deutschland im Kino.

Michael:Ich glaube ich habe heute eine DVD der deutschen Fassung signiert, aber ich hab sie nie gesehen.

Spoon: Es gab sogar eine kleine Theorie, dass es sich um eine Verschwörung handelt, und jemand wirklich Kontakt zu Außerirdischen hatte und es auf diese Weise mitteilen wollte.

Michael: Wow! (lacht) Das muss ich sehen!

Spoon: Aber vielleicht wollten sie den Film auch nur als etwas Anderes vermarkten, als er eigentlich war...

Michael: Gut möglich! Es gab mal einen Film namens ‘Mortuary’, der so schlecht war, dass sie nicht genügend Material für einen Teaser hatten. Mein Agent ruft mich an und sagt „Hey, du fährst jetzt ins Studio, und du spielst einen Totengräber und du beerdigst jemanden!“ und die Tagline lautet “Wenn du tot und begraben bist, geh sicher, dass du auch wirklich tot bist“ und es kommt ein Arm aus dem Grab, der mich packt und mich nach unten zieht. Und dieser kurze Mini-Teaser war interessant genug, um den Film zu vermarkten und zu verkaufen. Der Film war so schlecht, dass sie nicht mal genug Material für eine kleine Vorschau hatten.

Spoon: War der Film schon komplett im Kasten??

Michael: Ja. Aber er war furchtbar und völlig uninteressant. Man weiß eben nie, was am Ende rauskommt.

Berryman in 'Cut and Run'

Spoon: Du hast auch in zwei Filmen von Ruggero Deodato gemacht, der heute ebenfalls hier ist. ’Cut and Run’ und ’Die Barbaren’, die ich beide sehr unterhaltsam finde. Hast du irgendwelche Geschichten über die Arbeit an den beiden?

Michael: Oh ja. ’Cut and Run’ haben wir am Amazonas gedreht, unten in Canaima. Das war wunderschön. Der Regenwald ist fantastisch. Mit Ruggero landet man immer an den traumhaftesten Locations. Bei ’Die Barbaren’ wurde in Rom gedreht, was auch fantastisch war. Wir haben sehr lange gearbeitet, teilweise unter schweren Bedingungen, aber am Ende des Tages waren wir wie eine Familie. Wir haben uns umgezogen und sauber gemacht, uns zusammengesetzt und ein schönes Abendessen für 1-2 Stunden genossen. Es ist immer schön, mit Leuten zusammen zu arbeiten, die man schon kennt. Das hat uns eng zusammengeschweißt. Ruggero ist manchmal etwas schwierig, aber naja...

Spoon: Ja, ich habe davon gehört.

Michael: Wenn er zu schwierig wird, dann erwürge ich ihn einfach. (macht Strangulierungsgesten)

Spoon: Ich schätze viele dieser italienischen Regisseure sind am Set laut und müssen öfter Dampf ablassen, aber sie meinen es nicht böse.

Michael: Das will ich doch hoffen. (lacht)

Spoon: Zu guter Letzt – kannst du uns etwas über ’L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn‘ erzählen?

Michael: Oh, na klar!

Spoon: Ein Film den ich sehr liebe.

Michael: Ich liebe diesen Film! John Hughes – ich vermisse dich, John! – Er hatte immer den Puls der Jugend. Und ich sag dir eins – bei ‚L.I.S.A‘ habe ich bereits sehr früh gemerkt, dass Robert Downey Jr. einer der größten und fantastischsten Schauspieler ist, den wir haben. Er ist umwerfend.

Spoon: Das war einer seiner ersten Filme, richtig?

Michael: Ein sehr früher, ja. Er ist unglaublich talentiert. ’L.I.S.A.‘ hat einfach sehr viel Spaß gemacht. John hat zu uns in der letzten Szene gesagt „Ihr zieht davon, ihr seid ganz geknickt und sagt, dass es Euch leid tut“...

Spoon: Ihr kehrt zu euren Jobs zurück... Das ist super. Man merkt als Zuschauer einfach, dass jeder bei diesem Film eine tolle Zeit hatte.

Michael: Wir hatten eine wunderbare Zeit.

Spoon: Und deshalb hat man auch beim Anschauen so eine gute Zeit.

Michael: Es ist ein absoluter Gute-Laune-Film! ’Weird Science’, Man. *Weird Science!* (stimmt den Titelsong an). Ich fands super!

Michael & Spoon

Spoon: Alles klar. Ich danke dir!

Michael: Okay. Wir sind hier in Bottrop und wünschten, dass Ihr auch hier wärt. Ich bin Michael Berryman – herzlichen Dank! Habt ’nen schönen Tag!


Spooner





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