FilmFlausen.de - Interview: Danielle Harris
                          




FilmFlausen Interview:

Danielle Harris




Danielle Harris - Scream Queen


Anlässlich des Weekend of Horrors Ende letzten Jahres hatte unser Außenkorrespondent Spooner die Gelegenheit, Genre-Prinzessin und 'Halloween'-Star Danielle Harris zu interviewen. (Wer das Interview auf Englisch lesen will, klickt hier).


Spooner: Also gut, wir sind hier mit Danielle Harris, bekannt aus ‘Halloween‘ 4 und 5, und nun auch ‘Halloween‘ (2007) 1 und 2 - lass uns NICHT mit dem Offensichtlichen anfangen. Lass uns mit deinem kleinen Ausflug zum Actionfilm anfangen.

Danielle: Okay!

Spooner: Du hast mit Bruce Willis, Sylvester Stallone und Steven Seagal gearbeitet... ein paar große Namen im Actiongenre. Was kannst du uns über diese Erfahrungen erzählen?

Danielle: Weißt du, es ist seltsam, weil ich eigentlich eher auf Mädchenfilme stehe, und mir diese Streifen daher nicht als erstes im Kino anschaue – deshalb war es komisch, dass ich von den Horrorfilmen direkt zu dieser Reihe von Actionfilmen übergegangen bin, aber es war spaßig... Ich meine, in ‘Marked for Death‘ hatte ich nicht SO viel zu tun gehabt, aber er war vom gleichen Regisseur wie Halloween IV, also hat er mir die Rolle verschafft. Und in ‘Last Boy Scout‘ hatte ich dann mehr zu tun – so viel steht fest!

Spooner: Genau.

Danielle in 'Daylight'
Danielle: Ein paar Jahre später haben wir dann ‘Daylight‘ gedreht, den wir über sechs Monate in Rom gemacht haben, was auch sehr interessant war... Ich weiß nicht, ob ich noch mal einen Katastrophenfilm machen würde, aber ich würde noch einen Actionfilm machen!

Spooner: Dreharbeiten mit Sylvester Stallone... hast du irgendwelche lustigen Stories über ihn?

Danielle: Er ist sehr nett. Wir waren oft getrennt, weil wir diese Gruppe von Überlebenden gespielt haben, und er die meiste Zeit im Film damit verbracht hat, für uns Hilfe zu finden; also haben wir nicht ganz so viel zusammen gemacht – es gab ein paar Szenen, in denen er die Gruppe an einen anderen Ort gebracht hat und sowas, aber da hatte ich nicht viel zu tun. Nur in einer großen Szene hatte ich wirklich das Gefühl, dass wir alle zusammen arbeiten.

Spooner: Mit Bruce Willis in ‘Last Boy Scout‘ hattest du allerdings mehr zu tun...

Danielle: Da war es wesentlich mehr, ja. Obwohl es natürlich nicht SO viele gemeinsame Szenen gab, da ich die meiste Zeit über im Film nach Bruce Willis GESUCHT, aber eigentlich mit Damon Wayans gespielt habe.

Spooner: Stimmt.

Danielle: Ich hatte also nur zwei oder drei große Szenen allein mit Bruce. Der Rest war meistens Damon und Ich.

Spooner: Wie war die Zusammenarbeit mit ihm?

Danielle: Ich mag Sly lieber.

Spooner: Okay. (beide lachen)

Danielle: Weißt du, Bruce ist ein beinharter Kerl; eben ein richtiger Mann – er hat mir oft Streiche gespielt und mich geärgert, mich mit Süßigkeiten beworfen und sowas... (lacht)

Spooner: (lacht) Oach, wie gemein!

Danielle: Naja, ich schätze er wollte mich nur ein bisschen aus der Reserve locken.

Mit Bruce Willis in 'Last Boy Scout'

Spooner: Tja, Süßigkeiten passen jedenfalls zu ’Halloween‘ ...

Danielle: Genau! Guter Übergang. (lacht)

Spooner: Dann lass uns darüber sprechen. Wie bist an die ‘Halloween‘-Reihe gekommen?

Danielle: Ich habe einfach ein Casting besucht. Ich habe als Kinderdarsteller in New York City gearbeitet, und da war ein Vorsprechen für den Film, also habe ich mitgemacht. Ich glaube, sie haben ein paar Hundert verschiedene Kinder dafür gesehen, und als es zur finalen Entscheidung kam, habe ich den Job bekommen. Ich war damals erst 10 und es war mein erster Film, also hatte ich keine Ahnung, dass wir 25 Jahre später noch darüber sprechen würden... wer hätte das gedacht?

Spooner: Ja. Also, wenn du 10 Jahre alt bist... wie ist deine Herangehensweise ans Schauspiel; wie gehst du es an, in einem Film mitzuwirken?

Danielle: Weißt du, ich habe Schauspielunterricht gehabt, als ich klein war, also hatte ich als Zehnjährige wahrscheinlich eine intensivere Arbeitsmoral als ich es heute als Erwachsener habe. (grinst) Ich meine, es ist heute einfach leichter für mich, weil ich es schon so lange mache... aber ich habe mir damals eben meinen Text gemerkt, mir Notizen gemacht, mich in eine Ecke zurückgezogen und mich fertig gemacht zu Weinen... ich habe mich als Kind sehr gründlich vorbereitet.

Spooner: Hast du bloß deinen Text gelernt, oder auch versucht wirklich in die Figur zu schlüpfen?

Danielle: Nun, das habe ich so weit versucht wie es eben möglich war. Es ist alles nur eine Illusion, also... Ich habe mich am Set mit jedem gut verstanden, und sie haben immer sicher gestellt, dass ich mich auch wohl fühle, weil sie dir als Kind natürlich keine Angst machen wollen. Die Darsteller, die Michael Myers gespielt haben, standen mir immer sehr nahe – sie waren meine... Onkel, mangels eines besseren Wortes. Wir haben am Set also viel Blödsinn zusammen gemacht. Es war aber trotzdem harte Arbeit, weißt du. Wir haben die Nächte durchgedreht – wir haben bis 5 Uhr nachts gearbeitet und sind um 8 Uhr morgens wieder aufgestanden und es war schwer, sich darauf einzustellen, aber es hat mir Spaß gemacht.

Oops, SPOILER für 'Halloween 4'!

Spooner: Ich habe gehört, dass du dich auch mit Donald Pleasence gut verstanden hast?

Danielle: Das habe ich, ja. Donald war sehr nett – wie gesagt, ich war sehr jung, also haben wir nicht „geplaudert“, wir haben nicht zusammen zu Mittag gegessen oder so, aber er war sehr liebenswürdig zu mir und hat mich immer in Schutz genommen und auf mich aufgepasst.

Spooner: Das ist schön. Er ist ein großartiger Schauspieler.

Danielle: Ja, ein großartiger Schauspieler.

Spooner: Als du also für die ‘Halloween‘ Reboot-Filme besetzt wurdest, hast du da ebenfalls normal vorsprechen müssen?

Danielle: Ich musste vorsprechen. Es war sogar schwer, überhaupt zum Vorsprechen zu kommen, weil Rob (Zombie) niemanden aus den alten Halloween-Filmen besetzten wollte. Er wollte einen Neuanfang machen. Und vor allem, nach dem in ‘The Devil’s Rejects‘ so viele Genre-Stars dabei waren, wollte er wirklich ganz neu starten. Mit Ausnahme von Dee Wallace und natürlich Malcolm (McDowell), wollte er alles etwas frischer gestalten; und da er niemanden aus den Halloween-Teilen haben wollte, musste ich quasi vorsprechen, ohne dass er weiß, dass ich für ihn vorspreche. Der Casting Director hat mich irgendwie rein geschmuggelt, also habe ich den Text gelesen, wie jede andere Schauspielerin, die zur Tür reinkam und er sagte, ich wäre wirklich die beste Annie für die Rolle gewesen – unabhängig davon, ob er ein Fan von mir war oder nicht. Das stimmt wahrscheinlich zu 50%. Er ist auf jeden Fall ein Fanboy. ‘Halloween‘ ist einer seiner Lieblingsfilme, und ich glaube, als er mich im Casting gesehen hat, ist es ihm schwer gefallen zu sagen „Die will ich nicht!“ – ich denke, da jeder wirklich im Film mitwirken wollte, musste er erst mal einfach „Niemand“ sagen, statt sich jeden einzeln auszusuchen.

Spooner: Wenn du dich als Zuschauer betrachtest, würdest du dir dann lieber die alten oder die neuen ‘Halloween‘-Filme ansehen?

Danielle: Ich glaube, es kommt darauf an... Ich mag die Neuen wirklich sehr. Ich mag aber auch die Alten – die unterscheiden sich sehr voneinander. Ich denke das Remake – oder Rob Zombie’s ‘Halloween‘, denn es ist ja nicht wirklich ein Remake – ist sehr stylisch und zeitgemäß und es brauchte diese Neuerungen; es musste aufgefrischt werden, weil die Reihe eben tot war, also denke ich, es war an der Zeit ganz neu anzufangen – aber trotzdem mag ich die alten 80s Horrorfilme sehr. Ich mag die Klassiker.

Spooner: Ja, ich auch. Die würde ich wohl bevorzugen.

Danielle: Ja.

Danielle im Vampir-Endzeiter 'Stakeland'.

Spooner: Und wo wir schon von Neuauflagen sprechen – du spielst die Rolle der Barbara in einem neuen ‘Nacht der lebenden Toten‘–Film...

Danielle: Ja! Das haben wir vor ein paar Jahren gemacht, ich bin mir also nicht ganz sicher, was zur Zeit damit passiert, aber ich spiele Barbara und es ist ein CGI-animierter 3D Film, also... das ist nicht ganz einfach zu erklären. Es spielt aktuell in der jetzigen Zeit, Bill Mosely spielt mit, genau wie Tony Todd, und... es ist meine Stimme und meine Gesichtsausdrücke, weil sie im Tonstudio kleine Kameras auf dein Gesicht richten, aber sie haben andere Darsteller vor den Green Screen gestellt, um die Bewegungen und Actionszenen durchzuspielen – und das alles in 3D. Ich freue mich definitiv darauf, dass der Film rauskommt - aber ich weiß eben nicht, wie lange sie für diesen Prozess brauchen. Es ist jetzt ungefähr drei Jahre her, also dauert es scheinbar ziemlich lange.

Spooner: Und das wird dann ein Remake des ersten Films, oder...?

Danielle: Nein... Es heißt ‘The Origins‘; also es ist eine sehr ähnliche Geschichte, aber hat auch sehr viel Backstory.

Spooner: Also eher wie ein Prequel oder...

Danielle: Ehm, nicht direkt ein Prequel, denn vieles ist auch genau gleich wie im Original – sie haben nur vieles zur Story hinzugefügt.

Spooner: Klingt ganz witzig.

Danielle: Und es ist nicht so käsig. Es hat einen ernsteren Ton; ein bisschen intensiver, ein bisschen mehr "auf die Fresse".

Spooner: Irgendwie schwer vorstellbar, mit 3D Zombies...

Danielle: Genau; die durch New York City laufen, tausende von ihnen!

Spooner: Langsam kriege ich doch etwas Vorfreude. Ich war eigentlich eher skeptisch, weil ich mir dachte „Wie oft wollen sie das NOCH machen?“

Danielle: Ja. Ja, es ist etwas anderes. Ein anderer Ansatz.

Kriegsbeil ausgegraben in 'Hatchet 2'

Spooner: Du hast mittlerweile eine Menge Horrorfilme gemacht... würdest du dich als Scream Queen bezeichnen?

Danielle: Irgendjemand hat mir vor Jahren mal diesen Titel gegeben, also bin ich glücklich damit. Ich glaube, das heißt einfach, dass ich eine arbeitende Schauspielerin im Genre bin. Aber ich bin ziemlich wählerisch, welche Rollen ich annehme – zum Beispiel habe ich dieses Jahr nur zwei Filme gedreht, während es im Jahr davor um Einiges mehr waren; also arbeite ich immer weniger, weil mir immer die gleiche Art von Rolle angeboten wird, und es mir wichtig ist, immer andere Dinge zu spielen. Ich habe zum Beispiel gerade einen Film mit Eric Roberts namens ‘Deda.tv‘ gemacht, in dem ich den Sheriff der Stadt spiele... mit ‘Hatchet 3‘ habe ich auch eine Fortsetzung gemacht. Das waren die einzigen zwei Filme die ich dieses Jahr machen wollte. Solange ich darin eine Herausforderung sehe, bin ich bereit es zu tun, aber wenn die Figur immer die gleiche ist, verliere ich das Interesse...

Spooner: Du willst also nicht diese 80er-Scream-Queen-Geschichte wieder aufleben lassen?

Danielle: Nein, neee, das muss nicht sein. Das hab ich ja schon gemacht. Ich bin startklar. (lacht)

Spooner: Okay, noch eine letzte Frage zu ‘Halloween‘ – gab es jemals einen Plan, dem Ende von Teil IV weiter zu folgen?

Danielle: Nein, ich habe das Drehbuch ein Jahr später bekommen, und DAS war das Skript, dass sie geschrieben hatten – es war genau so, wie es war. Das Einzige, was anders war, war dass es im Skript nicht den Mann mit dem Tattoo gab. Das wurde ergänzt nachdem wir anfangen hatten zu drehen, weil sie wohl den Eindruck hatten, dass im Film nicht genug passiert. Also haben sie diesen zusätzlichen Charakter eingebaut, der eigentlich gar nicht da sein sollte. Aus dem Grund hat es auch nie wirklich Sinn ergeben, und die Geschichte wurde nicht wirklich ausgebaut, weil es nur dieses Zusatz-Ding war. Aber es war nie vorgesehen, dass ich zum Killer werde. Ich meine, es war 1990, und ich glaube das Publikum war noch nicht bereit dafür, dass Kinder Menschen töten. Ich denke, wenn der Film JETZT rauskäme, wäre ich am Ende zurückgekommen und hätte weiter gemordet. Aber ich schätze wir waren damals noch nicht soweit. Das hätte man nicht so gut akzeptiert.

Spooner: Außerdem wollten sie Michael Myers wohl nicht verlieren.

Danielle: Ja, sie mussten Michael Myers behalten!

Danielle & Spooner

Spooner: Ich habe kürzlich Thom Mathews die gleiche Frage über ‘Freitag der 13. Teil VI‘ gestellt, weil seine Figur im vorigen Teil auch als Killer angekündigt wurde, aber das haben sie aus den gleichen Gründen sein lassen.

Danielle: Ja, Michael Myers muss einfach der Killer sein.

Spooner: Ganz genau. Vielen Dank!

Danielle: Ich danke dir!


Spooner





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