Das Geheimnis des Inka-Schatzes

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Bradbury und der Fluch der Todeshöhle

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Der Goldene Condor

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Irgendwas mit Inka Man


‘It's no longer a secret. The race is on for the most valuable treasure since the Ark was Raided and The Stone Romanced.’


Originaltitel: Alla ricerca dell'impero sepolto (1987) Regie: Gianfranco Parolini
Drehbuch: Gianfranco Parolini & G. Sanchez Alvino
Darsteller: Bruno Minniti, Kelly London, Ann Karin FSK: 16


“Haben sie so eine Mühle überhaupt schon einmal geflogen?“
“Nicht dass ich wüsste. Ich schätze hier gibt’s ’nen Autopilot.“

Professor Bradbury aka ’Inca Man’ ist zwar ein Alleskönner, aber alles können kann er nicht.
An der Seite der mal feschen, mal prüden Linda, Assistentin eines von finsteren Herrschaften ermordeten Kollegen, schlägt sich der Spezi für Inkakultur, heiße Sprüche und Dreitagebärte durch den südamerikanischen Dschungel, um das Geheimnis eines gewaltigen Inkaschatzes zu lüften.
Dabei bekommt er es nicht nur mit den Mördern seines ehemaligen Partners, sondern auch mit wild gewordenen Eingeborenen und einem mystischen Orgelspieler mit Laseraugen namens ’der Condor’ zu tun…

In a gadda da vida honey, don't you know that I'm lovin' you?

“Für’n Professor sind sie ganz schön fit.“
“Ich bin nebenbei Laufbursche für die freiwillige Feuerwehr.“

Ein Action-Abenteuer von 1987, das im südamerikanischen Dschungel spielt und einen Hut-Helden mit wissenschaftlichem Hintergrund durch Inka Tempel schwingen lässt?
Selbstverständlich wurde hier einiges aus den ’Indy’-Filmen gemopst. Da gibt es einen Mola Ram-Verschnitt mit kultischen Verehrern, einen Helden, der seine Dunstkiepe niemals zurücklassen würde und wenn seine Partnerin nicht gerade durch einen Fluch hypnotisiert und ferngesteuert wird, gerät sie von einer Patsche in die nächste und kreischt herum, wie eine Nachtclubsängerin aus dem Club Obi Wan.

Spiel das Spiel mit dem Krokodil...

Trotzdem haben Bruno ’Thor, der unbesiegbare Barbar’ Minniti und Newcomerin Kelly London (die danach nie wieder einen Film machte) eine angenehme Chemie, was im schleppenden Mittelteil auch bitter nötig ist, um die Zuschauer bei Laune zu halten.
Zwischendurch bietet der Film immer wieder kleinere Highlights, die meist irgendetwas mit Kunststoff zu tun haben: Pappfelslawinen, Gummikrokodile, Kautschukfledermäuse, schlabberige Schlangen, blubbernde Piranhas und einen orgelspielenden Götzenkopp (hält sich wohl für Dr. Phibes, der Vogel).
Das alles ist kaum origineller als zwei Schimpansen beim Fingerhakeln, aber wenn am Ende des Films durch erheiternde Sets eines mystischen Tempels geschlichen wird, in dem wabbelig-pappige Krokodile Laserstrahlen aus ihren Mäulern verschießen, haben die Macher etwas richtig gemacht und nicht nur Trashhasen liegen jauchzend vor der Couch.

“Linda Logan, du bist ein ausgesprochen steiler Zahn. Nur rauf auf deinen Partner, das gefällt mir.“
“Dir werd ich die Flötentöne schon beibringen!“

Schön ham'ses, die Inkas

“Ich bin nicht Indiana Jones, verdammt!“ schreit Prof. Bradbury, als er sich eine Tempelmauer hinab schwingt. “Offensichtlich!“ will man zurückschreien “Aber mach mal ruhig weiter. Ist ganz lustig, deine Show!“ Dank des unterhaltsamen Finales, einigen gut platzierten Sprüchen und der drolligen Paar-Dynamik der beiden Protagonisten, ist ’Das Geheimnis des Inka Schatzes’ eine recht kurzweilige Angelegenheit geworden. Nein, es ist nicht ’Indy’, aber es ist auch nicht ’Bloodstone’. Willkommen in der güldenen Mitte.


PS:

Wie könnte ich euch das hier vorenthalten?!


Hudson