Invasion aus dem Inneren der Erde


‘Created by science - Powered by nuclear energy...
The Man Beyond Bionics’


Originaltitel: Jung-Gwok chiu-yan (1975) Regie: Shan Hua Drehbuch: Kuang Ni
Darsteller: Danny Lee, Terry Liu, Hap Wong FSK: 12


’WAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA…’

So in etwa dürfte die Reaktion eines unvorbereiteten Schlock-Konsumenten auf ’Invasion aus dem Inneren der Erde’ aka ’The Super-Inframan’ sein.

Das ’Shawscope’ Symbol, untermauert von der bekannten Fanfare, leitet diesen formidabel blödsinnigen Spaß der Shaw Brothers ein.

"Ein Vogel!? Ein Flugzeug?!"
Und blöde geht’s schon los, als ein Schul-Barkas voller Lieder-trällernder Kids von einem herabstürzenden Drachen überrascht wird. Die Kinder flüchten, doch Kleinbus samt Fahrer stürzen eine Schlucht hinab und (Schnitt) plötzlich steht eine ganze Stadt in Flammen. Was hier los ist?
Das wollen auch die Wissenschaftler gerne wissen (daher das Wort ’Wissen’schaftler), die da in ihrem bunt blinkenden, mit irrster Technologie ausgestatteten Labor rumwuseln. Die Antwort folgt fast prompt. Auf einem Bildschirm erscheint ein grässliches Ungetüm (möchte mal wissen, welche Experten die Kameras in solchen Monster-Areas immer installieren) und verwandelt sich ein eine schöne, aber recht schräg gekleidete Frau. Ihre Forderung:

NEIN! INFRAMAN!!!
(und er liegt in der Luft?)
“Ich bin die Herrscherin der Unterwelt! Erdenmenschen, unterwerft euch meiner Macht oder ich werde die Menschheit ausrotten! Von jetzt an werde ich, Dämona, über eure Erde herrschen.“
Das ist doch mal ’ne klare Ansage. Nicht so ein schwammiges “Befreit den und den!“ oder “1.000.000 in nicht gekennzeichneten Scheinen!“ etc.
Die katastrophalen Ereignisse häufen sich auf der ganzen Welt. Zu allem Übel erweckt Dämona auch noch eine Horde wild-wütiger Monstren aus dem Kälteschlaf, die man getrost als für ’unwürdig’ befundene und verworfene Prototypen der frühesten ’Masters of the Universe’-Reihe bezeichnen darf.
Die Mächtigen sind ratlos. Nur ein chinesischer Professor mit Brille, Bart und Pfeife kann helfen (er meint zu wissen, Dämona sei eine in der Eiszeit eingefrorene Entität, die vom Glauben befallen sei, ihr gehöre die Erde):

Wenn das Fritz Lang
noch sehen könnte!
Er braucht einen “gesunden, jungen Mann“, dem er “Frischzellen injezieren“ will und “seine Nervenbahnen stimulieren, um seine Reaktionszeit zu verkürzen.“
Einfacher ausgedrückt: Er setzt den Probanden unter Hochspannung. Jaul.
Draufgepappt wird ein unzerstörbarer Schutzpanzer, mit Radar-Funktion, integrierten Raketen…
Stopp, das ist der Moment, als sein Protegé (Danny Lee, ’City on Fire’) die Spannung nicht mehr ertragen kann und sagt:
“Bitte Herr Professor, verwandeln sie mich in den Infra-Superman.“
Zeit wird’s, denn Dämona plant schon über Video-Konferenz mit ihrer zappelnden Monster-Brut die Unterwerfung des Planeten…

Er kann alles, selbst Pediküre!

Yikes!
Hier haben wir es wieder. Das Paradebeispiel einer völlig durchgedrehten, herrlich kasperigen und gnadenlos drolligen Hong Kong-Action-Sause mit Elementen aus allen Ecken und Enden der filmischen Rappelkiste.

"BADEN VERBOTEN!"
Die inspirativen Wurzeln von ’Invasion aus dem inneren der Erde’ wucherten aus der populären Nippon-Serie ’Ultraman’. Die ’Shaw Brothers’ versetzten das Thema mit eigenen Ideen, packten Danny Lee (der es auch zwei Jahre später im ’Blut der roten Python’ baden sollte und später in John Woos ’The Killer’ einem breiteren Publikum bekannt wurde) in den Anzug des fabulösen Inframan.
Das Setting ist eine Welt voller alltäglicher Probleme, wie Verrat, Sabotage und Monster, die sich per Handbewegung um das 100fache vergrößern können und mit so ziemlich allen Extremitäten Laserstrahlen verschießen können.

Nicht einmal ’Oktaman
sah schrottiger aus!
Wo der feuerspeiende Schuppen-Teufel, der Oktopus-Man, der Teleskopzangen-Kopp-Roboter, das Stein-Klaue-Untier, das Käfer-Monstrat (u.v.a.) unter dem Befehl einer unterirdischen Herrscherin namens Dämona wirken. Nicht zu vergessen, ihre eigens erstellte Henchmen-Armee, bestehend aus in Spandex gekleidete Spargel-Tarzans mit Motorrad-Helmen, die durch Hörner und Schädel-Masken verziert wurden. Spätestens wenn sich Dämona selbst in eine überdimensionale Drachen-Puppe a la Tabaluga verwandelt hat, kommt das große Kreischen.
Sätze wie “In den Modulator! Er bekommt eine Gehirn-Wäsche.“ und “Sekret auf Maximum steigen lassen!“ bringen Augen zum Leuchten und Herzen zum Klopfen.

Steinklaue-Monster, the
Greatest Villain of the World!
Die Ausstattung ist in ganze drei Worte zu fassen: Bunt, knallig und schräg. (Die rotierenden Planetoid-Lampen im Labor hingen übrigens auch bei Mama Leones Großeltern in der Wohnstube.)
Dass in einer Nebenrolle der spätere Bruce Lee-Impersonator Bruce Le zu sehen ist, sollte nicht unerwähnt bleiben. Genau, Bruce Le. Auch ein Held meiner Jugend und immer ein Grund, laut loszulachen, wenn jemand seinen Namen aussprach.
Also: Asiatische Monster-Mümmler im Kung-Fu Rausch, die sich zu fetziger Mucke in ’Godzillas’ Brüder verwandeln und sich so richtig kräftig in den Allerwertesten treten.
Wer ’Roboter der Sterne’ mochte und ein Trash-Monster-Fan ist, der wird dieses Werk anbeten! (Und wenn ihr Fans der ’Power Rangers’ wart, euch aber der Soap-Anteil immer tierisch genervt habt, seid ihr hier auch brandrichtig!)

...jetzt ist Schluss!

Fazit: WAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!

Hudson