Infestation


‘You will be infected.’


Originaltitel: Infestation (2009) Regie & Drehbuch: Kyle Rankin
Darsteller: Chris Marquette, Brooke Nevin, Ray Wise FSK: unbekannt


Was für ein Scheißtag. Auf dem Weg zur Arbeit wird Cooper beinahe angefahren, im Büro bekommt er wegen ungebührlichem Benehmen den Kunden gegenüber die Kündigung ausgehändigt und dann auch noch die Apokalypse. ’Insektokalypse’, um genauer zu sein, denn von irgendwo her taucht plötzlich ein Schwarm widerlicher Riesenkriecher auf, betäubt die Menschheit mit schrillen Sounds und spinnnt alles ein, was zwei Beine hat.

Spinnereien sind Coopers Leben
Cooper ist der erste der aus dem Spinnweb-Schlummer erwacht und sich kurz darauf auch schon dem erstbesten Riesenkäfer stellen muss. Kurze Zeit später hat der junge Mann eine handvoll Leute ’aufgeweckt’ und gemeinsam wird beraten, wie man Herr oder zumindest Überlebender der Lage werden könnte (”Who is in charge here? I mean who do we listen to?”). Eine Flucht im Lastwagen wird schnell von den zwar blinden, jedoch geräuschempfeindlichen Killerbiestern vereitelt, also beschließt man, sich auf leisen Fußsohlen zu Coopers Vater (Ray Wise) durchzuschlagen, da dieser einen Fallout-Schutzraum mit Reserven und einem Kurzwellen-Funkgerät hat (“Is he some kinda nutjob?“ “Pretty much. He’s retired military.”). Auf dem Weg durch die Endzeit müssen sich Cooper und seine Gefährten, die spitzfindige Sara, die attraktive Wetterfee Cindy, der alte Albert und sein tauber Sohn Hugo, nicht nur mit krabbelnden und fliegenden Rieseninsekten, sondern auch mit ihren eigenen Unzulänglichkeiten und einer gefährlichen Art von Mensch/Käfer-Hybriden herumschlagen…

“Its gonna be Bugapalooza here any second!”

Bei ’Infestation’ geht’s gleich zu Beginn ohne lange Umschweife ’Hinein in den Vergnügen’. Nit lang schwätze mache, für allzu viel Exposition ist einfach nicht die Zeit vorhanden. Kreischende Rieseninsekten von unter der Erde/aus dem All/dem Labor des Militärs (sucht euch eins aus, erklärt wird’s im Film selbst nicht) greifen die Menscheit an, eine handvoll Leute versucht zu überleben. Simpler und 50s B-Movie-huldigender geht’s kaum.

All you can eat @ Bugs'R'us
Dementsprechend gering war hier auch das Budget, was sich vor allem im Design des Viechzeugs bemerkbar macht. Die Käfer sind simpel, aber funktionell im Computer gefertigt worden. Allzu große Auswahl gibt es nicht, aber Riesenwespen, Riesenhirschkäfer und die Mensch/Insekt-Hybride dürften Fans solcher Giant Bug-Sausen bei Laune halten. Der Film schreckt zwar nicht vor einigen grotesk gewalttätigen Szenen zurück, ist im Großen und Ganzen jedoch ein harmloser Spaß, der seine Freuden eher aus Bugplasma-Schmaddereien, als aus blutigem Allerlei zieht.
Das Stichwort ’Spaß’ bringt uns auch schon zum Hauptdarsteller Christopher Marquette (’Freddy vs Jason’). Der Junge ist richtig gut. Seine ’netter Nervenarsch’-Tour, gespickt mit Filmzitaten und launigen Kommentaren (”Even in Post Apocalypse I’m a drunk asshole.“) rettet den Film über einige Episoden, die einen allzu ’eingefügten’ Charakter haben und/oder sich eher auf TV-Niveau bewegen. Der stets zuverlässige Ray Wise (’Dead End’) ergänzt die solide Cast durch seine amüsante Darstellung des herrschsüchtigen Militär-Papis im Ruhestand.

“Let me tell you a little story… You’re an Idiot!“

Spinntauren-Alarm!

’Infestation’ ist purer B-Movie-Fun im Geiste von ‘Arac Attack’ und ‘Im Land der Raketenwürmer’, wenn auch der Qualitätsmaßstab weiter südlich den Takt angibt. Selbst mit dem offensichtlich geringen Budget hätte man mehr draus machen können. Krabbel-Enthusiasten und Monster-Fans wird das allerdings kaum vom ausgelassenen Sehvergnügen abbringen.


Hudson