Indio 2 – Die Revolte



Originaltitel: Indio 2 - La rivolta (1991)
Regie: Antonio Margheriti Drehbuch: Filiberto Bandini & Franco Bucceri
Darsteller: Marvelous Marvin Hagler, Frank Cuervo, Dirk Galuba FSK: 18


Daniel Morell, der in ‘Indio’ einen Eingeborenen-Stamm im Regenwald vor korrupten Beamten und schießfreudigen Söldnern rettete, stirbt durch die Hand eines Meuchelmörders, der von gewissenlosen Firmenbossen angeheuert wurde, die nun einen Highway durch das Gelände bauen wollen und zu diesem Zweck auch gleich die Indios versklaven.
Morells ehemaliger Ausbilder/Freund/Rivale Sgt. Irons (Marvelous Marvin Hagler) bekommt Wind von der Sache und macht sich auf eigene Faust auf den Weg nach Amazonien, um die Angelegenheit zu untersuchen. Es dauert nicht lange, bis er Zeuge der unmenschlichen Behandlung durch die Unterdrücker wird und gemeinsam mit dem jungen Indio Ugadi einen Guerillakrieg gegen die Ausbeuter startet…

Die drei Gesichtsausdrücke des Marvin Hagler:
Engagement/Anstrengung ...

Anthony M. Dawson aka Anthonio Margarithi aka der Regisseur von ‘Yor’ und ‘Jäger der Apocalypse’ begab sich kurz vor der Pensionierung in den amazonischen Dschungel, um eine Fortsetzung seines Busch-Actioners ’Indio’ zu drehen.
Da Francesco Quinn (aus welchen Gründen auch immer) unpässlich war, wurde die Nebenfigur des ’Jake’ aus Teil eins zum ’Sergeant Irons’ und Ex-Boxer Marvin Hagler zum Leading Man. Oder um es mit dem Backcover zu sagen: “Mittelgewichts-Boxweltmeister Marvelous Marvin Hagler ist Sergeant IRON – der Mann mit der Donnerfaust, ein gnadenloser Fighter für Freiheit und Gerechtigkeit.“

... Zorn/Verzweifelung
Tatsächlich donnert Hagler eher weniger, stiert durch den Busch und erzählt den Sklaven von Spartacus, wenn er nicht gerade in einer Dorfdisco aufräumt oder sich mit einer dicken Frau prügelt. Er ist zwar nicht völlig talentfrei und kann sicher einen Hauch von Sympathie beim Zuschauer erwecken, aber reißen tut der hier nix. Die Antwort auf die Frage nach der Identität des Bösewichts findet man in diesem kurzen Dialog: “Sein Name ist Vincent van Eyck.“ “Holländer?“ “Ja.“ Dass der von einem Deutschen (Dirk Galuba) gespielt wird, überrascht wohl kaum. Die übrigen Akteure sind ’Unterkante Mittelmaß’. Und da schon im ersten Teil die Brücke zu ’Rambo’ mit Brian Dennehy geschlagen wurde, hat man hier gleich noch Charles Napier (’Rambo 2’) für einen Kurzauftritt als Firmenboss angeheuert. Für die Abwesenheit von Story und großen Namen wird der Zuschauer mit drallen Explosionen, schönen Naturaufnahmen, überhaupt sehr gelungener Kamera-Arbeit und einem fetzigen Finale ’belohnt’.

“Diese Straße bringt den Wilden die Zivilisation.”
“Doch bis jetzt brachte sie nur Blut und Tod.“
“Na und, das ist der Preis der Zivilisation.”
“Und was bekommen sie? Eine Prämie für jede fertige Meile oder für jeden toten Indio?!“
“Dieser Indio ist in den Gesamtkosten der Straße enthalten.“

... und Rückansicht

’Indio 2’ = ’Indio 1’ in grün. Selbes Thema, selbe Botschaft, selbes Drama, aber ein klitzekleines Fünkchen mehr Spannung und Action. Das verdient kein Lob, aber auch keine Verachtung.


Hudson