Kung Fu Hustle


"From walking disaster to kung fu master"


Originaltitel: Kung fu (2004) Regie: Stephen Chow
Drehhbuch: Tsang Kan Cheong, Xin Huo & Stephen Chow
Darsteller: Stephen Chow, Wah Yuen & Kwok Kuen Chan FSK: 16


Die beiden Gauner Sing und Bone (Regisseur Stephen Chow und Chi Chung Lam, die schon in ’Shaolin Kickers’ zusammen vor der Kamera standen) sind zwei kleine Lichter, auf der Suche nach Glück und Geld. Ihren neusten Streich planen sie ausgerechnet in dem heruntergekommenen Häuserblock, der unter dem Namen ’Schweinestall’ bekannt ist und der unter der Herrschaft eines urigen Vermieterpärchens ist.

Wären gerne bei der Axt-Gang:
Sing & Bone.
Als aber eine Abteilung der berüchtigten Axt-Gang (die auch schon in anderen Martial Arts Filmen aus Hong Kong ihren Auftritt hatte) ebenfalls vor Ort erscheint, entsteht ein Wirr Warr bei dem einem der Unterbosse der Gang aus Versehen das Rückgrat gebrochen wird. Bald schon steht der Rest des gefürchteten Haufens auf der Matte und will den bisher kaum beachteten Slum niedermähen.
Da haben sie sich aber das falsche Viertel ausgesucht. Denn scheinbar wohnen hier die größten Martial-Arts Ikonen der letzten Dekaden, unter ihnen ’Eiserne Faust’, ’Titanstab’ und ’Tritt der 12 Methoden’. Selbst die Vermieter scheinen Kung Fu Heroen im Ruhestand zu sein und bieten der skrupellosen Gang Paroli. So beginnt ein facettenreicher Kampf zwischen Mob und Volk, in den sich immer mehr verrückte Killer und Kung Fu Meister einmischen. Und auch in Sing, der sich einfach nicht entscheiden kann, ob er ein Held oder ein Schurke sein will, steckt ungeahntes Potential…

’Kung Fu Hustle’ ist nach ’Shaolin Kickers’ der 2. ’Over the Top’ Action Kracher mit komödiantischen Einschlag von Kong Kongs Superstar Stephen Chow.

Die Landlady ist ein Drachen
und kämpft auch so.
Sein China der 40’er Jahre ist phantasievoll in Szene gesetzt, obwohl manchmal sehr offensichtlich ist, dass vor Kulissen gearbeitet wird.
Choreographierte Tanzeinlagen, Cartoon-Komik, übernatürliche Elemente, witzige Dialoge („Erinnerungen können schmerzhaft sein, Vergesslichkeit hingegen lässt Glück herein.“ „Bist du nebenbei auch noch Diplom-Poet, oder was?“); alle Register werden von Chow gezogen. Seine Leinwandpräsenz hingegen ist nicht wirklich zentral. Nicht sein Sing, sondern vielmehr die Bewohnern des ’Schweinestall’ sind das Herz des Films. So verschwindet der Star zum Beispiel für eine lange Zeit aus dem Geschehen, um erst zum Finale (der von Kampf-Moppel Sammo Hung und Kung Fu Ikone Yuen Wo Ping dirigierten Persiflage auf die ’Einer gegen Alle’ Massenschlachten, wie sie Ping bei ’Matrix Reloaded’ und ’Kill Bill Vol 1’ schon selbst inszenierte) wieder in den Mittelpunkt zu treten.
Die Begleitmusik ist dabei erstaunlich untypisch für einen asiatischen Film, spart sich glücklicherweise aber auch jegliche westlichen Einflüsse und weiss sehr zu gefallen. Schaut man sich die Besetzungsliste genauer an, findet man mehrere Namen aus Hong Kong Filmen der letzten 30 Jahre. Da ist vom Bruce Lee Double aus ’Enter the Dragon’ bis hin zu Cameos von einigen ’Shaolin Kickers’ einiges vertreten, das sich die Sporen im Genre verdient hat. Und jeder einzelne von ihnen macht den Eindruck, dass er mit Spass bei der Sache ist.

"Auf diesem Balkon
ist nur Platz für einen!"

’Kung Fu Hustle’ ist eine überdrehte Hommage an Hong Kongs Martial Arts Filme der letzten 30 Jahre, bei der sich Mastermind Stephen Chow (vor allem visuell) austobt, als gäbe es kein morgen. Der Film ist ohne Frage ein ’Muss’ für jeden Fan des Genres und eindeutig offen für alle, die Lust auf einen schrägen Spass haben.

Hudson