Hundra


‘A Woman who could not be tamed!’


Originaltitel: Hundra (1983)
Regie: Matt Cimber Drehbuch: John F. Goff & Matt Cimber
Darsteller: Laurene Landon, Cihangir Gaffari, Ramiro Oliveros FSK: 18


Da dies mittlerweile unser 5487262stes Barbaren-Film Review ist, wollen wir doch mal sehen, was ihr, liebe Leser, in den vergangenen Jahren alles gelernt habt!

Die Karawane des Bösen

Der Film beginnt:
a) mit einem Stamm Amazonen, die sich von den Männern nichts mehr sagen lassen und sie lediglich regelmäßig zu Begattung brauchen.
b) mit dem Stamm der Amish-People, die fernab von Zivilisation ihren eigenen Weg völliger Gewaltlosigkeit gefunden haben.
c.) mit einem Damm, auf dem Hippies sorgenfreie Orgien feiern.

Doch wird die Idylle zerschlagen und zwar durch:
a) die ’Critters’ aus dem All, die ihr zartes Fleisch verspeisen wollen.
b) den ’Ritter aus dem All’ (Hulk Hogan), der den Sleeper-Hold’-Rekord brechen will.
c.) männliche Barbarern, die alle umbringen und das Dorf niederbrennen.

Die Einzige Überlebende dieses Gemetzels ist:
a) Hundra, die immergeile Frisöse mit Hang zum Kammblasen.
b) Hundra, die tapfere Kriegerin, die lieber ein Pferd als einen Mann zwischen den Schenkeln hat und blutige Rache schwört.
c) Hundra, die Tunte mit der Lunte. Ein schwuler Pyromane, der jetzt die ganze Welt in die Luft jagen will.

Hundras Hund heißt ’Panther’ und
er ist sehr charmant zu Pferden.

Bald tifft sie auf:
a.) eine weise, alte Frau, die gleichzeitig auch als Erzählerin fungiert und ihr befiehlt, den tollsten aller Männer zu poppen, um ihre Art zu erhalten.
b) den zappeligen Stan, seines Zeichens Gebraucht-Schiff-Verkäufer, der mit ihr die ’Titanic’ kapert und hinter den Falkland-Inseln gegen schreckliche Mollusken kämpfen muss.
c) Ralf Möller, der seine Bizeps über den Daumen aufblasen kann.

Nun macht sie sich auf:
a) den nächsten ’Kwik-E-Mart’ zu überfallen und alle Rubbel-Lose zu stehlen, um mit dem Gewinn einen Nuklear-Sprengkopf aus Lybien zu kaufen.
b) ins Kino zu gehen und nochmal ’Conan-Der Barbar’ zu sehen.
c) in die Stadt, wo sie ein Auge (und auch ein paar Messer) auf den netten Heiler Pateray wirft, von dem sie dann auch ein Kind bekommt und schließlich noch die groben Chauvi-Klötze des ortsansässigen ’Tempels des schwarzen Bullen’ zerhackt.


Auflösung hier (Invisotext markieren: a, c, b, a, c )

Na, Leute, alles richtig? Sehr gut, ihr seid wahre FlausKöppe und verdient unseren Respekt!

Falsch? Dann übt nochmal!


Nun aber zum Film:

Der König und sein Eununch
Von dem oben geschilderten 08/15-Setting mal abgesehen, ist ’Hundra’ eindeutig einer der erträglicheren ’Conan’-Derivate. Mit ihrer ’Kein Mann befiehlt mir irgendetwas!’-Attitüde ist Hauptdarstellerin Laurene Landon schon fast so etwas wie die ’Personifizierung des feministischen Aufbegehrens’ … Kleiner Scherz!
Nein wirklich; wie Landon (’Maniac Cop’) mit lustiger Gummi-Mimik die Fiesel-Truppen vermöbelt, an einem Seil die Hauswände entlangscheuert (Bikinizonen-Alarm!) oder die Männer ’überredet’, mit ihr ins Bett zu steigen, ist schon ein Spaß für sich.
Regisseur Matt Cimber (’Der Bulle und das Flittchen’) gelingt die Inszenierung einer überzeugenden Barbaren-Welt nur bedingt. Kein Wunder also, dass unter Laurene Landons Credit gleich der von Maestro Morricone steht, dessen Soundtrack hier einiges reißen kann.

Wenn Hundra mittels Schlammpackung versucht, sich die Gunst der Männer zu ermogeln, Mistgabeln-schwingende Killer-Zwerge und behaarte Chauvi-Teutonen vermöbelt und ein schwuppiger Tempelvorsteher durch eine Großveranstaltung namens ’Die Nacht der Unberührten’ führt (bei der man “aus dem weiblichen Vieh Frauen macht“), lädt der Film zur wohlig-trashigen Schankstunde ein.

Hundra aus der Tundra

Insgesamt ist die Kombination aus Humor, rauher Gewalt und Barbaren-Flair nicht zu verachten. ’Xena’ wäre stolz gewesen.

Hudson