Humongous


‘Man or Beast?’


Originaltitel: Humongous (1982)
Regie: Paul Lynch Drehbuch: William Gray
Darsteller: Janet Julian, David Wallace, John Wildman FSK: ungeprüft


’Humongous’ (nicht zu verwechseln mit Goethes ’Homunculus’ und ’The Road Warriors’ Ayatollah aller Rock ’n’ Roller!) ist ein kleiner, vergessener Mongo-Schnitzler aus den Untiefen der Achtziger und in vielen Belangen keine große Leuchte.

Die erste Szene, eine Vergewaltigung und darauffolgende Zerfleischung des Täters durch einen Schäferhund, disqualifiziert den Film erstmal vom Label ’Stimmungs-Slasher’ und schiebt dem Zuschauer ein unangenehmes Gefühlchen in die Magen-Gegend.
Viele Jahre später:

Brille: Nerdmann
Eine Schiffsladung Kids (gespielt von Twens) schnappt sich Daddys Kahn und macht ’nen Bums-Trip auf dem großen See. Als Nebel aufkommt sinkt die Stimmung auf den Nullpunkt (könnten ja Geisterpiraten drin lauern!), ein Streit entflammt und die Herrschaften erleiden Schiffbruch auf ’Dog Island’, einer ominösen Insel, über die sich nicht nur die ansässigen Klatschbasen das Maul zerreißen. Angeblich sollen hier wild gewordene Hunde und eine einsame Dame (genau, die aus Szene eins) hausen, doch von beiden gibt es keine Spur. Die Erklärung dafür hechtet jedoch bald aus dem Unterholz. Es ist der HUMONGOUS, ein degeneriertes Menschen-Monster im Blutrausch… and it’s coming for the kids!

’Prom Night’ Regisseur Paul Lynch hatte wharscheinlich gerade Joe D’Amatos ’Maneater’ gesehen und entschloss sich, wohl in der irrigen Annahme, hierbei handele es sich um einen guten Film, diesen noch einmal für’s amerikanische Publikum aufbereiten zu müssen.

Da steht die Funzel
schon mitten im Bild
und trotzdem gibt's
in dem Film einfach
nie genug Licht!
Da er jedoch weder ein Budget, noch das Talent hatte, den berüchtigten Kannibalen-Schund neu zu interpretieren, haute er einfach in die Backwood-Kerbe und gab der Welt einen weiteren unnötigen Slasher, der zu allem Übel auch noch auf dem technisch niedrigst-möglichem Niveau herumgurkt. Die Kameraführung ist schlottrig, von künstlicher Beleuchtung fehlt jede Spur, die Musik saugt (und hört sich auch so an, als würde irgendjemand an irgendetwas saugen) und Make Up bzw. ein paar Gore-Brocken für unsere Glotter-Freunde gibt es auch nicht. Die Schauspieler sind austauschbare Bimbos und ihre Figuren nicht ein Fingerbreit tief. Warum zum Teufel labern sie also auch noch fortwährend? Warum passiert in diesem Film nichts, das an Spannung, Spaß oder gar Bedeutung erinnert? Warum hatten die Macher es nötig sogar von einem minderwertigen Film wie ’Freitag der 13. Teil 2’ zu klauen? Warum jault das Titelmonster wie der Bär aus ’Das singende, klingende Bäumchen’? Warum sollte man sich ’HUMONGOUS’ anschauen?

Also schön... es gibt doch genug Licht!

Soll man gar nicht! Der Streifen ist ein Backwood-Slasher, wie er im Buche steht. Und dieses Buch hätte nach den Siebzigern längst umgeschrieben werden müssen. ’Humongous’ hebt sich nur negativ vom Einerlei des Genres ab und kann getrost mit einer müden Handbewegung und der Aufforderung “Der nächste bitte!“ abgetan werden.

Hudson